Feuer und Gewalt

Hersbrucker nach angekokeltem Essen vor dem Amtsgericht

Für einen 28-Jährigen klickten die Handschellen. | Foto: Adobe Stock2019/04/AdobeStock_317721012.jpeg

HERSBRUCK – Wegen tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte musste sich ein 28-Jähriger vor dem Amtsgericht Hersbruck verantworten. Eigentlich hatte er zur Tatzeit nichts zu befürchten, trotzdem rastete er aus.

Wenn die eigene Wohnung brennt, sollte man sich bei den Rettern bedanken, die einen aus der Wohnung tragen und verarzten. Es sei denn, man ist Roman Bellheim (Name von der Redaktion geändert). Dann beißt, bespuckt und beleidigt man die Einsatzkräfte und landet ein halbes Jahr später vor Gericht.

Ende Oktober vergangenen Jahres war die Hersbrucker Feuerwehr zu einem Wohnungsbrand im Hochhaus in der Ringstraße ausgerückt. Der Angeklagte hatte sein Abendessen in den Backofen geschoben und war dann eingeschlafen. Die Retter mussten die Tür aufbrechen, brachten den Mann ins Freie und löschten das Feuer. Dabei entdeckten sie jedoch allerlei Waffen und verständigten die Polizei.

1,36 Promille im Blut

Dass die Beamten ihm Handschellen anlegen mussten, schmeckte Roman Bellheim gar nicht. Mit 1,36 Promille im Blut ging er auf die Polizisten los, versuchte, einen von ihnen in den Oberschenkel zu beißen, trat um sich und warf ihnen eine Reihe nicht zitierfähiger Schimpfworte an den Kopf. Vor Gericht hat der Angeklagte keinen Anwalt dabei, will es augenscheinlich nur hinter sich bringen: „Ich bestreite das alles nicht, wir können gleich zum Strafmaß übergehen.“

So schnell geht es dann doch nicht. Zumindest eine Zeugin will Richter André Gläßl anhören. Mit der Polizeibeamtin gleicht er den Tathergang und die Beschimpfungen ab. Die 41-Jährige erklärt zudem, dass das Arsenal in der Wohnung durchweg Attrappen oder Waffen enthielt, die auf ihn zugelassen waren. Roman Bellheim hätte also nichts zu befürchten gehabt.

Warum er trotzdem so ausgerastet ist, können sich weder Polizei, Gericht noch er selbst erklären. Zu seinen Gunsten spricht sein Geständnis und dass sein Biss den Beamten verfehlt hatte. Allerdings ist er völlig grundlos hart auf die Einsatzkräfte losgegangen. „So ganz verstehen tut man’s nicht“, findet Gläßl und verurteilt Bellheim zu 150 Tagessätzen zu je 50 Euro. Das Urteil ist rechtskräftig.

N-Land Wolfgang Sembritzki
Wolfgang Sembritzki