Der ehemalige Kindergarten Brücke West in Lauf wurde saniert.

Die „Arche Noah“ sticht in See

Die Kinder nahmen nach der Feier gleich die Außenanlagen in Beschlag. | Foto: Buchner-Freiberger2019/07/einweihung-kita-arche-noah-aussenansicht.jpg

Lauf. Die anfänglich heftigen Diskussionen und Bedenken sind vergessen: Die sanierte und erweiterte Kindertagesstätte „Arche Noah“, ehemals Brücke West, konnte jetzt eingeweiht werden. Ein bisschen gedulden müssen sich Eltern, Kinder und Personal allerdings noch, denn der Betrieb in den neuen Räumen startet erst im September.

Die „Arche Noah“ ist der Ersatz für den Kindergarten „Unterm Regenbogen“ in der Luitpoldstraße. Nachdem der dortige Träger, die evangelische Kirchengemeinde, das Gebäude verkauft hatte, musste schnellstmöglich eine Alternative her. Die wurde letztlich nur einige hundert Meter weiter mit dem bis dato städtischen Kindergarten Brücke West gefunden. Die Stadt Lauf bot an, das Gebäude zu sanieren, im Gegenzug sollte die evangelische Kirchengemeinde die Trägerschaft übernehmen, was zunächst nicht bei allen Eltern auf Gegenliebe stieß.

Von den Querelen im Vorfeld war bei der Einweihungsfeier aber nichts mehr zu spüren. Schließlich haben Kinder und Personal für rund 1,8 Millionen Euro nun ein wirklich schönes Domizil bekommen. Der bisherige Altbau für drei Kindergartengruppen wurde von Grund auf saniert, außerdem wurde ein neuer Bereich für zwei Krippengruppen angebaut. Der Übergang allerdings ist fließend, einen Unterschied erkennt zumindest der Laie kaum mehr.

Küche ist Herzstück

Herzstück – und darauf ist man auf Seiten des Trägers und der Stadt Lauf besonders stolz – ist eine komplett ausgestattete Küche, in der eine Köchin täglich das Essen für die Kinder frisch zubereitet. Das Gebäude ist komplett barrierefrei, großer Wert wurde außerdem auf ökologisches Bauen gelegt.

Architekt Klaus Thiemann erläuterte bei der Einweihungsfeier, dass Räume geschaffen wurden, die völlig schadstofffrei sind. Die massiven Holzwände im Neubau sind unverleimt, eine Regenversickerungsanlage wurde eingebaut, die die Kläranlage entlastet, und als Ausgleich für die versiegelte Fläche wurde das Dach begrünt. Der energetische Standard sei sehr hoch, sagte Thiemann, man unterschreite die gültige Verordnung deutlich.

Die Hälfte kommt vom Freistaat

Bürgermeister Benedikt Bisping erinnerte an „viele nächtliche Diskussionen“ im Vorfeld, die sich aber gelohnt hätten. Mit gut 50 Prozent habe der Freistaat das Projekt bezuschusst, „nur noch“, wie Bisping sagte, denn für andere Neubauten im Kindergartenbereich habe es schon 80 Prozent Förderung gegeben.

Als einen „rettenden Beschluss“ bezeichnete Pfarrer Jan-Peter Hanstein die Idee für die Fusion und den Neubau, der im September von rund 100 Kindern mit Leben erfüllt werden soll. Sein Kollege Thomas Hoffmann trug, passend zum neuen Namen der Kita, die biblische Geschichte von Noah vor. Mit dem Dank an alle Verantwortlichen ging die Feier, die von den Kindern musikalisch mitgestaltet wurde, zu Ende.

N-Land Stefanie Buchner-Freiberger
Stefanie Buchner-Freiberger