Kreisliga der Fußballfrauen

Zwei Teams, ein Ziel: Klassenerhalt

Darauf freuen sich die Fans des heimischen Frauenfußballs: Nach dem Aufstieg des FC Reichenschwand gibt es am 8. Oktober und am 18. März 2017 in der Kreisliga wieder zwei Derbys gegen den SV Offenhausen. Unser Bild zeigt einen Zweikampf zwischen Isabel Schneider (FCR, links) und Elena Birkmann aus dem letzten Pflichtspiel der beiden im Juni 2015. | Foto: Porta2016/09/7382533.jpeg

PEGNITZGRUND – Wenn am  Samstag die Frauenfußballerinnen die neue Spielzeit der Kreisliga eröffnen, können sich die beiden heimischen Teams im Zwölferfeld entspannt zurücklehnen: Die Teams des FC Reichenschwand und des SV Offenhausen haben ihre ersten Begegnungen urlaubsbedingt verlegt und greifen erst in ein beziehungsweise zwei Wochen ins Geschehen ein. Oberstes Ziel bei beiden: der Klassenerhalt.

Offenhausens neu formiertes Trainergespann Danny Gast und Dominik Gast (der bisherige Co-Trainer Horst Delling möchte nach etlichen Jahren an der Seitenlinie auf eigenen Wunsch heuer kürzer
treten) hofft dabei auf eine deutlich weniger nervenaufreibende Saison als im vergangenen Jahr. Da mussten die frisch gebackenen Aufsteigerinnen lange zittern, ehe sie durch einen fulminanten Endspurt mit drei Siegen binnen acht Tagen doch noch das Ticket für ein weiteres Jahr in der Kreisliga lösten.

Vor dem Tor zu harmlos
„Vor allem die Hinrunde lief semigut“, sagt Danny Gast. Gerade einmal einen Zähler buchten seine Mädels da auf ihr Konto, obwohl sie in etlichen Partien gut mithielten und sich nur knapp geschlagen geben mussten. Besonders die Offensivschwäche machte sich negativ bemerkbar – in 18 Saisonspielen erzielten die SVO-Damen „nur“ 20 Tore. Dazu kam die Unerfahrenheit der jungen Elf, die im Jahr zuvor bei ihrer Premiere im Erwachsenenbereich gleich den Kreisklassetitel geholt hatte, und das Fehlen der technisch starken Delling-Schwestern Pia und Hannah, die ein halbes Jahr im Ausland verbrachten.

In der Rückrunde lief es besser, auch weil sich neben den beiden Dellings die eine oder andere verletzte Spielerin wieder fit meldete. Vor den letzten drei Spielen stellte das Trainerduo Gast und Delling dann um, beorderte Isabella Weidinger in den Sturm – und wurde dafür belohnt. Ein 6:2-Kantersieg gegen Oberreichenbach gab den SVO-Mädels so viel Auftrieb, dass sie anschließend auch gegen Ebermannstadt (2:0) und Hammerbach (1:0 – goldenes Tor von Weidinger) gewannen. Die Kreisliga war gesichert.

Ziel im zweiten Jahr im Kreisoberhaus: „Möglichst schnell ein kleines Punktepolster nach unten sammeln“, sagt Danny Gast und ist guter Dinge, dass dies seiner Mannschaft auch gelingt. Ein „herber Schlag“ ist allerdings, dass er auf Torfrau Katharina Langer verzichten muss, die derzeit in Ecuador weilt. Die Lücke sollen Daniela Dreiseitel und Christina Meier füllen, die beide in der Jugend schon einmal zwischen den Pfosten standen und nun vom Keeper der Offenhausener „Ersten“ , Georg Berthold, ein Torwarttraining bekommen.

Zweite „Baustelle“ bleibt die Offensive, an der das Trainerteam in der Vorbereitung verstärkt gearbeitet hat. „Wir müssen viel öfter den Abschluss suchen“, sagt Danny Gast. Die ohnehin sehr solide Defensive verstärken noch die aus der „Konkursmasse“ des SK Lauf ins Hammerbachtal gekommene Außenverteidigerin Nicole Kornbausch sowie Eigengewächs Eva Fuchs, die nach einer Pause wieder die Fußballschuhe schnürt. Der erster Härtetest steht am 17. September gegen den letztjährigen Tabellenvierten FC Burk an.

Den Klassenerhalt haben sich auch die Fußballerinnen des FC Reichenschwand fest vorgenommen. Nach einer perfekten Saison in der Kreisklasse 3 – 16 Siege in 16 Spielen, stolze 91:15 Tore, dazu das fairste Team mit nur einer Gelben Karte – will das einstige Aushängeschild des hiesigen Frauenfußballs schnellstmöglich in der Kreisliga Fuß fassen.

Günther Zech wollte nach einigen Jahren als Trainer der Landesligakickerinnen des 1. FC Nürnberg II eigentlich in den Ruhestand. Dann entdeckte er auf der Internet-Trainerbörse das mit dem Bild eines beschrifteten Bettlakens effektvoll in Szene gesetzte Stellenangebot der FCR-Frauen und übernahm das Team zu Beginn der vergangenen Saison. Dort setzt er vor allem auf den Vorwärtsgang: „Wir wollen nicht mauern, Angriff ist die beste Verteidigung“, lautet das Motto des nach eigenem Bekunden „eher autoritären“ Trainers.

Im Vorjahr hatte er mit der aus der U 19 der SpVgg Greuther Fürth zu ihrem Heimatverein zurückgekehrten Annika Litz (30 Tore) und der pfeilschnellen und durchsetzungsfähigen Daniela Reif (21) zwei Torgaranten im Aufgebot, die auch heuer den meisten Abwehrreihen viel Kopfzerbrechen bereiten werden. Im Testspiel gegen den Kreisligisten Germania Nürnberg deuteten die FCR-Mädels an, dass sie die Marschrichtung ihres Trainers verinnerlicht haben. Nach einer halben Stunde schon 0:4 hinten, kamen sie noch vor dem Seitenwechsel auf 3:4 heran – und gewannen schließlich mit 6:4.

Respekt und Teamgeist
Auf eine ausgefuchste Taktik legt Zech denn auch weniger Wert: „Wir haben Glück, dass unsere Mädels viel Freude am Fußballspielen haben und ein Spiel lesen können“, sagt er. Unabdingbar ist für ihn dagegen „Trainingsfleiß, der Respekt vor dem Gegenüber, ein unbedingter Wille und Teamgeist“. Dank der guten Nachwuchsarbeit beim FC Reichenschwand kann er aus dem Vollen schöpfen: Mit Lea Wölfel, Kerstin Deser, Luisa Baro und Janina Engelhard stießen vier talentierte Jugendspielerinnen zum Kader, zudem kehrt Magdalena Keilholz nach ihrer Fußballpause zurück. Da lassen sich die Abgänge von Sarah Furche und Christina Hlawatschke verkraften.

Das erste Saisonspiel am Samstag beim FC Herzogenaurach fällt aus, weil den „Pumas“ urlaubsbedingt nur neun Spielerinnen zur Verfügung stehen. Die drei Zähler deshalb am „grünen Tisch“ aufs Konto seiner Elf buchen zu lassen kam für Günther Zech nicht in Frage: „Wir sind sportlich, wir wollen die Punkte nicht kampflos.“ Das Unternehmen „Klassenerhalt“ startet nun am 10. September gegen den TSV Ebermannstadt.

N-Land Klaus Porta
Klaus Porta