Bauausschuss nickt Vorentwurf ab

Hormersdorfer Gewerbegebiet rückt näher

Die Skizze zeigt die aktuellen Planungen. Oberhalb des 5,3 Hektar großen Gewerbegebiets (nicht im Bild) verläuft die A 9, rechts führt die Staatsstraße 2404 in Richtung Hormersdorf. | Foto: Skizze: Architekturbüro Lehner/ Markt Schnaittach2019/02/Gewerbegebiet-Hormersdorf-Plan-Architekturburo-Lehner-Markt-Schnaittach.jpg

HORMERSDORF — Mit sechs zu drei Stimmen hat der Schnaittacher Bauausschuss den Vorentwurf zum geplanten Hormersdorfer Gewerbegebiet angenommen. Kritik kommt von der Bunten Liste und Teilen der SPD, die den Flächenverbrauch von rund 5,3 Hektar und Pläne für eine Tankstelle ablehnen.

„Eine erste wichtige Hürde ist genommen“, freute sich Bürgermeister Frank Pitterlein (CSU). Der Beschluss zur Annahme erfolgte vergangene Woche mit den Stimmen des Bürgermeisters, der CSU-Fraktion und einer Stimme aus der SDP-Fraktion mit drei zu sechs. Die beiden anderen SPD-Ausschussmitglieder, der zweite Bürgermeister Karlheinz Lang und Georg Sperber, sowie Karin Dobbert (Bunte Liste) hatten sich dagegen ausgesprochen.

Acht bis zwölf Betriebe

Schon im vergangenen Jahr wurde die dafür nötige Änderung des Flächennutzungsplans vorgestellt. Vorgesehen ist ein 5,3 Hektar großes Areal an der Staatsstraße 2404 zwischen der A 9 und Hormersdorf, das ein Investor aus dem Allgäu erschließen möchte. Dort sollen sich laut Bürgermeister Pitterlein acht bis zwölf Betriebe ansiedeln können, idealerweise aus dem Markt selbst und aus dem Landkreis.

Pitterlein verspricht sich von dem Projekt zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen, neue Arbeitsplätze und Flächen für heimische Betriebe, die sich vergrößern wollen (die PZ berichtete). Die Entscheidung darüber, wer sich dort ansiedelt, fällt aber der Investor. Klar ist, dass eine Tankstelle samt fünf Lkw-Stellplätzen und vermutlich eine Autowaschanlage kommen. Laut dem Vorentwurf nicht erlaubt sind Einzelhandel, Wohnungen und Vergnügungsstätten wie Spielhallen.

Kritik von Dobbert und Lang

Dass bei Hormersdorf „die fünfte Tankstelle innerhalb von fünf Kilometern“ entstehen soll, sei „total überflüssig“, sagt Karin Dobbert von der Bunten Liste im Gespräch mit der Pegnitz-Zeitung. Der Planer hält eine Tankstelle als Einnahmequelle aber für unverzichtbar.

Dobbert beklagt auch den Flächenverbrauch: „Wir verramschen unsere Heimat.“ Dem Investor gehe es nur um den Profit, er habe keinen Bezug zu Schnaittach. Dass heimische Betriebe Platz auf dem rund 5,3 Hektar großen Areal finden, bezweifelt die Gemeinderätin.

Karlheinz Lang führt für seine Gegenstimme ähnliche Gründe an. Auch er hält eine weitere Tankstelle entlang der A 9 für übertrieben. Zudem verweist Lang im Gespräch mit der PZ auf die „schöne fränkische Landschaft“, die durch Gewerbegebiete mit großen Logistik-Gebäuden verkleinert werde. Es gebe keine Erkenntnisse, dass ortsansässige Betriebe den Standort nutzen könnten. Die Entscheidung darüber liege eh nicht beim Markt: „Wir sind dem Investor ausgeliefert.“

Dieser betone zwar, er plane nicht mit Logistik-Betrieben, so Lang. Doch der zweite Bürgermeister ist skeptisch: Im Vorentwurf sind Gebäude mit über 50 Metern Länge erlaubt. Diese Größe spreche für Logistik, so Lang. Er wünscht sich, dass die Gemeinde das Gewerbegebiet selbst erschließt und dadurch „die Hand drauf hat“, wer dort einen Platz findet.

Der Markt braucht höhere Einnahmen

Dies sei laut Bürgermeister Pitterlein aufgrund des finanziellen Risikos aktuell keine Option. Im Gespräch mit der PZ klagte er, unter seinen Vorgängern Klaus Hähnlein (Freie Wähler) und Georg Brandmüller (SPD) sei „einiges an Schulden angehäuft“ worden.

Pitterlein plädierte vor allem in finanzieller Hinsicht für das Gewerbegebiet. „Die Einnahmesituation im Markt entspricht nicht den Ansprüchen einer modernen Kommune. Ich erinnere an den Krippen- und Kindergartenbau, der ansteht“, so der Bürgermeister in der Bauausschusssitzung. Schnaittach brauche zusätzliche Einnahmen. Sein Stellvertreter hatte in der Sitzung kritisiert, dass der Markt in ein Landschaftschutzgebiet eingreift. Pitterlein verteidigte den Schritt. Der Standort unmittelbar an der A 9 sei aufgrund der Verkehrs­anbindung sinnvoll und er sei nicht in der Nähe von Wohnhäusern. Für die verbrauchte Natur sind Ausgleichsflächen notwendig.

Bürger können sich schriftlich äußern

Voraussichtlich ab Mitte Februar hängen die Pläne im Schnaittacher Rathaus aus. Bürger können sie dort einsehen und haben vier Wochen lang die Möglichkeit, sich dazu schriftlich zu äußern, also beispielsweise Kritik anzubringen oder Änderungsvorschläge zu machen. Der genaue Zeitpunkt wird in der PZ noch bekannt gegeben. Die Pläne für das Gewerbegebiet werden vermutlich auch Thema in der Bürgerversammlung in Hormersdorf am 25. Februar sein.

N-Land Andreas Kirchmayer
Andreas Kirchmayer