Standortsuche für Interims-Container läuft

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Eigentlich sollte das Ausweichgebäude auf dem Parkplatz an der Diepersdorfer Schule entstehen. Wegen hoher Kosten prüft die Gemeinde jetzt einen alternativen Standort am Bolzplatz in der Scherau. | Foto: Stefanie Buchner-Freiberger2021/05/Diepersdorf-NEU-Scherau-Bolzplatz-Kita-scaled.jpg

DIEPERSDORF – Die Kostenschätzung für den neuen Kindergarten Rappelkiste in Diepersdorf liegt bei 6,66 Millionen Euro. Mehr als die Hälfte davon hat die Gemeinde selbst zu stemmen.

Der Diepersdorfer Kindergarten Rappelkiste muss neu gebaut werden (wir berichteten). Am bisherigen Standort an der Haimendorfer Straße soll, nach dem Abriss der alten Gebäude, ein Neubau für vier Kindergarten- und zwei Krippengruppen entstehen. Integriert wird ein Saal mit Nebenräumen für die evangelische Kirchengemeinde.

In der Gemeinderatssitzung am Montag stellte das Architekturbüro Scherzer aus Nürnberg ihre Kostenschätzung vor. 5,7 Millionen Euro sind demnach für die Kita veranschlagt, eine Million für den Bereich der Kirchengemeinde. Darin enthalten sind neben den reinen Baukosten (4,6 Millionen Euro) die Aufwendungen für den Abriss und die Dekontamination der alten Gebäude (rund 200 000 Euro), für die Außenanlagen (650 000 Euro) und das Mobiliar (200 000 Euro).

Kita großteils energieautark

Dass das Projekt deutlich teurer wird als – allerdings vor einigen Jahren – geschätzt (damals ging man von vier Millionen Euro aus), begründete Rudolf Scherzer mit mehreren Faktoren. Neben der fünfprozentigen Kostensteigerung, die es derzeit pro Jahr im Bausektor gibt, sei nachträglich ein weiterer Gruppenraum eingeplant worden, das langgezogene Hanggrundstück mit seiner starken Querneigung sei komplex und es müssten spezielle Abdichtungen gegen das drückende Hangwasser an der Nordseite, zum Moritzberg hin, eingebaut werden. Ins Kontor schlägt auch die Installation einer Geothermieanlage, die das Gebäude heizen und kühlen soll. Da zusätzlich eine Photovoltaikanlage geplant ist, soll die Kita den größten Teil ihres Energiebedarfs einmal selbst decken. Die Investitionen würden sich deshalb bald amortisieren, so Scherzer.

Gerade die Geothermie liege ihm sehr am Herzen, betonte Bürgermeister Thomas Kraußer. Die neue Kita sei kein „Luxusobjekt“, man wolle aber die bestmögliche Energieversorgung. Generell sieht er noch Einsparpotentiale in anderen Bereichen. Auf die Frage von SPD-Fraktionssprecher Gerhard Pfeiffer, ob es denn notfalls Alternativen zur Geothermie gebe, falls diese technisch und rechtlich nicht realisierbar sei, antworteten Rudolf Scherzer beziehungsweise Marc Pfaller vom beauftragten Ingenieurbüro, dass alternativ eine Hackschnitzelheizung möglich sei. Eine Probebohrung für die Geothermie sei in Auftrag gegeben, wegen des angrenzenden Wasserschutzgebiets könne man jedoch nur bis zu einer Tiefe von 60 Metern bohren. Normal sind sonst 80 bis 90 Meter.

Im Januar sollen die Kinder umziehen

Stemmen muss die Gemeinde Leinburg die Kosten nicht allein. Nach dem Abzug des Anteils, den die Kirche trägt, und der Förderung durch den Freistaat verbleiben rund 3,5 Millionen Euro. Man habe die Fördermöglichkeiten voll ausgereizt, sagt Ingenieur Marc Pfaller. Anfang Januar 2022 sollen die Kinder in das Interims-Containergebäude ziehen, zeitgleich beginnen an der Haimendorferstraße die Abbrucharbeiten. Der Neubau soll im Frühjahr starten, die Fertigstellung ist für Herbst 2023 geplant.

Parkplatz oder Bolzplatz?

Noch Klärungsbedarf gibt es in Bezug auf den Standort für das Interimsgebäude. Eigentlich war dafür der Parkplatz an der Diepersdorfer Schule gesetzt. Doch aufgrund des Gefälles hier würde allein der Unterbau rund 250 000 Euro kosten. „Wir würden diese Kosten gern sparen“, sagte Kraußer. Deshalb prüft man zurzeit noch einen anderen Standort, nämlich den Bolzplatz in der Scherau. Eine Entscheidung soll in den nächsten Tagen getroffen werden, denn die Zeit drängt. Wie teuer die (ebenfalls staatlich geförderte) Miete für die Container sein wird, steht noch nicht fest, da erst die Ausschreibung läuft. Billig wird es jedoch nicht, wie Marc Pfaller durchblicken ließ. Die Firmen seien extrem gut ausgelastet. Ein Kauf lohne sich trotzdem nicht.

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