Langjähriger Vorsitzender der Riegelsteingruppe hört auf

Mit 81 Jahren ist Schluss

Heinrich Deinzer (3. v. r.) wurde als Vorsitzender der Riegelsteingruppe feierlich verabschiedet. Sein Nachfolger ist Herbert Seitz (rechts), daneben steht der stellvertretende Vorsitzende Frank Pitterlein, Schnaittachs Bürgermeister. Unter den Verbandsräten aus den Mitgliedsgemeinden ist auch Andrea Lipka, Simmelsdorfs Zweite Bürgermeisterin. | Foto: Schuster2019/08/Riegelstein-Deinzer-Verabschiedung-us.jpg

Nürnberger Land – Die Verbandsräte der Trinkwasserversorgung vom Zweckverband der Riegelsteingruppe mit ihrem neuen Vorsitzenden Herbert Seitz verabschiedeten mit außerordentlich lobenden Worten den bisherigen Vorsitzenden Heinrich Deinzer, der 23 Jahre lang in der Verantwortung stand.

Herbert Seitz, der Bürgermeister von Velden, lud als Vorsitzender zu dieser Versammlung die Verbandsräte, bei der es ausnahmsweise einmal keine Tagesordnung abzuarbeiten galt, nach Hedersdorf in das Gasthaus Schuster ein. Auch ehemalige Mitarbeiter als langjährige Weggefährten waren bei der offiziellen Verabschiedung anwesend.

Der Osternoher Deinzer, der schon seit 1979 im Zweckverband aktiv als Rat mitwirkte, war fünf Jahre als Stellvertreter tätig, bevor er seit 1996 zum Vorsitzenden gewählt wurde. Kein anderer führte den Vorsitz so lange wie der mittlerweile 81-Jährige, der diese Position nach eigenem Willen vorzeitig abgab. Darüber ist seine Frau überhaupt nicht böse, erklärt sie im Gespräch.

In Deinzers Amtszeit wurden viele Baumaßnahmen durchgeführt sowie wichtige und weitreichende Entscheidungen getroffen, die den Zweckverband immer auf dem aktuellsten Stand gehalten haben und absolut zukunftsweisend waren, darüber sind sich die Räte einig. Hohe Investitionskosten erforderte beispielsweise die Errichtung einer rund 800.000 Euro teuren Aufbereitungsanlage.

Alle Maßnahmen können gar nicht aufgezählt werden, resümierte der amtierende Vorsitzende Seitz und nannte einige der wichtigsten und größten Maßnahmen durch den Zweckverband – vom Autohof in Schnaittach bis hin zu Baugebietserschließungen. Seitz nannte das Gebiet Auf‘m Felsen in Velden mit über 100 Grundstücken. Auch die Sanierung der Hauptleitung von Germersberg zum Hochbehälter Illhof sowie der Bau einer Verbundleitung von Osternohe nach Bondorf fielen in die Amtszeit des scheidenden Vorsitzenden.

Hinter all den erwähnten Maßnahmen, Fakten und Zahlen steht der Mensch Heiner Deinzer, der mit seiner ruhigen, sachlichen Art vielen zum Vorbild geworden ist. „Wir Bürgermeister wären froh, wenn die Sitzungen in unseren Gremien so sachlich, ruhig und vor allem kurz ausfallen würden wie die von Dir geleiteten Sitzungen des Zweckverbandes. Das zeugt von Vertrauen und Ansehen, dass Du bei allen Verbandsräten genießt“, wandte sich Seitz an Deinzer. Technisch sei der Verband dank Deinzers Arbeit auf einem sehr guten Stand.

Auch Heinrich Deinzer blickte zurück auf seine Tätigkeit in der Riegelsteingruppe und erzählte in kurzen Zügen, wie er zum Vorsitz für die heimische Trinkwasserversorgung kam.

Nachdem 1996 die Wahl des Vorsitzenden anstand und die Bürgermeister Klaus Hähnlein und Herbert Begert nicht bereit waren, den Vorsitz zu übernehmen, habe ihn Hähnlein darauf angesprochen. Weil er beruflich in Bamberg war, habe er große Bedenken hinsichtlich des zeitlichen Aufwands gehabt. Schließlich sei es der Geschäftsführer Günther Ziegler gewesen, der durch seine Bereitschaft, jeweils am Dienstagnachmittag für Besprechungen länger vor Ort zu bleiben, dazu beitrug, dass es zu der von der Verbandsversammlung gewünschten Regelung kam.

Als Rentner habe Deinzer sein Interesse auch der technischen Seite so weit wie möglich zugewandt. Er habe immer versucht, die ihm übertragene Aufgabe unter der Prämisse „Wer ein Amt hat, der walte es“ anzugehen. Dazu gehöre unter anderem eine gute Betriebsorganisation, ohne das Personal zu überfordern.

Unfälle gab es während seiner Amtszeit keine, jedoch kann er sich gut erinnern, als vor einigen Jahren bei der Schadensbehebung eines Rohrbruchs am Rothenberg durch den Bagger eine zentrale Verbindung einer Glasfaserleitung beschädigt wurde. Anschließend war ganz Schnaittach für viele Stunden ohne Internetverbindung.

Abschließend dankte Deinzer seiner Frau, die immer das notwendige Verständnis gezeigt hatte, wenn es um den Zweckverband ging, sowie den Anwesenden für die allseits gute Zusammenarbeit und wünschte darüber hinaus eine erfolgreiche Zukunft.

N-Land Udo Schuster
Udo Schuster