Nervende Signaltöne

Hohenstädter Bahnübergang erneut im TV

Bei den Dreharbeiten des NDR: Die Bahnschranke schließt und die Anwohner halten sich wegen des Gebimmels demonstrativ die Ohren zu. | Foto: Zoe Mayer2019/09/DSC_1114.jpeg

HOHENSTADT – Erich Pemsel gibt nicht auf. Schon seit über einem Jahr kämpft der Anwohner mit der Bahn. Grund: Die Signaltöne am Bahnübergang in Hohenstadt rauben ihm den letzten Nerv. Jetzt greift der NDR den Fall auf.

Eigentlich sind die Signaltöne, die bei jedem Schließen der Schranke ertönen, gut gemeint. Sie sollen kreuzende Fußgänger warnen, dass ein Zug im Anbrausen ist. Und so Unfälle verhindern. Für Erich Pemsel und seine Frau, die direkt neben dem Bahnübergang wohnen, werden die Signaltöne aber zur Nervenprobe. Jedes Mal, wenn sich die Schranke schließt, bimmelt es 23 Mal. Und das bei 200 vorbeirauschenden Zügen am Tag.

„Im Garten sind wir nur noch selten. Man hat hier keine Ruhe, weil man ständig dieses Gebimmel im Ohr hat“, berichtet der Anwohner. Spezielle Ohrstöpsel habe er sich schon gekauft, und trotz der eingebauten Schallschutzfenster sei der Lärm kaum zu ertragen. Dass die Signaltöne Unfälle verhindern sollen, darüber kann Pemsel nur lachen: „ Ich wohne schon fast mein ganzes Leben hier, und noch nie ist etwas passiert.“

Sämtliche Versuche, die Bahn zum Einlenken zu bewegen, haben nichts gebracht. Dabei seien die Anwohner durchaus zu Kompromissen bereit, sagt Pemsel. Schon mit der Reduzierung der Tonzahl und Lautstärke auf die Hälfte wären sie zufrieden. 90 Unterschriften haben sie in der Nachbarschaft gegen den „Signaltonterror“ bereits gesammelt. Auch mit Plakaten an seiner Hauswand weist Pemsel darauf hin: „Signalton weg“ oder „Kein Signaltonterror“ steht darauf.

Der Hohenstädter berichtet dem Fernsehteam vom NDR, dass er aufgrund des Signaltons sogar weniger Besuch bekomme. Dieser „soziale Einschnitt“ belaste ihn. Warum Pemsel immer wieder vor die Kamera tritt? „Ich möchte die Bürger wachrütteln“, sagt er. Dann trauten sich vielleicht auch andere, die ein ähnliches Problem haben, aufzustehen. Denn: „Wir müssen nicht alles hinnehmen.“

Zu sehen ist der TV-Beitrag voraussichtlich am 11. September um 20.15 Uhr im NDR.

Zoe Mayer

N-Land Hersbrucker Zeitung
Hersbrucker Zeitung