Topspiel der Kreisklasse 4 Erlangen/Pegnitzgrund

Das Familienduell

Für Spielertrainer Chris Haberstumpf (rechts, im Spiel 2019 gegen die SG Oberes Pegnitztal) und seinen FSV Weißenbrunn geht es im Topspiel gegen den 1. FC Schnaittach um die Tabellenführung - und darum, wer beim nächsten Familientreffen feixen darf. | Foto: Armin Tauber2021/10/Weissenbrunn-Neu-Haberstumpf-Laufduell.jpg

Spiel der Woche: In der Kreisklasse 4 duelliert sich der Tabellenzweite FSV Weißenbrunn mit dem Spitzenreiter 1. FC Schnaittach.
 Mit FSV-Coach Chris Haberstumpf und Schnaittachs Fabian Wedel treffen zwei Spielertrainer aufeinander, die gleichzeitig Schwippschwäger sind.

Wenn die beiden punktgleichen Spitzenmannschaften der Kreisklasse 4 Erlangen/Pegnitzgrund am Sonntag um 15 Uhr aufeinandertreffen, dann ist sportliche Brisanz garantiert. Beim Duell zwischen dem gastgebenden FSV Weißenbrunn und dem FC Schnaittach gibt es aber auch eine interessante familiäre Konstellation: das Gipfeltreffen ist nämlich zusätzlich das Duell der beiden Schwippschwäger.

Das wird schon eine emotionale Geschichte“, freut sich Schnaittachs Spielertrainer Fabian Wedel auf das Gastspiel beim FSV. Einerseits, weil es für ihn auch ein Heimspiel ist. Seit acht Jahren wohnt der 30-Jährige, der seit dem Sommer 2020 auf der Sandplatte in Schnaittach tätig ist, nun schon in Weißenbrunn. Und andererseits, weil Wedel auf seinen Schwippschwager treffen wird. Denn Weißenbrunns Spielertrainer Chris Haberstumpf ist mit der Schwester von Wedels Frau verheiratet.

Klar, dass da familienintern im Vorfeld geflachst und gestichelt wird, wie Wedel und Haberstumpf schmunzelnd bestätigen. Der gemeinsame Schwiegerpapa gibt sich dabei laut Chris Haberstumpf diplomatisch: „Der Bessere soll gewinnen, hat er gesagt.

Im Gleichschritt an der Spitze

Den Besseren vorab zu ermitteln, das fällt ungemein schwer. Mit der identischen Zwischenbilanz von neun Siegen, einem Unentschieden und einer Niederlage treten die beiden Teams gegeneinander an. Die daraus resultierenden 28 Zähler bescheren schon einen komfortablen Sieben-Punkte-Vorsprung auf die beiden Verfolger aus Schönberg und Leinburg. Die Umschreibung „richtungsweisend“ lassen sowohl Fabian Wedel als auch Chris Haberstumpf deshalb mit Blick auf die Partie zu.

Wenn man denn will, kann man vorab vielleicht aus dem Torverhältnis einen dezenten Vorteil für Schnaittach erkennen. Defensiv sind beide Teams mit acht (FC) beziehungsweise neun (FSV) Gegentoren nahezu gleichauf – und natürlich Liga-Spitze –, die eigene Trefferquote spricht aber für den morgigen Gast: Sind die 27 Weißenbrunner Tore in elf Spielen schon alles andere als schlecht, glänzt Schnaittach mit stolzen 43 Toren in ebenso vielen Begegnungen. Neun davon hat Spielertrainer Wedel selbst erzielt, famose 18 der vom Landesligisten SV Schwaig zurückgekehrte Fabian Dreßendörfer.Wir verstehen uns da vorne gut und legen uns die Tore momentan gegenseitig auf, es macht Spaß“, sagt Fabian Wedel, der diesen Lauf freilich auch gerne in Weißenbrunn fortsetzen würde.

Direkte Duelle garantiert

Wer ihm dabei im Weg stehen könnte, ist ihm aber auch klar. „Chris ist Abwehrspieler, ich spiele in der Offensive, wir werden uns am Sonntag also öfter sehen“, sagt Wedel lachend. „Die beiden stechen schon heraus“, sagt Chris Haberstumpf, der zusammen mit Markus Beutin gleichberechtigter Spielertrainer beim FSV ist, über das torgefährliche Fabian-Duo der Schnaittacher, „da müssen wir uns drauf einstellen, viele Chancen dürfen wir ihnen nicht geben.

In zwei weiteren Aspekten sind sich die beiden Schwippschwäger-Spielertrainer einig: Der Ausgang der Partie wird von der Tagesform abhängig sein und wiederum den Ausgang im Aufstiegsrennen nicht beeinflussen. „Die Saison ist noch lang, wir haben ja erst den 12. Spieltag“, sagt der 28-jährige Haberstumpf, „aber die Konstellation ist doch super. Wir freuen uns auf ein tolles Spiel und viele Zuschauer.

Eine schöne Kulisse erhofft sich auch Fabian Wedel, zudem könne man sich „in so einem Spiel gegenseitig fordern und fördern.“ Dass der Bessere gewinnen mag, diese diplomatische Ansicht überlassen allerdings die beiden Schwager dem Schwiegerpapa…

Von Mathias Hochreuther

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