Kalender für 2020

Klostermauerverein Engelthal feiert Geburtstag

Der ganze Stolz des Vereins: Ein Teil der sanierten Klostermauer in Engelthal. | Foto: L. Liebel2019/11/P1040024.jpeg

ENGELTHAL – Seit fast 25 Jahren wird die alte Klostermauer in Engelthal ehrenamtlich betreut – von den rührigen Mitgliedern des Klostermauervereins. Mit ihrer Hilfe wurde ein Stück der einzigartigen Dorfgeschichte wieder sichtbar.

„Auslöser waren die Feierlichkeiten zu 750 Jahren Engelthal“, erzählt Heini Liebel, Vorsitzender des Fördervereins zur Erhaltung der Klostermauer, wie sich die Ehrenamtlichen offiziell nennen. Damals sei immer wieder der Satz gefallen, doch einen Förderverein für die aus dem 14. Jahrhundert stammende Mauer zu gründen. Ein gutes Jahr später habe dann 
der damalige Bürgermeister offiziell zur Gründung aufgerufen – 1995 war der Verein schließlich geboren.

Schon vorher habe es zwei Anläufe aus privaten Initiativen heraus gegeben, um die historische Mauer zu sanieren – das damals gesammelte Geld sei aber der Inflation 1923 zum Opfer gefallen, erklärt Liebel. Die Mitglieder des neu gegründeten Vereins brachten frische Ideen ein, mit denen sie genug Mittel für die aufwendige Mauersanierung zusammen bekommen könnten – darunter das Klostermauerfest, das mittlerweile wegen des zu großen Aufwandes eingestampft wurde, das Betreiben einer Losbude an der Kirchweih und schließlich der Verkauf eines eigenen Fotokalenders. „Das lag nahe, wenn man eine Fotografin im Haus hat“, sagt Liebel mit Blick auf seine Frau Lilly.

Dem Kalender gibt der Verein jedes Jahr ein neues Motto. „Fenster und Türen“, das „Vereinsleben“ oder ein Ortsrundgang entlang der Mauer und aus der Luft war schon dabei, für die 20. Ausgabe kommendes Jahr hat sich Lilly Liebel mit ihrer Kamera auf Fotosafari durch das Dorfleben mit seinen Festen begeben.

2000 ließ der Verein eine erste Probefläche sanieren, um die Mauer hinsichtlich Farbe und Material zu bestimmen. 2006, als wieder genügend Geld da war, kam ein zweiter Bauabschnitt hinzu. Und 2013 genoss der Verein einen kleinen „Durchbruch“, denn die Sanierung des dritten Bauabschnitts konnte im Rahmen der Dorferneuerung der Gemeinde Engelthal mitgefördert werden. Das kam mehr als gelegen, denn dieser Abschnitt gestaltete sich mit eingewachsenen Ästen und Abbrüchen besonders schwierig.

Die 100 wird voll

Heute gibt es noch eine zirka 13 Meter lange Sanierungslücke – die soll wahrscheinlich kommendes Jahr geschlossen werden. Dann kann der Verein stolz auf eine 100 Meter lange, komplett sanierte Mauer blicken.
Und wie es auf dem Land nun 
mal so ist, hat auch hier das „Jeder-kennt-jeden-Prinzip“ gewirkt: „Fachleute, die historische Dinge mauern können, sterben aus“, erzählt Liebel.

Eine Verantwortung

Das Wissen für seine jährlichen Führungen als „Landsknecht Heinrich“, die ebenfalls Geld in die Vereinskasse bringen, habe er sich selbst angeeignet. Seine Motivation – und sicher auch die der rund 40 Mitglieder – ist, die Klostermauer mit seiner großen geschichtlichen Bedeutung zu erhalten und dies weiterzugeben. „Das ist unsere Verantwortung“, ist Liebel überzeugt.
Und wenn er dann sieht, wie Kinder auf der sanierten Mauer spielen, gehe ihm das Herz auf: „Das freut mich einfach wahnsinnig.“

Die Kalender sind bei Erika’s Schmankerlladen und im Spar-Laden Lisbeth Schunk, sowie bei Lilly und Heini Liebel in Engelthal erhältlich.

N-Land Marina Gundel
Marina Gundel