Amphibien wandern schon jetzt

Achtung, Frösche auf der Straße!

Diese zwei Frösche leben – wie viele ihrer Kollegen derzeit – gefährlich. | Foto: Herbert Stadelmann2017/03/Froesche.jpeg

HERSBRUCKER SCHWEIZ – Die milderen Temperaturen und Regenfälle locken Kröten, Frösche und Molche bereits jetzt aus den Winterquartieren. Rund 6000 freiwillige Helfer des Bund Naturschutz (BN) beginnen daher mit dem Aufbau von Amphibienzäunen an Straßen, lässt der Bund Naturschutz in einer Mitteilung wissen. Das rette jährlich 500 000 bis 700 000 Amphibien das Leben. Der BN bittet Autofahrer um erhöhte Aufmerksamkeit.

Mit den ersten warmen Tagen und frostfreien Nächten machen die Amphibien sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Vor allem in den Abend- und Nachtstunden überqueren sie dann scharenweise die Straßen. Deshalb sind bereits jetzt und in den nächsten Wochen wieder die ehrenamtlich Aktiven des Bund Naturschutz an Straßenrändern unterwegs, bauen Amphibienzäune auf und bringen die eingesammelten Tiere sicher auf die andere Straßenseite. So auch an verschiedenen Straßenabschnitten im Landkreis Nürnberger Land, schreibt der BN.

Der Klimawandel mit milderen und kürzeren Wintern führt dazu, dass diese Arbeiten immer früher im Jahr beginnen müssen, während das Sammel-Ende gleich bleibt. Damit steigt der Betreuungsaufwand oft enorm. „Während der Krötenzaun an den Weihern in der Fuchsau in Altensittenbach in den vergangenen Jahren erst Ende oder Mitte März aufgebaut wurde, war es in diesem Jahr bereits Anfang März nötig“, berichtet Heide Frobel, die diesen Einsatz dort seit 2010 koordiniert und zusammen mit anderen freiwilligen Helfern jährlich mehr als 2000 Erdkröten, Grasfrösche und drei der heimischen Molcharten gerettet hat.

„Mit rund 6000 Helfern ist die Rettung unserer Amphibien die größte Tier- und Artenschutzaktion Bayerns“, so Kai Frobel, Artenschutzreferent des BN. „Dennoch gibt es immer wieder Strecken, die aus Mangel an freiwilligen Helfern nicht betreut werden können. Jede Hilfe ist nötig!“

Helfer beim Einsammeln
Daher bittet der BN alle Autofahrer in den kommenden Wochen um besondere Vorsicht und Rücksichtnahme: Sie sollten die Geschwindigkeitsbegrenzungen und Warnschilder an den Amphibienschutzzäunen beachten. Wo Helfer die Tiere am Straßenrand einsammeln, ist ebenfalls Vorsicht geboten, wünscht sich der BN.

Der BN bittet zudem um Mithilfe: Wer eine Stelle entdeckt, an der viele Amphibien überfahren wurden und an der kein Schutzzaun errichtet ist oder wer mithelfen möchte, der schreibt eine Mail an amphibien@bund-naturschutz.de.

N-Land Hersbrucker Zeitung
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