Sinkender Grundwasserspiegel

Hersbrucker Kneippbecken ohne Wasser

Das Hersbrucker Kneippbecken ist auch im zweiten Jahr in Folge ohne Wasser. | Foto: S. Trautwein2019/06/DSC_0601-min.jpg

HERSBRUCK – Rot-weiß gestreift flattert das Absperrband im lauen Sommerlüftchen. Ein gelbes Schild der Stadtverwaltung Hersbruck gibt darüber Auskunft, dass derzeit das Kneippbecken wegen des niedrigen Grundwasserspiegels gesperrt ist.

Aufgefallen ist das HZ-Leser Sven Ertel. Er hatte über Facebook darauf aufmerksam gemacht, dass das Becken bereits im zweiten Jahr in Folge außer Betrieb ist. Der Grund: Bei der Planung des Beckens hatte man sich für die Versorgung mit Grundwasser entschieden, so Karlheinz Wölfel, Geschäftsleiter der Stadt Hersbruck. An derart trockene Sommer wie 2018 war damals nicht zu denken, sagt er. Auch wenn es die kommenden Tage etwas regnet, wird es nicht ausreichen, das Kneippbecken in Hersbruck mit Wasser zu versorgen.

Hohe Kosten

Um das Becken anderweitig zu befüllen, müssten gesonderte Leitungen gelegt werden, erklärt Wölfel. Trinkwasser sei aber kostbar und komme nicht in Betracht. Auch das Pegnitzwasser müsse „erst aufwendig aufbereitet werden“, so Wölfel. Dies stehe in keinem Kosten-/Nutzenverhältnis.

Für die Vorsitzende des Hersbrucker Kneippvereins, Elfriede Eusemann, ist dies ein unhaltbarer Zustand. „Es ist ein Riesenproblem und Aufgabe der Stadt. Wir als Verein können das Becken nicht betreiben. Es gibt zu viele Auflagen und wir kämen auch nicht an das Grundwasser heran.“ Der 95 Jahre alte Kneippverein mit seinen mehr als 80 Mitgliedern will sich nun nach Alternativen in der Region umsehen.

N-Land Sven
Sven Trautwein