Nach dem Unwetter

Friedenslinde in Gersberg musste gefällt werden

Der Sturm vor einigen Wochen beschädigte den mächtigen Lindenstamm massiv: An einer Fällung führte kein Weg vorbei. | Foto: privat2019/09/20190819_084002.jpeg

GERSBERG – Den Ortseingang in Gersberg zierte jahrzehntelang eine mächtige Linde. Nun wurde sie gefällt. Verantwortlich dafür sei ein Unwetter, das vor drei Wochen durch das Nürnberger Land zog, erklärte Bautechniker Felix Hacker. Dessen Sturmböen hätten den Baum geschädigt, sodass sie von den Gemeindearbeitern aus Leinburg gefällt werden musste.

Die Linde genießt einen besonderen Status: Bereits die Germanen und Slawen verehrten sie als heiligen Baum. Heute sind die mächtigen Laubbäume vor allem als Tanzlinden bekannt, doch wurden sie in der Vergangenheit auch nach Kriegen oder Epidemien als „Friedenslinden“ gepflanzt. Unter ihrem Blattdach wurde auch meist das Dorfgericht abgehalten, wodurch sie sich den Namen „Gerichtslinde“ verdiente.

Kein Naturdenkmal

Noch heute wird die Linde vielerorts geschätzt; ist sie doch mit ihrem meist hohen Alter unser Portal zu vergangenen Zeiten. Viele Kommunen haben ihre Linden daher in die Baumschutzverordnung mit aufgenommen. Auch der Landkreis Nürnberger Land hat einige Linden als Naturdenkmäler eingestuft, wie zum Beispiel die Deckersberger Linde oder die Weiher Linde in Ellenbach. Die Linde aus Gersberg hingegen zählte nicht dazu.

Eine ausführliche Liste der Naturdenkmäler im Nürnberger Land ist auf der Homepage des Landratsamts unter www.landkreis.nuernberger-land.de zu finden.

A. Kopp

N-Land Hersbrucker Zeitung
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