Mit der Lizenz für die 2. Bundesliga

Vier kommen, vier gehen

Die Altdorfer Erfolgsmannschaft aus der vergangenen Saison wird in der bevorstehenden Zweitliga-Spielzeit ein anderes Gesicht tragen. Annemarie Böhm (links) wird künftig kürzertreten. | Foto: Daniel Frasch2020/07/Altdorf-TV-Annemarrie-Boehm-Jubel-scaled.jpg

ALTDORF – Nach der Drittliga-Meisterschaft erhalten die Volleyballerinnen des TV Altdorf die Lizenz für die 2. Bundesliga. Trainer Milan Dörnhöfer muss nun eine schlagkräftige Truppe auf die Beine stellen – und dabei Rückschläge verkraften.

Annehmen, stellen, schmettern – Jubel. Wie simpel ein erfolgreiches Volleyballspiel aussehen kann, haben die Damen des TV Altdorf in der vergangenen Spielzeit in schöner Regelmäßigkeit bewiesen. In beeindruckender Art und Weise hatten sich die Volleyballerinnen den Meistertitel der 3. Liga gesichert, mit 13 Siegen aus 15 Partien spielten sie eine famose Saison, die mit der Berechtigung zum Aufstieg in die 2. Volleyball-Bundesliga endete. Lange Zeit war jedoch nicht klar, ob die Wallensteinstädter diesen Aufstieg auch tatsächlich werden realisieren können.

Denn der Sprung in die zweithöchste deutsche Spielklasse bringt auch höhere Ansprüche an den Verein mit sich – sowohl sportlich als auch finanziell. Zwischen 40 000 und 50 000 Euro mussten die Altdorfer an Etat aufbringen, um beim Lizenzierungsverfahren des deutschen Volleyball-Verbandes überhaupt bestehen zu können. Die Suche nach weiteren Sponsoren gestaltete sich nicht zuletzt aufgrund der Corona-Pandemie schwierig: „Wir stehen mit potenziellen Sponsoren in Kontakt. Doch die Pandemie grätscht uns natürlich dazwischen, denn viele Unternehmen wollen und können in der aktuellen Situation ganz einfach kein Budget für Sponsoring freigeben“, sagte Altdorfs Meistertrainer Milan Dörnhöfer bereits vor einigen Wochen.

Crowdfunding und neue Sponsoren

Um den Traum von der Zweitklassigkeit dennoch nicht begraben zu müssen, starteten die Volleyballerinnen eine Crowdfunding-Aktion. Das Ziel: Durch die Beteiligung vieler sollten mindestens 10 000 Euro zusammen kommen. Geld, das dann in die finanzielle Planung des Vereins fließen und ein wichtiger Baustein des Projekts 2. Bundesliga sein sollte. Bereits nach wenigen Tagen waren jene 10 000 Euro erreicht, in den folgenden Tagen kamen nochmal weitere 3400 Euro dazu. Unterm Strich freuten sich die Altdorfer somit über mehr als ein Viertel der nötigen Summe. „Ein sensationelles Ergebnis“, bedankte sich Annemarie Böhm, seit 16 Jahren beim TVA aktiv, bei allen Unterstützern.

Das fehlende Geld trieb Altdorf durch alte und neue Sponsoren auf. „Wir konnten die Zusammenarbeit mit den bisherigen Sponsoren aufrechterhalten und auch neue Sponsoren hinzugewinnen. Auch die Unterstützung der Stadt Altdorf mit dem neuen Bürgermeister Martin Tabor hat uns dabei geholfen“, erklärt Dörnhöfer. Um wen genau es sich bei neuen Gönnern handelt, soll in den kommenden Tagen verkündet werden. Fakt ist bereits jetzt: Die Lizenz ist gesichert, der Rückhalt in der Gesellschaft riesig. Die Stadt Altdorf und ihr Umland hat große Lust auf das Abenteuer 2. Bundesliga.

