Adipositas-Selbsthilfegruppe

„Dicke Freunde“ haben viele Aktionen gestartet

Gesund gekocht haben Nadya Nerdenyan (links) und ihre Mitstreiter mit Ernährungsexpertin Christine Platt (rechts).
Gesund gekocht haben Nadya Nerdenyan (links) und ihre Mitstreiter mit Ernährungsexpertin Christine Platt (rechts). | Foto: privat2019/08/9DCB40D3-3B78-4919-90B1-01D221EF88FE-411x548_2.jpg

HERSBRUCK – Adipositas bestimmt ihr Leben. Doch bei der Fettleibigkeit geht es um mehr als Essen. Daher ist die Selbsthilfegruppe „Dicke Freunde“ in den vergangenen Monaten in verschiedener Weise aktiv geworden.

Kurz nach dem einjährigen Bestehen ging es los, erzählt Gruppenchefin Nadya Nerdenyan. Beim gesunden Kochen mit AOK-Ernährungsexpertin Christine Platt haben die Teilnehmer alles selbst geschnippelt und zubereitet. Auf den Tisch kamen Smoothie, Gemüse und ein gesundes Tiramisu: „Das war statt mit Mascarpone mit Joghurt und Vanillepudding“, erinnert sich Nerdenyan. Nicht nur deshalb findet sie, dass es „ein sehr gelungener Abend“ war. Platt habe auch jede Menge Fragen beantwortet.

Richtig essen

Ebenfalls etwas zu kosten gab es bei Ökotrophologin Beate Birnbaum. Sie war extra aus Regensburg zu einem öffentlichen Vortrag nach Hersbruck gekommen und erklärte, was gut für den Darm sei. „Da waren viele Leute da“, freut sich Nerdenyan über den guten Zulauf.

Um Adipositas und die Folgeerkrankungen drehte es sich bei einem weiteren Gruppentreffen, so Nerdenyan: „Wir haben etwas über die internistischen Auswirkungen, Diabetes und Bewegungseinschränkungen gelernt.“ Dass man auch bei Letzteren sportlich aktiv sein kann, erfuhren die „dicken Freunde“ in einer Smovey-Stunde, berichtet sie.

Diese Zusatzangebote empfänden alle der mittlerweile 16 Mitglieder als eine Bereicherung, so Nerdenyan: „Wir suchen ja alle nach dem berühmten Schalter, der sich umlegt“ – und dazu brauche es viele Ansatzpunkte. Denn das Leben sei mehr als Essen: „Allein über ein Abnehmprogramm kann man keinen dauerhaften Erfolg haben.“

Kopf als Knackpunkt

Daher will Nerdenyan auch den psychologischen Aspekt aufgreifen. „Warum sind wir so, warum spielt Essen bei uns eine so große Rolle?“ – das wären die Fragen, die in einem öffentlichen Vortrag zur Sprache kommen könnten, überlegt sie. Sie weiß: Abnehmen beginnt im Kopf. „Aber Hilfe bei Psychologen hier ist Mangelware.“ Der Grund: lange Wartezeiten.

Die umtriebige Frau hat noch mehr Pläne: ein Kleiderbasar für Second-Hand- und Neuwaren. „In Übergrößen bekommt man aus zweiter Hand nichts.“ Und einen Physiotherapeuten würde sie gerne einladen. „Der kann uns zeigen, wie man mit einfachen Mitteln wie Stuhl oder Terra-Band Bewegung in den Alltag einbauen kann.“

Eines betont sie aber: „Trotz aller Aktionen, die wir brauchen, um uns weiterzuentwickeln – das Gespräch miteinander steht im Fokus.“ Daher trifft sich die Gruppe nun neben dem ersten Mittwoch im Monat auch am dritten.

N-Land Andrea Pitsch
Andrea Pitsch