Stammsitz bleibt

„Die Kinderärzte Hersbruck“ tauschen Neuhaus gegen Pegnitz ein

„Die Kinderärzte Hersbruck“ sind ab April 2020 nicht mehr in Neuhaus, dafür aber in Pegnitz tätig. | Foto: A. Pickel2019/11/redwebP1110750.jpeg

HERSBRUCK/NEUHAUS – Die Gemeinschaftspraxis „Die Kinderärzte Hersbruck“ gibt ihre Filiale in Neuhaus auf und zieht nach Pegnitz um. Der Sitz in Hersbruck bleibt davon unberührt.

Bezugsfertig soll die Pegnitzer Praxis im April 2020 sein. Kurz vorher sperren die Kinderärzte ihre Filiale in Neuhaus zu. „Die Räumlichkeiten dort sind uns zu klein geworden“, sagt Heiner Müller Philipps Sohn. Er ist der dienstälteste Arzt der Gemeinschaftspraxis „Die Kinderärzte Hersbruck“ und seit 1992 dabei.

Dreimal pro Woche

Seit 2008 gibt es die Filiale in Neuhaus. Dreimal pro Woche waren „Die Kinderärzte Hersbruck“ dort für jeweils zwei Stunden vor Ort, um sich um kleine Patienten zu kümmern. In den vergangenen Jahren seien immer mehr Kinder aus dem Raum Pegnitz dazugekommen, erklärt Müller Philipps Sohn. Dort gibt es seit 2012 keinen eigenen Kinderarzt mehr.

Die räumlichen Kapazitäten in Neuhaus seien durch den Zulauf schnell ausgeschöpft gewesen. Schließlich waren „Die Kinderärzte“ für ihre Sprechzeiten hier nur in einer anderen Praxis untergeschlüpft. Für Müller Philipps Sohn und seine beiden Kolleginnen Dr. Melanie Adelhardt und Dr. Vera Schuster keine Dauerlösung. „Aber wir bedanken uns natürlich ganz herzlich für die jahrelange Gastfreundschaft in der Praxis Kiefer und Stift“, so die Ärzte.

Die neuen Räume in der Badstraße in Pegnitz waren schnell gefunden. „Das Gesundheitsthema liegt uns am Herzen“, sagt Vermieter Hans Glenk. Die Kinderarztpraxis passe gut zu dem Angebot, das es ein Haus weiter an der Badstraße 13 gibt: Im Neubau sind Reha Team und Zahnarzt untergebracht, auch dort ist Glenk der Vermieter.

Ohne Hürden

Die Kinderärzte werden das Erdgeschoss beziehen: eine Praxis mit vier Behandlungsräumen auf etwa 160 Quadratmetern. Bis es soweit ist, wird das seit zwei Jahren leer stehende Gebäude saniert. Die Kosten schätzt Glenk auf etwa 150 000 Euro, inklusive barrierefreiem Zugang. Für den Bereich hinter den Häusern denkt Glenk an einen Spielbereich mit Schaukel und Rutsche. „Das sind aber alles bislang Planungen“, sagt er.

„Die Kinderärzte Hersbruck“ freuen sich auf ihren neuen Wirkungsort. Sie wollen sich den Dienst in Pegnitz teilen. „Meine Kollegen und ich werden von Hersbruck mit dem Zug fahren“, sagt Müller Philipps Sohn. Jeder soll einen festen Tag in der Woche besetzen. An vier Tagen soll die Praxis für jeweils sechs Stunden geöffnet sein – deutlich mehr also als in Neuhaus. „Auch unser Leistungsspektrum können wir dort erweitern“, sagt Dr. Adelhardt.

Die Stadt Pegnitz kann sich damit nach über sieben Jahren wieder über eine kinderärztliche Versorgung freuen. Dr. Uwe Goering, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, hatte 2012 nach 33 Jahren seine Praxis in der Rosengasse aufgegeben. „Es gibt seit der Schließung der damaligen Praxis keine lautere und deutlichere Forderung aus der Elternschaft“, sagt Bürgermeister Uwe Raab.

Was den einen Bürgermeister freut, trifft den anderen. „Für uns ist es extrem schmerzhaft, wenn ein Baustein aus der ärztlichen Versorgung wegbricht“, sagt Josef Springer, Rathauschef in Neuhaus. Er hätte sich Gespräche im Vorfeld gewünscht, um den Kinderärzten Ersatzmöglichkeiten aufzeigen zu können.

Hersbrucker Praxis bleibt

Am Stammsitz der Kinderärzte in Hersbruck wird sich dagegen nichts ändern, verspricht Adelhardt. Die Praxis hier bleibe nach wie vor das ganze Jahr über geöffnet. Und auch für Heiner Müller Philipps Sohn, der sich langsam in den Ruhestand verabschieden möchte, ist ein Nachfolger bereits gefunden.

MARCEL STAUDT

N-Land Katja Bub
Katja Bub