Drei Verstärkungen sind bereits fix

Soll die kommende Spielzeit, die für den TV Altdorf am 19. September mit dem Heimspiel gegen Bad Soden starten wird, allerdings nicht nur ein kurzer Ausflug werden, muss die Mannschaft zumindest punktuell verstärkt werden. Trainer Dörnhöfer war in den vergangenen Wochen alles andere als untätig: Bereits jetzt kann er drei Verstärkungen verkünden, die ab September das Altdorfer Trikot tragen werden. Auf der Diagonalposition kommt vom Bayernligisten SGS Erlangen Volleyball Magdalena Zerelles, auf der Mitte-Position wechselt Sandra Ullrich von den N.H- Young Volleys Neudrossenfeld nach Altdorf.

„Eine der stärksten Angreiferinnen“

Dörnhöfers Königstransfer ist jedoch die Verpflichtung von Juliane Flesser vom ehemaligen Drittligakonkurrenten TV Fürth 1860. „Sie war in der vergangenen Saison eine der stärksten Angreiferinnen der 3. Liga“, beschreibt der Altdorfer Coach ihr Potenzial. Der sechste Platz, auf dem die Fürther die vergangene, vorzeitig abgebrochene Drittligasaison beendet haben, war auch ein Verdienst der Außenangreiferin.
Wir wollten unseren Kader im Vergleich zur vergangenen Spielzeit breiter aufstellen“, erklärt Dörnhöfer und ergänzt: „Wenn wir unser Niveau aus der Vorsaison erreichen und dieses als Basis hernehmen können, dann trau ich dieser Mannschaft definitiv zu, zweitligatauglich zu sein.“ Eine weitere Neuverpflichtung soll im Bereich des Mittelblocks noch folgen. Nicht nur auf dem Feld, auch am Spielfeldrand gibt es Veränderungen.

Die bisherige Co-Trainerin Christina Kosikowski kehrt zurück in die Mannschaft und soll in der kommenden Saison als Zuspielerin fungieren. Die dadurch vakant gewordene Rolle des Co-Trainers übernimmt ein alter Bekannter aus Dörnhöfers Zeit in Neudrossenfeld: Hannes Willmer. „Er hat richtig Lust auf diese Aufgabe in Altdorf und natürlich reizt ihn auch die Möglichkeit, in der 2. Liga Erfahrungen zu sammeln“, sagt der TVA-Trainer über seinen neuen Assistenten an der Seitenlinie.

Wichtige Stützen brechen weg

Doch die Altdorfer müssen personell auch einige herbe Rückschläge hinnehmen: So wird Annemarie Böhm künftig die Rolle des Teammanagers übernehmen und der Mannschaft nur noch sporadisch zur Verfügung stehen. Aushelfen, wenn der Kader verletzungsbedingt ausgedünnt ist, lautet das Motto. Auch Lara Krasser wird vorerst nur auf der Tribüne Platz nehmen können. Nach ihrer schweren Knieverletzung gegen Ende der vergangenen Saison erwartet die 30-Jährige im August ihr zweites Kind. „Sie wird uns damit frühestens zur Rückrunde wieder zur Verfügung stehen“, befürchtet ihr Trainer. Jede Menge Erfahrung also, die den Walleinsteinstädtern damit abgehen wird. Die 18-jährige Lena Meier, die in der vergangenen Saison zumeist von der Bank kam, kehrt zum SV Hahnbach zurück, Diana Ittlinger, die kaum zum Einsatz kam, wechselt nach München.

Herber Verlust: Lara Krasser wird den Altdorfern vorerst nicht mehr zur Verfügung stehen. Foto: Daniel Frasch2020/07/Altdorf-TV-2.-Liga-Lara-Krasser.jpg

Seit vergangener Woche befinden sich Altdorfs beste Volleyballerinnen wieder in der Vorbereitung auf das Unterfangen Klassenerhalt, vier Mal pro Woche bittet das neue Trainer-Duo Milan Dörnhöfer und Hannes Willmer die Mädels aktuell zum Training. Als einzige Damen-Mannschaft in der 2. Bundesliga vertreten sie dabei den Raum Nordbayern. Ein Alleinstellungsmerkmal, das zusätzlich Ansporn und jede Menge Motivation für eine erfolgreiche Spielzeit ist.

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