Vorschau Bezirksliga Nord

Wunder wird immer wahrscheinlicher

Für Kapitän Alexander Stengel (rechts) und die SpVgg Diepersdorf ist durch die aktuelle Entwicklung der letzten Tage auf und neben dem Fußballplatz der Klassenerhalt plötzlich in greifbare Nähe gerückt. | Foto: Keilholz2019/05/DSC08641-11.jpg

DIEPERSDORF – Die Bezirksliga befindet sich im Gegensatz zu den Ligen auf Kreisebene auf der Zielgerade der Saison 2018/19. Zwei Spieltage stehen noch aus und vor den abschließenden 180 Minuten herrscht im Titelrennen und im Kampf gegen den Abstieg Hochspannung. An der Spitze liefern sich der SV Schwaig und der FSV Stadeln einen packenden Kampf um die Meisterschaft und im Tabellenkeller hat die SpVgg Diepersdorf mit dem 3:2-Sieg bei der SpVgg Erlangen den letzten Strohhalm ergriffen.

Zusammenschluss hat Folgen

Und urplötzlich hat sich für die Scherau-Fußballer darüber hinaus eine weitere, völlig neue Situation im Kampf um den Klassenerhalt ergeben. Laut einer aktuellen Mitteilung planen die beiden Bezirksligakonkurrenten Cagri Spor und Türkspor Nürnberg eine gemeinsame sportliche Zukunft und wollen dazu ihre Fußballabteilungen zusammenlegen. Die Pläne in diese Richtung scheinen jedenfalls sehr konkret zu sein.

Dies hätte zur Folge, dass – vorbehaltlich der noch ausstehenden Zustimmung des Bayerischen Fußball-Verbands – eine der beiden Mannschaften (beide haben den Klassenerhalt sicher) freiwillig aus der Bezirksliga ausscheidet und in der kommenden Saison in der Kreisliga Nürnberg an den Start geht.

Dies würde bedeuten, dass sich in der Bezirksliga Nord die Zahl der Direktabsteiger auf drei reduziert, der Tabellenfünfzehnte in die Relegation geht und der Rangvierzehnte den Klassenerhalt sicher hat.

Unabhängig von der neuen aktuellen Entwicklung hat die SpVgg Diepersdorf sportlich ihre praktisch letzte Chance am Schopf gepackt. Durch ihren 3:2-Triumph bei der SpVgg Erlangen gibt es für die Scherau-Fußballer im Kampf um den Klassenerhalt Licht am Ende des Tunnels.

Nur zwei Punkte Rückstand

Der Rückstand auf die beiden Konkurrenten um den Abstiegs-Schleuderrang, Bayern Kickers Nürnberg und TV 48 Erlangen, beträgt noch zwei Punkte. Und die beiden letzten Aufgaben beim Tabellenletzten TSV Neunkirchen am Brand und gegen den ASV Fürth, dessen Schicksal ebenfalls besiegelt ist, sind für die Scherau-Fußballer machbar.

Spielertrainer Daniel Wolf warnt jedoch vor dem vermeintlich leichten Restprogramm. „Die beiden Spiele müssen auch erst noch gespielt und gewonnen werden“, so Wolf, für den es das Größte wäre, sich mit dem Klassenerhalt aus Diepersdorf zu verabschieden.

Schützenhilfe der Konkurrenz

Erledigt die SpVgg ihre „Hausaufgaben“, kommt es auf die beiden Abstiegskonkurrenten an. Der TV 48 Erlangen hat ein Heimspiel gegen den SV Buckenhofen und muss beim Saisonfinale zu Türkspor Nürnberg. Weitaus schwerer ist das Programm der Bayern Kickers, die zunächst zum Tabellenführer SV Schwaig müssen und am letzten Spieltag den SK Lauf empfangen.

Dabei weiß der scheidende SpVgg-Coach natürlich nur zu gut, dass es viel Glück und vor allem Schützenhilfe der Konkurrenz braucht, wenn er es mit seiner Elf tatsächlich noch in die Abstiegsrelegation gegen den Tabellenvierzehnten der Bezirksliga Süd (aktuell Sfr. Dinkelsbühl) schaffen sollte.

Noch wundersamer wäre angesichts der aktuellen Entwicklung, was die beiden türkischen Vereine in der Bezirksliga betrifft, wenn nach dem Saisonfinale am kommenden Samstag zum Abschluss einer turbulenten Saison sogar der direkte Klassenerhalt stehen sollte.

N-Land Manfred Keilholz
Manfred Keilholz