Segelflieger steigen ab

Zu oft am Boden statt in den Wolken

Reiner Rose sitzt vor dem Start entspannt in seiner LS8. Foto: Lukas Grams2013/08/5_2_2_2_20130830_LSG.jpg

HERSBRUCK – Mit Abschluss der 19. Runde ist die diesjährige Bundesliga-Saison für die Hersbrucker Segelflieger gelaufen, und eines ist klar: Die Hersbrucker fliegen 2014 wieder in der 2. Liga.

Die Gründe dafür lagen zunächst einmal in der extremen Wetterlage, durch die viele Vereine im Süden Deutschlands mehrere Wochen lang mit Regen und Hochwasser zu kämpfen hatten. Auch die LSG Hersbruck hatte in dieser Saison sieben Nullrunden auf ihrem Konto, an diesen Wochenenden war ein Flugbetrieb durch Regen und die Folgen des Hochwassers nicht möglich. Einmal fuhr ein Dreierteam sogar als Hochwasserflüchtlinge bis nach Eichstätt, wo der auf einer Hochebene gelegene Flugplatz eine Ausweichmöglichkeit bot.

In der zehnten Runde konnte dann zwar geflogen werden, die Unwetter der Vortage hatten aber das Fluggebiet in eine Seenlandschaft verwandelt, die kaum Thermikentwicklung zuließ. So gelang es nicht einmal, die Mindestwertungsstrecke von 100 Kilometern zu erreichen.

Auch die Regel der Vorjahre, dass sich die Wetterentwicklung deutschlandweit im Laufe der Saison wieder ausgleicht, traf diesmal nicht zu. Der Norden und die Mitte Deutschlands hatten in dieser Saison einfach mehr Chancen, sich in die Wertung zu fliegen. Dazu kamen noch einige Fehlentscheidungen bei der Streckenwahl, an manchen Tagen fehlte einfach das nötige Quäntchen Glück. Und dann war schließlich auch die Motivation im Keller.

Der Rückstand in der Tabelle war so groß, dass eine Aufholjagd nicht mehr möglich war. Trotzdem galt für die letzten Runden die Devise, zumindest den Platz am Tabellenende mit Fürth zu tauschen, ein Vorhaben, das letztlich nicht mehr ganz gelang.

Obwohl Reiner Rose, Reinhard Wild und Peter Bohne am letzten Bundesligawochenende noch einmal alles gaben, reichte es in der Tabelle letztlich nur für einen Punktegleichstand mit dem AC Fürth. Dabei hatte Reiner Rose diesmal die richtige Streckenwahl getroffen und konnte sich mit seinem Flug zwischen Cham und Bayreuth den schnellsten Bundesligaschnitt (77,8 km/h) des LSG-Teams sichern.

Bohne und Wild, zwischen Hersbruck und Waldmünchen unterwegs, folgten mit 77,3 km/h und 72,3 km/h. Dies bedeutete den 13. Rundenplatz und acht Punkte für die LSG. Dieser Flugtag war noch einmal ein schöner Abschluss einer Bundesligasaison mit allen Höhen und Tiefen und mit Wetterkapriolen, an die sich nicht einmal langjährige Mitglieder der LSG erinnern konnten. Bleibt die Hoffnung auf neuen Schwung für die Saison 2014, in der es dann hoffentlich wieder neu motiviert um den Wiederaufstieg in die 1. Liga geht.

N-Land Leo Hühnlein
Leo Hühnlein