Technische Probleme in den Stoßzeiten

Ganz Simpel. Eigentlich …

Beispiel eines Ausdrucks, das für das digitale Impfzertifikat von Apotheken herausgegeben wird. | Foto: Johannes Gurguta2021/06/Feucht-Digitaler-Impfpass-Zeidler-Apotheke-scaled.jpg

NÜRNBERGER LAND – Seit Montag können sich Geimpfte ein digitales Impfzertifikat auf ihr Smartphone holen und damit ihre Immunisierung belegen – sofern kein Serverabsturz dazwischenkommt.

Ein simpler QR-Code verspricht den Geimpften nun auch im Nürnberger Land mehr Freiheiten. Angeboten wird dieses digitale Impfzertifikat von zahlreichen Apotheken im Landkreis. Das ist für viele ein verlockendes Angebot, zumal die Urlaubszeit näherrückt. „Dafür muss man nur den Impfausweis und den Personalausweis vorzeigen, damit wir die Daten abgleichen und ins System eintragen können“, erklärt Bianca Strickstock von der Zeidler-Apotheke in Feucht. Falls kein Impfausweis vorhanden ist, reiche stattdessen auch die Bestätigung vom Impfzentrum.

Der Kunde erhält dann einen Ausdruck mit den wichtigsten Daten und dem QR-Code, den er in die Covpass App oder in die Corona-Warn-App übertragen kann. Man könne sich auch schon nach der ersten Impfung bei der Apotheke anmelden, die zweite Dosis müsse dann jedoch noch nachgetragen werden. „Die App zählt dann die vierzehn Tage herunter, bis die vollständige Impfung gültig ist.“ Für Menschen, die bereits an Corona erkrankt waren und nur eine Impfdosis brauchen, sei eine Anmeldung für das digitale Impfzertifikat jedoch noch nicht möglich.

Serverabsturz am Dienstag

Insgesamt sei die Vergabe des Zertifikats simpel, doch schon am zweiten Tag zeigte dieses neue System Anlaufschwierigkeiten. „Am Montag war alles noch in Ordnung, aber am Dienstag gab es einen Serverausfall“, erzählt Strickstock. Dieser Ausfall betraf die Server des Robert Koch-Instituts (RKI), was sich auf alle Apotheken bis abends, kurz nach 18 Uhr, ausgewirkt habe. Grund dafür sei wahrscheinlich der große Andrang an Interessenten gewesen. Das habe möglicherweise das neue System überlastet und die IT-Abteilung sei wohl nicht mehr hinterhergekommen. Schon am Mittwochvormittag habe es jedoch keine Probleme mehr gegeben.

Inhaber Joachim Pricken und Apothekerin Bianca Strickstock bieten das digitale Impfzertifikat in der Zeidler-Apotheke an. Foto: Johannes Gurguta2021/06/Feucht-Zeidler-Apotheke-Digitaler-Impfpass-Inhaber-Apothekerin-scaled.jpg

Besser erst Ende der Woche kommen

Ähnlich hat es in der Linden-Apotheke in Winkelhaid ausgesehen. „Es ist am Montag gut angelaufen, die Server sind aber teilweise immer noch überlastet“, erzählt Apothekerin Gabi Schwarz. Morgens und abends habe man kaum Probleme, aber zu Stoßzeiten kämpfe man mit Abstürzen. Am Dienstag und gestern war der Andrang sehr groß. „Deshalb haben wir viele, die angerufen haben, um sich anzumelden, gebeten, erst Ende der Woche zu kommen, wenn es nicht dringend ist“, erklärt sie. Es werde aber jeden Tag ein bisschen besser, sagt sie zuversichtlich: „Bis Ende dieser oder Anfang nächster Woche wird sich sicher alles einpendeln.

Matthias Kreuzeder von der Apotheke am Markt in Altdorf sieht die positiven Aspekte des neuen, digitalen Systems: „Es lief am Montag besser und früher als erwartet an.“ Während des Serverausfalls am Dienstag ließen die Kunden ihre Impfpässe einfach in der Apotheke und holten sie später wieder ab. „Apotheken haben eine gewisse Verantwortung und es gibt ein Vertrauensverhältnis zwischen uns und den Kunden“, erzählt Kreuzeder. Obwohl der Andrang in den letzten Tagen sehr groß gewesen sei, habe man alles gut meistern können. „Die Kunden können fünf bis zehn Minuten Wartezeit einplanen, was überschaubar ist und auch ohne Termin gut funktioniert“, versichert er.

Info:
Im Internet unter www.mein-apothekenmanager.de findet man eine Übersicht mit allen Apotheken im Verbreitungsgebiet, die ihren Kunden das digitale Impfzertifikat bereits anbieten.

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