Zu Gast beim Spitzenreiter SpVgg Ansbach

Feucht sucht Stress

Klar ist bereits jetzt, dass Feuchts Torhüter Andreas Sponsel beim Spiel in Ansbach zwischen den Pfosten stehen wird. Klar ist auch, dass auf ihn und die Feuchter Defensive jede Menge Arbeit zukommen wird. | Foto: Sportfoto Zink2021/10/SC-Feucht-Andreas-Sponsel-Zink-scaled.jpg

Bayernliga Nord: Der SC Feucht will trotz großer Personalsorgen dem Tabellenführer aus Ansbach ein Bein stellen. 
Trainer Florian Schlicker verspricht einen angriffslustigen Auftritt: „Wir wollen sie defensiv beschäftigen und auf Sieg spielen.“

Trotz der bis dato sehr erfolgreichen Bayernligasaison (Platz sieben) hegen sie beim SC Feucht einen Wunsch: Endlich einmal eine der Top-Sechs-Mannschaften zu schlagen. Das blieb dem Aufsteiger bislang verwehrt. Gegen den ATSV Erlangen reichte es zum 2:2, bei der DJK Ammerthal unterlag der SC mit 0:1. Bei der DJK Vilzing setzte es ebenso eine 0:2-Niederlage wie beim ASV Neumarkt, und im Heimspiel gegen FC Eintracht Bamberg waren die Zeidler am vergangenen Wochenende zwar drückend überlegen, über ein 0:0 kam die Mannschaft von Trainer Florian Schlicker dennoch nicht hinaus. Bleibt folglich nur noch die SpVgg Ansbach, der der SC Feucht drei Zähler abluchsen kann, um sich den Wunsch zu erfüllen.

Heute Nachmittag (15 Uhr) reisen die Feuchter die rund 55 Kilometer gen Westen, um sich im Xaver-Bertsch-Sportpark zu Ansbach mit dem Tabellenführer zu duellieren. Der Respekt vor dem SC Feucht ist groß in Ansbach. „Ich erwarte ein Spiel auf Augenhöhe, denn der SC Feucht ist technisch sehr versiert und hat mit Florian Schlicker einen guten Trainer an der Seitenlinie. Es wird ein sauenges Match, das wir aber natürlich gewinnen wollen“, blickt Ansbachs Spielertrainer Christoph Hasselmeier voraus.

„Noch nicht auf Augenhöhe“

Sein Gegenüber Florian Schlicker widerspricht dem 30-Jährigen – zumindest etwas. „Ganz auf Augenhöhe sehe ich uns noch nicht, dafür hat Ansbach bislang zu gute und zu konstante Leistungen gezeigt. Aber wir rechnen uns natürlich schon was aus, immerhin treffen zwei Mannschaften aufeinander, die beide kicken und agieren wollen. Ich kann mir vorstellen, dass es eine ähnliche Partie wie gegen Bamberg werden wird“, glaubt Feuchts Cheftrainer. Sollte es so kommen, dürften sich die Zuschauer auf kurzweilige, lebhafte und chancenreiche 90 Minuten freuen. Einziges Manko gegen die Eintracht war die Feuchter Chancenverwertung, trotz drückender Überlegenheit in Durchgang zwei verpassten es die Zeidler, sich für die tolle Leistung zu belohnen und drei Punkte einzufahren.

Dass mit der Spielvereinigung Ansbach nun ein noch größerer Brocken wartet, ist Schlicker freilich bewusst. „Die Ansbacher Mannschaft ist nicht nur technisch und taktisch wirklich gut, sie spielen auch sehr konstant und haben bislang relativ wenig Verletzte. Sie zelebrieren nicht jede Woche ein mega Spektakel, viele ihrer Siege waren knapp, einige Tore fielen erst kurz vor Schluss. Aber trotzdem schaffen sie es, die engen Partien auf ihre Seite zu ziehen und sie zu gewinnen. Das spricht für ihre Mentalität“, charakterisiert Feuchts Trainer den heutigen Gegner.

Enge Spiele und späte Tore

Der Beleg: Die Partie gegen den TSV Großbardorf (1:0) entschied Ansbach in der 87. Minute, die gegen den Würzburger FV (2:1) gar erst in Minute 91. Am vergangenen Wochenende reichte es beim Tabellenletzten ASV Cham hingegen nur zu einem 2:2-Unentschieden. „Fakt ist, dass wir seit Ende August keinen einzigen Punkt abgegeben haben. Der ASV Cham hatte im gesamten Spiel zwei Torschüsse – und beide waren drin“, schaut Ansbachs Christoph Hasselmeier zurück, nachdem die Siegesserie nach sieben Erfolgen am Stück in der Oberpfalz gerissen und der Vorsprung auf Verfolger Vilzing auf einen Zähler geschmolzen ist.

Mit dem bisherigen Saisonverlauf sind sie in Ansbach sehr zufrieden – überrascht hingegen nicht. „Wir waren uns intern von Anfang an einig, dass wir Erster werden wollen. Meine Mannschaft hat die Qualität dafür. Ich kenne die Bayernliga seit zehn Jahren sehr gut. Wenn man die Liga kennt und weiß, was die eigene Mannschaft im Stande ist zu leisten, dann kommt man zu dem Schluss, dass man Erster werden will“, äußert sich Hasselmeier selbstbewusst und nennt Gründe für den Erfolg: „Unsere großen Stärken sind der breite Kader und die Geschlossenheit. Wir rotieren viel und haben die meisten Wechsel in den Startaufstellungen, ganz einfach, weil es die Jungs unter der Woche im Training richtig gut machen und sich voll reinhauen.“ Wen Hasselmeier spielen lässt, ist zweitrangig. Einzig Angreifer Patrick Kroiß (15 Tore) ist in Ansbachs Offensive gesetzt.

Schlicker sagt Training ab

Ein Umstand, von dem Feuchts Coach Florian Schlicker nur träumen kann. Einmal mehr plagen den 40-Jährigen große personelle Sorgen, nicht ausgeschlossen, dass er selbst wieder mit Fußballschuhen am Seitenrand stehen wird. „Unsere personelle Situation ist katastrophal. Uns hat eine Grippewelle erwischt, vier bis fünf Spieler sind betroffen. Wir haben sogar eine Trainingseinheit unter der Woche ausfallen lassen müssen. Dementsprechend wird es im Vergleich zum Spiel gegen Bamberg mit Sicherheit Veränderungen im Kader geben. Aber wir werden dennoch eine gute Truppe auf dem Platz haben“, sucht er sein Heil im Optimismus. Fest steht bislang nur, dass Andreas Sponsel ins Tor zurückkehren wird. Welche Feldspieler in der Startelf stehen, wird sich wohl erst kurz vor dem Spiel entscheiden.

Unabhängig von der Aufstellung verspricht Schlicker einen mutigen und aktiven Auftritt seiner Truppe: „Wir wollen auch in Ansbach auf Sieg spielen. Wir müssen versuchen, ihre Offensive zu kontrollieren. Das gelingt am besten, wenn wir sie gleich im Spielaufbau stressen und gar nicht erst zur Entfaltung kommen lassen. Und wir wollen sie in der Defensive beschäftigen, weil ich glaube, dass sie Spieler in den Reihen haben, die lieber nach vorne laufen als nach hinten. Wir wollen schauen, dass wir ein gewisses Ungleichgewicht ins Ansbacher Spiel bringen.“ Das ist der Plan, mit dem sich die Feuchter ihren Wunsch endlich erfüllen wollen.

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