Downhill: Kim Schwemmer aus Hersbruck Zweite bei DM

WM-Ticket als Trost

Keine Angst vor weiten Sprüngen: Mountainbikerin Kim Schwemmer raste bei der Deutschen Downhill-Meisterschaft in Tabarz zu „Silber“. Foto: Jürgen Albrecht Sportfotografie2016/07/IMG_0610.jpg

TABARZ (kp) – Lediglich 4,4 Sekunden haben Mountainbikerin Kim Schwemmer zur Deutschen Downhill-Meisterschaft gefehlt. Auf dem anspruchsvollen Kurs im thüringischen Tabarz musste sich die schnelle Hersbruckerin nur Titelverteidigerin Sandra Rübesam geschlagen geben. Schönes Trostpflaster: Der Bund Deutscher Radfahrer hat die 23-jährige Abfahrtsspezialistin für die WM Anfang September in Val di Sole (Italien) nominiert.

Schon vor zwölf Monaten hatten sich Kim Schwemmer (Herobikes) und Sandra Rübesam auf der ältesten deutschen Downhillstrecke – das erste Rennen in Tabarz wurde 1993 ausgetragen – bei einem Lauf zum iXS German Downhill Cup ein enges Duell um den Tagessieg geliefert. Auch damals behielt die Augsburgerin die Oberhand – mit hauchdünnen 2,2 Sekunden Vorsprung.

Und so bewies Kim Schwemmer auch beim Rennen um die Deutsche Meisterschaft (das zugleich als dritter Lauf für den diesjährigen iXS German Cup gewertet wurde) schon im so genannten „Seeding Run“, bei dem die Startreihenfolge für den Finallauf festgelegt wird, dass ihr der 2000 Meter lange Kurs auf dem Datenberg mit seinen rund 250 Höhenmetern sehr gut liegt. Nach 2:52,433 Minuten blieb die Uhr für die Hersbruckerin stehen – und damit lediglich 6,4 Sekunden hinter der Trainingsschnellsten Sandra Rübesam.

Am Rennsonntag verbesserte sich Kim Schwemmer dann als viertletzte Starterin auf durchaus respektable 2:51,307 Minuten und setzte damit eine Marke, die zunächst Bestand hatte. Weder Harriet Rücknagel – Abonnementsmeisterin der Jahre 2010 bis 2014 – noch Nina Hoffmann knackten die Zeit der Hersbruckerin, die es sich derweil im „Red Bull Hot Seat“ bequem machen durfte.

Dann allerdings nahm Titelverteidigerin Rübesam den Mittelgebirgskurs mit Waldboden, Wurzeln, Wiesenkurven und dem ein oder anderen gebauten Sprung unter die Stollenreifen – und gab richtig Gas. Schon auf den letzten anstrengenden Metern vor dem Zielsprung war klar, dass die Deutsche Meisterin des Jahres 2015 sehr schnell unterwegs war und erneut den Titel gewinnen würde. Am Ende unterbot sie Schwemmers Zeit in 2:46,879 Minuten um etwas mehr als vier Sekunden.

Trotz des knapp verpassten Titels durfte sich Kim Schwemmer freuen. Zum einen führt sie vor den beiden noch ausstehenden Läufen in Ilmenau (14. August) und Thale (25. September) mit nun 297 Punkten die Gesamtwertung des iXS German Downhill Cups weiter souverän vor Nina Hoffmann (244) an. Zum anderen erhielt sie aufgrund ihrer konstant guten Leistungen in diesem Jahr – darunter die beiden Siege im Brandnertal und im schweizerischen Morgins (wir berichteten) – das Ticket für die am 31. August beginnende Downhill-WM und darf so im italienischen Val di Sole zum zweiten Mal nach 2012 in Leogang das Trikot der Nationalmannschaft überstreifen.

Kims zwei Jahre ältere Schwester Liz Schwemmer verbesserte sich am Sonntag um satte zehn Sekunden und wurde am Ende in 3:02,083 gute Achte.

N-Land Klaus Porta
Klaus Porta