Bauausschuss

Ärztehaus im Hersbrucker Posthofareal

Wo sich derzeit noch in Hersbrucks Zentrum Posthof-Parkplatz und die ehemalige Fundgrube befinden, möchte der Projektentwickler Maisel ein Ärztehaus bauen. | Foto: J. Ruppert2019/07/BA2.jpeg

HERSBRUCK – Das neue Ärztehaus im Posthofareal hat die erste Hürde genommen. Der Bauausschuss des Hersbrucker Stadtrates stimmte Änderungen im Bebauungsplan zu. Zu dem Projekt legte die Hohenstädter Firma Maisel Entwürfe vor. „Es dient der ambulanten Versorgung“, sagte Bürgermeister Robert Ilg. Die Tür für stationäre Betten ist offen gelassen. „Diese Idee steckt noch in den Kinderschuhen“, dämpfte der Rathauschef die Erwartungen.

Stadtbaumeister Lothar Grimm erinnerte an das Hotelvorhaben vom Jahr 2016 an gleicher Stelle, das sich nicht verwirklichen ließ. Den Parkplatz Posthof und die seit langem leer stehende Fundgrube bestehen immer noch. Nun sollen bis zu acht Arztpraxen in den oberen Etagen entstehen. Unten im Erdgeschoss sind Läden, eine Apotheke oder vielleicht auch ein Café vorgesehen. Anders als beim Hotel möchte die Firma Maisel die Lücke zum Bürgerbüro mit einem schmalen Verbindungstrakt ab dem ersten Stockwerk aufwärts schließen.

„Ich freue mich, wenn die jetzige Brache beseitigt ist“, sagte Lothar Grimm. Bekanntlich gibt es den Vorschlag, dass Hersbruck ein intersektorales Gesundheitszentrum (IGZ) bekommt. Die dazu notwendige Bettenstation kann im Dachgeschoss des Bürgerbüros einen Platz finden. „Das Projekt belebt die Innenstadt“, wies Robert Ilg auf ein weiteres Plus des Projekts hin.

Kein Ersatz

Irmgard Raum fand die Architektur ansprechend. Sie und Marcus Seitz nannten das Konzept aber auch „kein Ersatz für das Krankenhaus“, wobei Irmgard Raum noch anfügte, es sei „ein richtiger Schritt“. Die Stadträtin erkundigte sich nach den Parkplätzen. Lothar Grimm präsentierte eine ungewöhnliche Möglichkeit: die Tiefgarage gleich gegenüber.

Marcus Seitz kritisierte, dass die Gebäudegröße den jetzt möglichen Blick auf den Rathausturm von der Poststraße aus versperren wird. Außerdem zeigte er sich wenig erfreut, dass für das Ärztehaus eine Linde mit großer Baumkrone gefällt werden muss, die „Stadtmauerflucht“ nicht beachtet und keine komplette Infrastruktur geplant ist. „Die Blickwinkel verändern sich“, bestätigte Robert Ilg und stellte noch einmal unmissverständlich klar: „Das Projekt hat nichts mit dem schmerzlichen Verlust unseres Krankenhauses zu tun.“ Der eventuelle stationäre Betrieb mit sechs bis 14 Betten muss mit den Ärzten besprochen werden.

„Ein IGZ wäre ein kleines Trostpflaster“, sagte Claudia Häffner, denn schon sind Hersbrucker Mediziner nach Lauf abgewandert. Sie forderte außerdem eine Lösung für die ambulante chirurgisch-orthopädische im Krankenhaus, die einen OP-Saal braucht.

Und das Hotel?

Auf Nachfrage von Holger Herrmann bestätigte Robert Ilg, dass die Post für Zulieferer anfahrbar bleibt. Wenn alles klappt, hofft Lothar Grimm für das Gebäude im Oktober auf Baureife. Irmgard Raum erkundigte sich noch nach den Hotelplänen (im Sparkassengebäude). „Die Gespräche mit allen Beteiligten laufen, und ich bin vorsichtig optimistisch“, antwortete Robert Ilg.

N-Land Jürgen Ruppert
Jürgen Ruppert