Appell des Bund Naturschutz

Lieber schippen statt streuen

Wenn gestreut werden muss, dann laut BN nicht mit Salz. | Foto: ©M.Dörr & M.Frommherz - stock.adobe.com2019/01/AdobeStock_175452054.jpg

HERSBRUCKER SCHWEIZ – Der Winter hat Teile Bayerns nun wieder fest im Griff. Der Bund Naturschutz in Bayern bittet alle Bürger, im Privatgebrauch jedoch generell auf Streusalz gegen Schnee und Eis zu verzichten. Denn es belastet Böden und Gewässer, heißt es in der Pressemitteilung des Bund Naturschutz.

„Jedes Jahr werden Unmengen Streusalz in Bayern eingesetzt und damit Bäume am Straßenrand oder im Garten schwer geschädigt. Aber auch Haustiere, die ja mal raus müssen, haben mit der scharfen Salzlösung zu kämpfen. Und es trägt zur erheblichen Feinstaubbelastung in Städten bei. Auch wenn die Straßenmeistereien Streusalz verwenden dürfen, heißt es noch lange nicht, dass der Salzeinsatz unbedenklich wäre“, sagt Martin Geilhufe, Landesbeauftragter des BN.

Die örtliche BN-Vorsitzende Heide Frobel hat beobachtet, dass in den vergangenen Wochen in Hersbruck Salz auf Gehsteigen gestreut wurde, „obwohl es an den jeweiligen Tagen kaum notwendig gewesen wäre“. Auch das Überstreuen von Schneeschichten mit Salz ist ihr aufgefallen: „Das finde ich besonders schlimm, weil sich dann erst einmal regelrechter Schneematsch bildet, ehe er ganz wegtaut.“

Der vom Landesamt für Umwelt empfohlene „differenzierte Winterdienst“, bei dem in vielen Städten nur wichtige Straßen und besondere Gefahrenstellen mit Streusalz behandelt werden, wird vom BN begrüßt, hat er doch zu einem Rückgang der Belastung beigetragen.

Streusalz belastet Böden und Gewässer, greift Pflanzenwurzeln und Tierpfoten an, erklärt Geilhufe. Die Schäden an Bäumen und Sträuchern zeigen sich vor allem in den Sommermonaten. Korrosionsschäden an Fahrzeugen aller Art und Brücken gehen häufig auf das Konto von Streusalz, zählt er auf. Bereits im November 2012 hatte sich zum Beispiel die Nürnberger Umweltbehörde über den hohen Chloridgehalt im Grundwasser der Stadt besorgt gezeigt und als Hauptursache den Einsatz von Streusalz kritisch gesehen.

In vielen Kommunen ist der private Einsatz von Streusalz verboten. „Leider verkaufen dort die Baumärkte weiterhin Streusalz“, weiß Geilhufe. Doch was sind die Alternativen? „Auch andere Streumittel sollten nur sparsam verwendet werden, da diese ebenfalls die Umwelt belasten“, erläutert Geilhufe.

Um Splitt oder Kies herzustellen, auszubringen und wieder einzusammeln, braucht es Energie, besonders wenn dafür Streu- und Kehrfahrzeuge eingesetzt werden. „Zudem können Splitt und Granulat giftige Substanzen wie Arsen, Blei oder Quecksilber enthalten.“

Bei Schneefall reicht es meist aus, Gehwege gründlich und rechtzeitig mit Schippe oder Besen zu räumen, findet Frobel. Sie weist darauf hin, dass die Stadt Hersbruck – wie auch andere Gemeinden – eine Straßenreinigungs- und Winterdienstverordnung erlassen haben. Darin sind die Pflichten der Bürger in Sachen Schneeräumen nachlesbar.

Bei Eis und Glättegefahr bieten sich Sand, Kies oder Sägespäne als Streumittel an, oder solche mit dem Umweltzeichen „Der Blaue Engel“. Sie sind weitgehend frei von umweltschädlichen Stoffen, so Geilhufe. Gebrauchtes Streugut gehöre weder in die Mülltonne noch in die Kanalisation, sondern sollte von der Stadtreinigung aufgekehrt werden, betont er.

N-Land Hersbrucker Zeitung
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