Zufriedenheit nach dem ersten Tag

Biontech in der Kaffeepause

Die Malteser leiten die Impf-Außenstelle in Altdorf. Mit der Unterstützung mehrerer Betriebsärzte kommen dort nun auch Mitarbeiter unterschiedlich großer Unternehmen an die Reihe. | Foto: Archiv2021/06/NL-Mobiles-Impfteam.jpg

ALTDORF – Seit gestern impfen in Altdorf Betriebsärzte größerer Unternehmen die Mitarbeiter kleinerer Firmen mit. Ob das Pilotprojekt fortgeführt wird, soll sich in den kommenden Tagen entscheiden.

Im Wartebereich der Impfzentrum-Außenstelle warten Menschen geduldig auf den Pieks. Unter ihnen sind Friseure und Gastronomen ebenso wie Mitarbeiter eines großen Produzenten aus der Elektronikbranche. Seit Mittwoch haben Unternehmen die Möglichkeit, ihre Mitarbeiter in die Zweifachhalle nach Altdorf zu schicken. Von Mittwoch bis Freitag findet das dreitägige Pilot-Projekt der Malteser, des Roten Kreuzes, der IHK in Zusammenarbeit mit dem Landkreis statt.

Johannes Bisping von der IHK erklärt: „Wir haben gesehen, dass die Organisation und Ausführung der Impfungen für viele Betriebe unlösbar ist.“ Kleineren und größeren Unternehmen fehle es an Räumlichkeiten, Infrastruktur oder medizinischem Personal. „Wir haben hier alles vor Ort und Mitarbeiter der Malteser, die sowieso im Thema sind“, sagt Bisping. Einer dieser Mitarbeiter ist Mark Lavery. Er ist Verwaltungsleitung der Malteser und führt das Projekt vor Ort: „Die Arbeit hier erfordert Flexibilität. Es gibt täglich Neuerungen, auf die man eingehen muss.“ Bisping und Lavery organisierten mit anderen Beteiligten das Projekt in kürzester Zeit. Denn dass es Mittwoch starten konnte, stand erst seit Montag fest. „Die letzten zwei Tage haben wir viele Stunden geplant und koordiniert. Die Idee hatten wir aber schon länger“, sagt Bisping.

Drei Ärzte im Einsatz

Kurzfristig konnte mit Hilfe der Apotheken mehr Impfstoff beschafft und durch die Teilnahme der Betriebsärzte das Impfen begonnen werden. Während einer dreitägigen Pilot-Phase arbeiten drei Betriebsärzte aus verschiedenen Firmen in der Impfzentrum-Außenstelle in Altdorf. „Sie impfen vor allem Mitarbeiter des eigenen Betriebes, aber auch Beschäftigte kleinerer Firmen“, sagt Bisping.

Die Arbeit des Impfzentrums läuft parallel unabhängig weiter. Bürger und Mitarbeiter nutzen den gleichen Eingang, sitzen im gleichen Wartebereich. Die Prozesse im Hintergrund laufen aber getrennt. Andere Ärzte, andere Abrechnung, extra zugeteilter Impfstoff. „Manches ist bis heute noch nicht final geklärt. Zum Beispiel bei der Abrechnung. Die Unternehmen sind da teilweise in Vorleistung gegangen“, sagt Bisping. Nach den drei Tagen wollen die Organisatoren die Erfahrungen auswerten. „Wir setzen uns zusammen und hoffentlich können wir direkt ein Angebot erarbeiten und unsere Arbeit hier fortführen.“ Lavery stimmt zu: „Es ist ein Pilot-Projekt. Wir haben abgehoben und wir werden sehen, wo wir landen.

Der erste Tag verlief positiv und die Organisatoren schauen optimistisch in die kommende Woche. Dann wollen sie Unternehmen konkrete Ansprechpartner nennen. Ihr Ziel: mehr Betrieben, mehr Menschen ein Impfangebot machen.

Eingeschränktes Impfangebot

Wie schwierig das ist, zeigt der Fall eines 83-jährigen Rentners aus Altdorf. Er erhielt Ende März seine erste Astra Zeneca-Impfdosis im Impfzentrum in Röthenbach. Für seine zweite wollte er nach Altdorf. Denn aufgrund seiner Schwerbehinderung kann er inzwischen nicht mehr selbstständig nach Röthenbach fahren. Da Astra Zeneca in der Außenstelle nicht verfügbar ist, muss er trotzdem nach Röthenbach. Ihn ärgert dabei vor allem, dass bei der Planung der Impfungen die eingeschränkte Mobilität der älteren Bevölkerung nicht ausreichend berücksichtigt worden sei.

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