Understatement auf Schwaiger Seite

„Wir wollen nicht verdroschen werden“

Sein Torjubel wird den Feuchtern erstmal fehlen: Stephan König (15 Treffer) muss eine Rotsperre absitzen. | Foto: Zink2019/10/SC-Feucht-Koenig-Torjubel-Zink-online.jpg

FEUCHT/SCHWAIG – Schwaigs Trainer Helmut Rahner fürchtet die Offensive des SC Feucht. Doch für Florian Schlicker sind dessen Worte vor dem Aufeinandertreffen am Samstag nur Tiefstapelei.

17 Spiele, davon 13 Siege, drei Unentschieden und nur eine Niederlage: Die Hinrunden-Bilanz des SC Feucht in der Landesliga Nord-Ost liest sich beeindruckend. Mit nur neun Gegentreffern stellt der Aufstiegsfavorit die mit Abstand sicherste Abwehr, 42 erzielte Tore bedeuten ebenfalls den Bestwert aller 18 Landesligisten.

Der Favoritenrolle, die Feucht seit Saisonbeginn inne hat, wurden die Zeidler gerecht. Keine Selbstverständlichkeit, wie Trainer Florian Schlicker sagt. „Man darf nicht vergessen, dass wir eine komplett neu zusammengewürfelte Truppe im Sommer hatten. Dafür macht es die Mannschaft sehr gut bislang.“ Es war eine famose erste Saisonhälfte, die ihren Tiefpunkt beim 1:2 in Erlangen-Bruck und ihren Höhepunkt beim jüngsten 3:0-Sieg beim FSV Stadeln fand.

Den Erfolg beim direkten Konkurrenten aus Fürth feierten die Gäste „mit einem Bierchen ganz gesellig im Stadelner Sportheim“, sagt der Feuchter Coach, um anschließend noch einmal die erste Saisonhälfte zu resümieren: „Wir haben eine sehr gute Hinrunde gespielt. Da kann ich nur meinen Hut ziehen. Wenn jemand vorher gesagt hätte, dass die Hinrunde für uns so läuft, hätte ich sofort unterschrieben.“

Keine Zeit zum Ausruhen

Schlicker weiß aber auch, dass sich seine Zeidler von den ersten 17 Spielen nichts kaufen können, sollte die Gier auf eine ähnlich erfolgreiche Rückrunde nachlassen. „Es bleibt keinerlei Zeit, sich auf dem bisher Erreichten auszuruhen. Bis zur Winterpause stehen noch fünf Spiele an. Meine Spieler sind fokussiert und wissen über die Schwere der Aufgaben“, stellt Schlicker klar.

Mit dem SV Schwaig gastiert am Samstag (14 Uhr) ein Bezirksliga-Aufsteiger im Waldstadion, der sich nach überzeugenden Leistungen vorübergehend im oberen Tabellendrittel fest gespielt hat. Vier Siege in Folge hievten den SVS kurzzeitig sogar auf Rang drei. Wie schwer die Mannschaft von Ex-Profi Helmut „Alu“ Rahner zu bespielen ist, wurde bereits an Spieltag eins deutlich: Der Feuchter 2:0-Auswärtssieg ging in Ordnung, Schwaig war im ersten Duell aber keineswegs chancenlos. Mitte der zweiten Hälfte waren die Hausherren sogar drauf und dran, den Ausgleich zu erzielen.

„Gegen Schwaig zu spielen ist sehr unangenehm“, gibt Feuchts Coach zu und erklärt: „Sie stehen defensiv kompakt und strahlen trotzdem Gefahr in der Offensive aus. Wir müssen auf der Hut sein. Aber ohne despektierlich klingen zu wollen: Wir haben ein Heimspiel und wollen auch gegen Schwaig wieder dominieren.“

Rahner hat großen Respekt

Von einer Feuchter Dominanz geht auch Schwaigs Trainer Helmut Rahner aus, der Samstagnachmittag „lange die Null halten“ und über „die
klassischen Tugenden Kampfkraft und Disziplin“ kommen will. Der Ex-Profi weiß um die geballte Offensivpower, die Feucht auf den Rasen bringt: „Da ist schon richtige Qualität dahinter. Wir wollen nicht verdroschen werden. Wenn Feucht Vollgas gibt, wird das schon gefährlich.“

Keine Angst vor dem Mentalitätsmonster

Klassisches Understatement, wie Schlicker weiß, der seine Jungs wiederum vor der mannschaftlichen Geschlossenheit warnt, die Teams von Rahner immer auszeichnet. „Er war schon als Spieler ein Mentalitätsmonster. Seine Spieler brennen immer und gehen für ihn durchs Feuer.“ Doch auch Schlicker selbst scheint in der jüngeren Vergangenheit die richtigen Worte gefunden zu haben. Die Mentalitätsprobleme, die er seiner Mannschaft nach den Duellen mit dem SV Baiersdorf und dem FSV Erlangen-Bruck vorwarf, waren in den jüngsten Partien wie weggeblasen.

Ersatz für Knipser König gesucht

Wie Schlicker den Ausfall seines Toptorjägers Stephan König (15 Tore) kompensieren wird, ist noch unklar. Nach dessen roter Karte beim Derby in Stadeln (grobes Foulspiel) droht dem 30-Jährigen eine Sperre von mindestens zwei Spielen. Ein „schmerzvoller Ausfall“, betont Schlicker. Denkbar ist ein positionsgetreuer Wechsel im Sturmzentrum bis hin zu einer taktischen Umstellung auf ein 4-4-2-System. Unabhängig vom Personal, welches der 38-Jährige im Spiel gegen Schwaig aufbieten wird, bleibt der SC klarer Favorit. Sowohl in der Partie gegen den Aufsteiger, als auch für den Bayernliga-Aufstieg.

N-Land Daniel Frasch
Daniel Frasch