Eschenbacherin erzählt

Laura Hentsch erlebt Jordanien hautnah

Laura Hentsch (rechts) ist von den hilfsbereiten Menschen begeistert. | Foto: privat2019/11/IMG_20191010_175924.jpeg

ESCHENBACH – Laura Hentsch aus Eschenbach verbringt über den Internationalen Jugendfreiwilligendienst ein Jahr in Jordanien. Dort arbeitet sie beim Princess Taghrid Institute, einer Nichtregierungsorganisation, die sich für benachteiligte junge Frauen einsetzt. Heute erzählt sie von ihren ersten Erfahrungen in dem fremden Land.

Ich bin nun seit gut eineinhalb Monaten in Jordanien, um dort meinen Freiwilligendienst zu absolvieren. Durch meine eigenen Erfahrungen weit weg von meiner Heimat, meinen Freunden und meiner Familie in Deutschland kann ich mich jetzt besser in die Situation von Flüchtlingen hineinversetzen. Ich erlebe nun selbst, wie es sich anfühlt und welche Herausforderungen es mit sich bringt, sich ein neues Leben in einem fremden Land aufzubauen.

Neugierig auf Neues

Als ich am Anfang durch die Straßen gelaufen bin, war alles fremd für mich: die Gerüche nach Gewürzen, das Hupen der vielen Autos, die Gesänge der Muezzine, der Baustil der Häuser, die Basare. Aber diese neuen Eindrücke in dem mir bisher unbekannten Land faszinieren mich auch und ich bin neugierig auf das Leben, die Kultur und die Menschen.

Meine Erfahrungen haben mir auch gezeigt, dass die Sprache ein wichtiges Werkzeug für Integration ist. Es begeistert mich, dass es hier in Amman nicht schwierig ist, mit Einheimischen in Kontakt zu treten. Das erinnert mich sehr an die Herzlichkeit und Freundlichkeit der ausländischen Familien in Hersbruck, mit denen ich befreundet bin.

Auch wenn ich in dem für mich unbekannten Land Jordanien mit einigen Herausforderungen konfrontiert werde, wusste ich im Gegensatz zu den Flüchtlingen aber, was mich hier erwartet und wie ich mich in dieses neue Land einbringen kann. Außerdem kann ich kontinuierlich Kontakt mit meiner Familie und meinen Freunden halten. Und im Gegensatz zu Geflüchteten in Deutschland habe ich die Gewissheit, dass ich jederzeit nach Deutschland zurückkehren kann, ohne dass ich Angst um mein Leben haben muss.

Außerdem habe ich in meiner Heimat Deutschland oder auf meiner Reise keine traumatischen Erfahrungen erlebt. Ich kann mir auch sicher sein, dass nahestehende Personen während meines Auslandsaufenthalts nicht in Gefahr leben müssen. Das heißt, dass ich zwar trotzdem in zwei Welten lebe. Aber ich kann mich vollkommen unbeschwert auf dieses neue Land einlassen. Flüchtlinge haben neben dem Neuanfang in einem ihnen vollkommen fremden Land auch noch mit solchen Belastungen zu kämpfen.

N-Land Hersbrucker Zeitung
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