Bauwerk bei Ottensoos kostet 14,4 Millionen

B14-Brücke: Viel Geld für weniger Unfälle

Politiker und Mitarbeiter des Staatlichen Bauamts bei der offiziellen Eröffnung des höhenfreien Knotenpunkts bei Ottensoos. Im Hintergrund verläuft die B14 auf einer Brücke über einen Kreisverkehr. | Foto: Kirchmayer2018/11/B14-Einweihung-Bauer-Eisgruber-und-Co.jpg

OTTENSOOS — Landrat Armin Kroder, der mittelfränkische Regierungspräsident Thomas Bauer und Andreas Eisgruber vom Staatlichen Bauamt Nürnberg haben den „höhenfreien Knotenpunkt“ der B 14 bei Ottensoos am gestrigen Freitag offiziell für den Verkehr freigegeben. Begleitet wurde der Akt von Protesten des Bund Naturschutz (BN) Nürnberger Land gegen das Bauwerk.

„So sieht Betonflut aus“, steht auf einem der Banner und Plakate, das die rund zwei Dutzend Demons­tranten mitgebracht haben. Der Protest kommt zu spät, das 14,4-Millionen-Projekt steht längst. Die B 14 läuft seit Mitte Oktober auf einer Brücke am Gewerbegebiet Bräunleinsberg vorbei. Darunter führt ein Kreisverkehr, der unter anderem Ottensoos und das Gewerbegebiet verbindet. Zudem gibt es einen Weg für landwirtschaftliche Fahrzeuge und einen Radweg. Die Demonstranten versuchten, die Reden zur Einweihung des Bauwerks so laut wie möglich mit Trommeln, Tröten und Trillerpfeifen zu stören.

Der mittelfränkische Regierungspräsident Thomas Bauer ging auf die Demonstranten ein. Er erinnerte daran, dass 2013 ein Planfeststellungsverfahren durchgeführt wurde. Der BN hatte damals den Ausbau der B 14 in der geplanten Form abgelehnt. Es habe eine Abwägung zwischen Naturschutz und Verkehrssicherheit gegeben, so Bauer. Für die rund drei Hektar Fläche, die für die Arbeiten versiegelt wurden, gebe es rund 2,2 Hektar Ausgleichsflächen. Mehr als staatlich gefordert, sagte Bauer.

Geld ist „gut investiert“

Auch die Kosten sprach der Regierungspräsident an. Von den 14,4 Millionen Euro bezahlt der Bund mit 10,9 Euro den Löwenanteil. Bayern beteiligt sich mit etwa 1,8 Millionen Euro, der Rest kommt vom Landkreis. „Geld zur Verfügung gestellt haben wir alle als Steuerzahler“, so der Regierungspräsident, der sich bei der Bundestagsabgeordneten Katja Hessel (FDP) und dem Landtagsabgeordneten Norbert Dünkel (CSU) für die Beteiligung bedankte. Das Geld sei „gut investiert“.

Er erinnerte an die Gründe für das Projekt: Weil es an der Stelle häufig zu Unfällen kam, wurde 2006 eine Ampel am Bräunleinsberg installiert. Das führte wiederum zu sehr langen Wartezeiten für Autofahrer, die auf die B 14 abbiegen oder diese überqueren wollten. Der „höhenfreie Knotenpunkt“ soll nun gleichzeitig fließenden Verkehr und weniger Unfälle gewährleisten.

Strecke „extrem belastet“

Armin Kroder, Landrat des Nürnberger Landes und neuer Bezirkstagspräsident, betonte, die B14 sei „schon immer extrem belastet“. Die Bundesstraße sei deshalb auch gefährlich für Verkehrs­teilnehmer. Den höhenfreien Knotenpunkt bezeichnete er als „gelungenes Werk“. Sicherheit und guten Verkehrsfluss zu gewährleisten, sei an dieser Stelle eine Herausforderung. Erfreut äußerte sich Kroder über die Bauzeit und die Kosten.

Diese waren zum Zeitpunkt des Baugenehmigungsverfahrens im Sommer 2013 noch auf rund zehn Millionen Euro geschätzt worden. Auf Nachfrage der Pegnitz-Zeitung verteidigten Bauer und Baudirektor Andreas Eisgruber vom Staatlichen Bauamt Nürnberg die Kostenerhöhung. Es gebe im Bausektor generell steigende Preise. Zudem seien die ursprünglichen Planungen nicht zu halten gewesen. In Bezug auf die Schätzung vom Frühjahr 2017 – damals war von rund 13 Millionen Euro die Rede – sei man im Rahmen geblieben.

„Besserer Verkehrsfluss“

Mit dem Ergebnis sind die Planer zufrieden. Eisgruber spricht von einem „besseren Verkehrsfluss“, Bauer ergänzt, „die Staus sind weg“. Dass es künftig zu weniger Unfällen kommen wird, davon ist Edwin Düthorn, stellvertretender Leiter der Laufer Polizeiinspektion überzeugt. Eie Verkehrsführung sei vereinfacht.

Wenig Verständnis äußerte Regierungspräsident Bauer im PZ-Gespräch für den Bund Naturschutz. Der Protest gegen das Bauwerk sei 2013 grundsätzlicher Art gewesen, also „kein zielführender Einwand“. Die Pegnitz-Zeitung hatte Anfang Juni 2013 eine Skizze der Planung gezeigt und getitelt „B14: Einsprüche nur bis 15. Juli“. Nach Angaben des Staatlichen Bauamts hat sich die Kritik aus der Bevölkerung an den Plänen damals aber stark in Grenzen gehalten.
Die Neunkirchener Bürgermeisterin Martina Baumann hat dafür eine Erklärung: Erst wenn die ersten Bäume für so ein Projekt gefällt werden, würden die Bürger wach.

Dabei seien die Pläne 2013 kein Geheimnis gewesen. „Man müsste schon etwas abholzen, während man plant, damit die Bürger merken, dass sich etwas ändert“, sagt Baumann mit deutlich sarkastischem Unterton. Die Bürgermeisterin steht dem Bauwerk pragmatisch gegenüber. Sie sei weder Verfechterin noch Gegnerin. Die Bahnhofstraße in Neunkirchen werde nun entlastet, das sei ein Vorteil für den Ort.

25 000 Fahrzeuge täglich

„Der Wahnsinn ist nicht das Bauwerk, sondern der Verkehr“, sagt ihr Ottensooser Kollege Klaus Falk. Rund 25 000 Fahrzeuge sind täglich nach Angaben des Staatlichen Bauamts an diesem Knotenpunkt unterwegs, davon 22 000 auf der B14. Das sind nach Behördenangaben etwa doppelt so viele wie durchschnittlich auf einer Bundesstraße. „Jeder sollte sich an die eigene Nase fassen“, sagt Falk. Zum Verkehr trügen schließlich alle bei.

N-Land Andreas Kirchmayer
Andreas Kirchmayer