Sorgen um das bekannte Altdorfer Baum-Tor

Hänge-Esche in Gefahr

Droht dem Baum-Tor in der Röderstraße dasselbe Schicksal wie zahlreichen anderen Eschen im Altdorfer Stadtgebiet? Das Baum-Tor besteht eigentlich aus zwei Bäumen, die einst zusammen gefügt wurden. | Foto: Sieglinde Hungershausen2021/02/Altdorf-Haenge-Esche-scaled.jpg

ALTDORF – Dem markanten Baum droht der Befall mit einem Pilz aus Asien. Das Baum-Tor ist zwar krank, soll aber laut Stadtgärtner Peter Grögel so lange wie nur möglich erhalten werden. Mehrmals im Jahr wird es auf seine Standfestigkeit untersucht.

Die Hänge-Esche in der Röderstraße in Altdorf gehört wohl zu den markantesten Bäumen in ganz Süddeutschland. Weil das Eschen-Sterben in Deutschland grassiert, sorgen sich die Altdorfer um die Gesundheit des Baums. Wie ist es darum bestellt? Wir haben bei Stadtgärtner Peter Grögel nachgefragt.

Ganz gesund ist die Esche vor dem Anwesen Röderstraße 2 leider schon seit Jahren nicht mehr, bedauert Grögel. Das steht aber nicht im Zusammenhang mit einem Befall durch den asiatischen Pilz, der die Eschen in Europa und in Nordamerika sterben lässt. Vielmehr zeigen sich an der Altdorfer Hänge-Esche Befallstellen mit dem Zotteligen Schillerporlling, einem europäischen Baumpilz, dem der alte Altdorfer Baum aber bislang immer noch genug entgegensetzen konnte, so dass der Pilz bis heute nicht lebensbedrohlich für die Hänge-Esche ist. Trotzdem wird der Baum zwei bis dreimal im Jahr auf seine Standfestigkeit kontrolliert. Vor sieben Jahren gab es Schnittmaßnahmen, erläutert Peter Grögel.

Der Stadtgärtner kennt die Historie der Hänge-Esche, die eigentlich aus zwei Bäumen besteht. Wahrscheinlich wurden diese 1951 und 1952 in der Röderstraße gepflanzt. Anwohner haben dann einige Jahre später ein Rohrgestell angebracht und die Bäume daran fest gebunden, so wuchsen die beiden Eschen zu einem Blickfang zusammen. Das Rohrgestell ist mittlerweile komplett in den beiden Bäumen eingewachsen, was zu schweren Schäden an den Stämmen führte. Im oberen Bereich hat Grögel massive Faulstellen entdeckt. „Wir wollen die Hänge-Esche aber solange es irgend geht erhalten“, betont der Baum-Fachmann, der sich nicht nur wegen der akuten Schäden Sorgen macht.

Grögel beobachtet auch, dass der grassierende asiatische Eschen-Pilz im Stadtgebiet bereits zahlreiche Bäume zerstört hat. Er hofft, dass das im Jahr 1938 zum Naturdenkmal erhobene Baum-Tor in der Röderstraße von diesem tödlichen Pilz verschont bleibt. Der Schädling wurde über Holzlieferungen und Palettenholz nach Europa eingeschleppt, befällt seit einigen Jahren gesunde Eschen und tötet sie innerhalb kürzester Zeit ab. Asiatische Eschen dagegen leben in einer Symbiose mit dem Pilz. Bei ihren europäischen und amerikanischen Verwandten verstopft der Parasit die Versorgungsleitungen im Stamm der Bäume.

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