Erfolg für Zweitliga-Männer

Schwaiger Volleyballer stürzen den Spitzenreiter

Die Schwaiger – hier der spätere „MVP“ Perica Stanic im Angriff – ließen Gastgeber Mainz keine Chance. | Foto: PZ-Archiv/G. Santemiz2019/02/Volleyball_SV-Schwaig_TGM-Mainz-61-Stanic-Freiwald-bea.jpg

MAINZ/SCHWAIG — Die Zweitliga-Volleyballer des SV Schwaig setzen ein Ausrufezeichen: Unerwartet siegen die Franken mit einem glasklaren 3:0 (25:18, 25:23, 25:15) bei Tabellenführer TGM Mainz-Gonsenheim. Die Domstadt scheint ein gutes Pflaster für den SVS: Auch in der vergangenen Saison gewann der SVS dort ohne Satzverlust.
Noch am Morgen danach werden sich die Beteiligten die Augen gerieben haben: Dem hohen Favoriten ein Bein zu stellen, daran müssen die Mannen von SVS-Coach Milan Maric schon vor dem Spiel geglaubt haben. Im Nachhinein scheint es kaum denkbar. Die Mainzer ihrerseits, die am Wochenende zuvor bereits gegen Gotha mit 2:3 in eigener Halle unterlagen, werden ihre neuerliche Heimniederlage – vor 80 Zuschauern – als starken Weckruf empfinden.
Der SVS hingegen feiert seinen achten Sieg in Folge (im bis dato kürzesten Auswärtsspiel der Saison): Gerademal 66 Minuten benötigten die Schwaiger für die faustdicke Überraschung. Damit schafft der SVS einen Vereins-Allzeit-Spitzenwert: Selbst in der bisherigen Rekordsaison 2014/15 gelangen „nur“ sieben Siege in der Serie (davon sechs zu Hause).

Es lief von Anfang an rund

Schon im ersten Satz konnte sich der SVS schnell absetzen. Den jedes Mal bestens sitzenden Aufschlägen folgten ein passender Block und eine Abwehr, die, so Kapitän Florian Tafelmayer, „richtig gut funktionierte“. Das harmonierende Schwaiger Team hatte „gefühlt fast jeden Ball“, es lief rund, es lief perfekt, es lief mitreißend. Der Kapitän im Nachhinein: „Die Mainzer hatten irgendwie keine Lösungen parat“. Soll sagen, einen wirklich guten Heimspielabend gab´s für die Gastgeber diesmal nicht; es war, wie das manchmal einfach vorkommt, der Wurm drin.
Ihre Eigenfehlerquote sank allerdings im zweiten Durchgang, der sich spannender gestaltete. 24 Minuten lang beharkten sich beide Teams, wobei längst nicht mehr deutlich war, wer ursprünglich als Favorit in der Sporthalle an der Weserstraße startete. Denn die Schwaiger ließen sich nicht beirren, als es knapper und knapper wurde – in der „Crunch Time“ der 20er Punkte machten sie mit starken Nerven, starken Aufschlägen, hoher Konzentration und etwas glücklich gleich bei der ersten Chance den Sack zu. Es war das dritte Mal in dieser Saison, dass sie auswärts mit 2:0 führten.
Der dritte Satz bestätigte den enormen Willen. Diagonalangreifer „Mike“ Dzierwa konnte schalten und walten; er, freut sich Tafelmayer, „erwischte einen richtigen Sahnetag, jede Ballberührung war ein Punkt“. Perica Stanic wurde – nach entsprechender Leistung – zum fünften Mal zum „MVP“ gewählt, und auch Libero Jonathan Schönhagen brachte jeden Ball mit Zauberhand in die richtige Richtung: Das Team war an diesem Abend offenbar „unschlagbar“.
Die Bilanz des Kapitäns nach den sehr wichtigen drei Tabellenpunkten ist entsprechend: „Wir waren richtig heiß auf das Spiel“, und der Erfolg beweist es. Der SVS bleibt nach diesem 18. Spieltag mit 31 Punkten auf Rang fünf, die Mainzer rutschten nach acht Wochen an der Tabellenspitze auf Rang drei ab. In der reinen Auswärtstabelle verharren die Gelbblauen auf dem dritten Platz.

Luft nach unten

Es war der schnellste der bislang vier 3:0-Siege der Gelbblauen, der fünfte Auswärtserfolg hintereinander, und von 70 gespielten Sätzen konnten die Schwaiger nunmehr 56 Prozent für sich entscheiden. „Alles in allem“, fasst Tafelmayer zusammen, „ein rundum gelungener Auftritt“, der den SVS von den Abstiegsplätzen um „gute Luft nach unten“ weiter löst. Noch am 9. Spieltag hatten sich die Mittelfranken nach einem helfenden „Miraculix“-Trunk gesehnt, der scheint mittlerweile gemixt.
Ob er auch im nächsten Duell hilft, kann am Samstag in der Halle am Mittelbügweg beobachtet werden. Es kommt am 16. Februar der Tabellen­achte, die AlpenVolleys Haching II.

N-Land N-Land Redaktion
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