Feier am Wochenende

Die Oase Hersbruck feiert 30-jähriges Bestehen

Die letzten Vorbereitungen für Hoffest und Flohmarkt laufen auf Hochtouren: Hanni Feldhoff (oben links), Thomas Maul (oben Mitte) und Arvid Feldhoff (unten rechts) mit einigen ihrer ehrenamtlichen Helfer. | Foto: A. Kopp2019/09/DSC_1445.jpeg

HERSBRUCK – Am 5. Oktober 1989 wurde die erste Kleidersammelstelle der Oase eröffnet. Schon zwei Monate später startete der erste Hilfstransport nach Rumänien. Den 30. Geburtstag möchte die Oase nun am kommenden Samstag, 28. September, mit einem Hoffest feiern. Die HZ sprach vorab mit Hanni und Arvid Feldhoff sowie Thomas Maul, aus der Hofmannschaft der Oase.

Die Oase – Hilfe für Menschen in Not wird 30 Jahre alt. Wie gestaltet sich die Feier?
Arvid Feldhoff: Im Grunde nach den Charakterzügen der Oase. Wir wollen miteinander feiern, zusammen lachen und Kaffee und Kuchen genießen. Es ist jeder eingeladen, der die Oase in den vergangenen 30 Jahren auf irgendeine Weise unterstützt und das Leben anderer bereichert hat. Willkommen sind aber auch die, die sich für die Oase und ihr Werk interessieren. Wer möchte, kann gerne auch Kuchen oder Salat mitbringen. Es soll ein „Hoffest der Begegnung“ werden, so wie unser Leben auf dem Hof eben auch ist.

Wie ist denn das Leben auf dem Hof der Oase?
Hanni Feldhoff: Wir sind ein buntes Team aus ehrenamtlichen Helfern, die sich zum Ziel gesetzt haben, das Leben derer, die es nicht so gut getroffen hat, ein kleines bisschen zu erleichtern. Wir erhalten keine öffentliche Unterstützung, sondern finanzieren uns nur aus Spenden. Jeder, der hier ist, ist aus Nächstenliebe hier, ob es die Lastwagenfahrer oder Verpacker sind. Das hier ist Gottes Werk und wir sind seine Werkzeuge.

Werkzeuge?
Thomas Maul: Ja, Werkzeuge. Die Oase ist mehr, als nur ein vollgepackter Hof mit Spenden und ausrangierter Kleidung oder Möbeln. Wir sind da, wenn jemand unsere Hilfe braucht. Egal, ob es sich dabei um Nachhilfe für Schulkinder, Arztbesuche oder einfach ein tröstendes Gespräch handelt – wir sind da, für unsere Deutschen und ausländischen Mitmenschen. Besonders unsere Hanni ist schon über die Grenzen Hersbrucks hinaus als „Mama Hanni“ für ihre Seelsorge bekannt.

Nur Spenden

Wie organisiert sich die Oase?
Hanni Feldhoff: Viel organisieren wir eigentlich nicht. Wir nehmen es, wie’s kommt. Neben einigen festen Mitarbeitern haben wir viele freiwillige Helfer. Jeder, der möchte, kann mitmachen. Wir finanzieren uns rein aus Spenden, von Sachspenden für Bedürftige bis hin zu Lastwagen oder Sprinter.
Maul: Die Lastwagen brauchen wir dringend für die Spendenfahrten wie nach Rumänien. Dort haben wir von Möbeln und Kleidung über Schuleinrichtungen und Zahnarztpraxen schon alles aufgebaut.
Hanni Feldhoff: In unserer Kleider-Oase in der Mühlstraße erhalten Bedürftige jeden Donnerstag von 9 bis 18 Uhr kostenfrei Kleidung. Auch unser Café, das von 9 bis 13 Uhr geöffnet hat, ist gut besucht und ermöglicht viele neue Begegnungen. Und am Sonntag, 29. September, findet ein Flohmarkt statt. Der gesamte Erlös fließt in die Oase, um Sprit oder Reparaturen an den Lastwagen zu finanzieren.

Die Oase ist also eine Anlaufstelle, für alle die Sachgüter oder Seelsorge brauchen, aber auch für die, die etwas zurückgeben wollen. Was ist ihr Wunsch für die Zukunft?
Arvid Feldhoff: Wir haben so gesehen keinen Masterplan, den wir erfüllen müssen. Unser Ziel ist es, den jungen Frauen, Männern und Familien, die hier Hilfe suchen, eine Perspektive zu geben und aufzuzeigen, welche Möglichkeiten ihnen offenstehen. Besonders jungen Migranten raten wir, ihre Zukunft in die Hand zu nehmen, Deutsch zu lernen, eine Ausbildung zu beginnen, selbstständig zu werden und in der Gesellschaft Fuß zu fassen. Langfristig ist es eigentlich unser Ziel, überflüssig zu werden.

Interview: Anna-Lena Kopp
Informationen über die Oase und ihre Projekte unter www.facebook.com/oasehilft/

N-Land Hersbrucker Zeitung
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