Tagung der Kommandanten

Brandgefährliches Jahr für die Feuerwehren

Brände hielten die heimischen Feuerwehren heuer auf Trab: In Hersbruck löschten Retter aus vielen Orten einen Brand in einer Autowerkstatt beim Bahnhof links. | Foto: J. Ruppert2019/12/DienstV-FFW.jpeg

HERSBRUCKER SCHWEIZ – Von der Autowerkstatt über Kamine bis sogar zu einem Bagger war alles dabei, was in Flammen stehen kann, und dazu kamen viele Waldbrände: Zum Löschen mussten die heimischen Feuerwehren heuer 260 Mal ausrücken, berichtete Kreisbrandinspektor Holger Herrmann bei der Tagung der Kommandanten.

2019 haben die Feuerwehrleute im Altlandkreis Hersbruck und Neuhaus schon über 1000 Alarmierungen bewältigt. Zwar ging die Zahl der technischen Hilfeleistungen – dazu gehören zum Beispiel Autounfälle oder die Beseitigung von Sturmschäden – zurück. Dafür nahm vor allem die Zahl der Waldbrände besorgniserregend zu. Von April bis August waren Feuerwehren teils mehrfach an einem Tag im Einsatz, um Flammen auf oft über 1000 Quadratmeter großen Flächen zu bekämpfen, und das in teils unwegsamen, schwer zugänglichen Steillagen.

Im Feuer und Schnee

Mit einem Blick in die Statistik zeigte Holger Herrmann die Belastungen der ehrenamtlichen Helfer: 2017 gab es „nur“ knapp über 100 Brandeinsätze, nun das zweieinhalbfache. „Das Jahr der Extreme“ hatte für ihn und seine Mitstreiter bereits ungewöhnlich begonnen. Mehrere Kontingente aus dem Nürnberger Land fuhren in den Berchtesgadener Raum und halfen bei der dortigen Schneekatastrophe.

Holger Herrmann dankte allen Kommandanten und ihren Mannschaften auch für die vielen Zusatzausbildungen. Besonders lobte er Barbara Winter von der Feuerwehr Alfalter und Bernd Wild (FF Offenhausen), die einen zweiwöchigen Zugführerlehrgang besucht haben. Als „spitzenmäßig“ bezeichnete der Kreisbrandinspektor den Personalstand mit rund 1850 Aktiven, davon etwa 250 Jugendliche. Lediglich die „Frauenquote“ sei noch verbesserungsfähig. Der „Fuhrpark“ umfasst 73 Fahrzeuge und 50 Anhänger.

Kreisbrandinspektor Bernd Haslinger eröffnete die Berichte der Fachbereiche mit Infos über das Funkwesen. Die digitale Alarmierung soll im dritten Quartal 2020 beginnen. Die Sirenen sollen am Land für die Bevölkerung und die Feuerwehrleute beibehalten werden. Ein erfreuliches Interesse an der Truppmannausbildung 
mit gleich zwölf Lehrgängen 
durfte Kreisbrandmeister Wolfgang Werthner verzeichnen.

Trotz vieler Übertritte in den Erwachsenenbereich bleiben die Jugendzahlen stabil, freute sich Kreisbrandmeister Thorsten Brunner. 29 Wehren des Dienstbezirks machen Nachwuchsarbeit. Im Kommen sind die Kinderfeuerwehren. Die überörtlichen Aktivitäten reichen vom Zeltlager bis zur Abnahme des Abzeichens Jugendflamme. Für 2020 bietet Thorsten Brunner Schaumausbildungen an.

Holger Herrmann gratulierte den neu und wieder gewählten Kommandanten: Rudolf Raczek und Johannes Czelhan (FF Förrenbach), Sebastian Lett und Norbert Gußner von der FF Hubmersberg, Markus Binker und Nicolas Zeltner aus Oberkrumbach, Stefan Loos und Armin Löhner-Hoffmann (FF Großviehberg), Manuel Waitz (Unterkrumbach und Michael Steinlein von der FF Alfalter. Die Feuerwehren Happurg (19. bis 21. Juni) und Ottensoos (8. bis 10. Mai) feiern 2020 jeweils ihr „150-Jähriges“, gab der Kreisbrandinspektor bekannt.

Übung in Zugstärke

Holger Herrmann und Kreisbrandmeister Kay Marienfeld haben den neuen Leistungswettbewerb „Kritischer Wohnungsbrand“ ausgearbeitet. Dabei geht es um ein Feuer im zweiten Stock eines höheren Gebäudes. Aufgaben sind Personenrettung und Löschen durch eine Einheit in Zugstärke. Neben Technik und Taktik geht es auch um den Faktor Zeit.

Hier geht es zu unserer Blaulichtkarte

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren