Polizei warnt vor neuer Variante des „CEO-Frauds“

Betrüger nehmen Vereine ins Visier

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NÜRNBERGER LAND — Nach Angaben der oberfränkischen Polizei versuchen sich auf „CEO-Fraud“ spezialisierte Betrüger nicht mehr nur an Wirtschafts- und Handwerksbetrieben. Sie nehmen inzwischen auch gezielt Vereine, Parteien und Verbände ins Visier.

Mit der sogenannten Chef-Betrugsmasche, dem „CEO-Fraud“, haben bislang Unbekannte nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberfranken etliche tausend Euro vom Kreisverband einer Partei in Bamberg ergaunert. Mitte März überwies der verantwortliche Kassier diese Summe nach einer E-Mail, die vermeintlich vom Vorsitzenden kam, auf ein ausländisches Konto.

Die ermittelnden Beamten des Kommissariats Cybercrime bei der Kripo Bamberg stellten fest, dass der Absender gefälscht war und dass derzeit bayernweit zahlreiche Vereine, Parteien oder Verbände in gleicher Art und Weise angeschrieben werden.

Beim „CEO-Fraud“, der bisher nur Unternehmen betraf, geben sich die Betrüger in der Regel als Vorgesetzte aus. Sie nutzen dafür Informationen, die auf Internetseiten frei verfügbar sind.

Die Polizei rät unter anderem, interne Kontrollmechanismen wie etwa das Vier-Augen-Prinzip zu installieren. Vor größeren Transaktionen sollten Verantwortliche per Rückruf oder schriftlich nachfragen, bevor sie diese tätigen. Verschlüsselte E-Mails seien ebenso sinnvoll. Vereine und Verbände sollten überprüfen, welche Informationen auf ihren Webseiten öffentlich einsehbar sind.

N-Land Andreas Sichelstiel
Andreas Sichelstiel