Topspiel der Landesliga Nord-Ost

„Wir alle sind geil auf diese Nummer“

Nach zuletzt zwei sieglosen Partien will Feuchts Trainer Florian Schlicker in Stadeln wieder die Siegerfaust ballen. | Foto: Zink2019/10/20190518_feucht_kornburg_ogo_0001-2.jpg

FEUCHT – Vor dem Spitzenspiel beim FSV Stadeln plagen den SC Feucht personelle Sorgen. Trainer Florian Schlicker warnt vor Fürther Umschaltspiel.

Das Beste kommt zum Schluss: Am 17. und damit letzten Spieltag der Hinrunde steigt das Topspiel der Landesliga Nord-Ost. Der Spitzenreiter
 SC Feucht ist auswärts gefordert und am Samstag (14 Uhr) zu Gast beim Tabellenzweiten FSV Stadeln. Die Zeidler, vor der Saison vom Gros der Landesliga-Trainer als großer Aufstiegsfavorit tituliert, stehen erwartungsgemäß an der Tabellenspitze.

Tolle Stadelner Entwicklung

Stadeln hingegen spielt als Bezirksliga-Aufsteiger eine überraschend starke Saison und sitzt den Feuchtern mit sechs Punkten Rückstand im Nacken. „Wenn man nach 16 Spielen da oben steht, kann man so viel nicht falsch gemacht haben“, kommentiert Feuchts Trainer Florian Schlicker die Entwicklung des kommenden Gegners aus Fürth. Gründe für den Erfolg sieht er viele: „Die defensive 5er-Kette steht sehr stabil und ist schwer zu knacken. Außerdem haben sie eine gute Mischung aus erfahrenen Spielern und jungen Wilden“, zeigt sich Schlicker wie gewohnt top informiert über den Konkurrenten.

Lobeshymnen, von denen Stadelns Trainer Manfred Dedaj naturgemäß wenig hören möchte. Natürlich ist der 46-Jährige sehr zufrieden mit den bis dato gezeigten Leistungen seiner Mannschaft. Von einer Favoritenrolle will er allerdings nichts wissen. „Wir können befreit aufspielen, während Feucht aufsteigen muss“, blickt er auf das Highlight-Spiel voraus und sieht das Heft des Handelns beim Kontrahenten aus Feucht.

Deswegen allerdings einen defensiv eingestellten FSV zu erwarten, wäre falsch. „Wir wollen das Spiel gewinnen und werden deshalb offensiv agieren. Das ist einfach unser Spiel“, so der 46-Jährige. Mit 34 Toren erzielten die Fürther nur fünf weniger als der Klassenprimus aus Feucht, insbesondere der Kapitän und Ex-Feuchter Markus Bauer (Saison 2012/13) und Tim Paschek (8 Treffer) strahlen viel Torgefahr aus. „Stadeln betreibt ein sensationelles Umschaltspiel. Mit Paschek und Strobel haben sie zwei Angreifer vorne drin, die mächtig Dampf machen“, warnt Schlicker seine Elf vor dem bevorstehenden Derby.

Defensiv stabil, offensiv harmlos

Jede Menge Arbeit wird demnach auf die Feuchter Defensive zukommen. Mit nur neun Gegentreffern in 16 Partien zeigte die sich bislang jedoch enorm sattelfest. Herausragender Akteur im Abwehrbereich war zuletzt Yasin Kaya. Der 24-Jährige, im Sommer von der Turnerschaft Fürth aus der Kreisliga gekommen, mauserte sich in den vergangenen Partien zum Feuchter Abwehrchef. „Yasin spielt ein hervorragendes Jahr und hat sich sehr gut weiter entwickelt“, schwärmt auch Florian Schlicker von seinem Abwehrspieler mit türkischen Wurzeln.

Etwas stotternd kam zuletzt der Feuchter Angriff daher. Nur zwei Treffer gelangen der Offensivabteilung um Toptorjäger Stephan König (15 Tore) in den vergangenen Partien gegen Erlangen-Bruck (1:2) und Jahn Forchheim (1:1). Zu wenig, in Anbetracht der vielen Möglichkeiten, die sich die Zeidler vergangenes Wochenende gegen Forchheim erspielten.

Momentan sind wir in der Offensive nicht so griffig, um die Spiele vorzeitig zu entscheiden“, beklagt Schlicker die fahrlässige Chancenverwertung seiner Mannschaft gegen den Bayernliga-Absteiger. Mehr muss kommen, allen voran König und Fabian Klose. Das kongeniale Duo, das seit zwei Jahren für den SC Feucht wirbelt, blieb gegen Forchheim weitgehend blass.

Bis in die Haarspitzen motiviert

Wir hatten eine sehr hohe Spannung im Training, man hat gemerkt, dass jeder in die Startelf rutschen möchte“, zeigt sich Schlicker mit der Trainingsleistung seiner Truppe zufrieden und verspricht: „Wir alle sind sehr geil auf diese Nummer in Stadeln.

Personelle Sorgen

Schwierig gestaltet sich hingegen die personelle Situation der Feuchter. Mit Noah Mengi und Salim Ahmed meldeten sich unter der Woche zwei Spieler aufgrund eines grippalen Infekts ab. Dicke Fragezeichen stehen auch hinter den Einsätzen der verletzten Stammspieler Maximilian Höhenberger und Julian Schäf sowie hinter Urgestein Felix Spielbühler.

Für jede Menge Spannung ist also gesorgt, ebenso wie für eine aufgeheizte Derby-Stimmung: Mit durchschnittlich 387 Zuschauern pro Spiel weisen die Fürther den besten Zuschauerschnitt der Liga auf (SC Feucht 303 Zuschauer). Gegen den Spitzenreiter dürften es noch einmal deutlich mehr werden.

N-Land Daniel Frasch
Daniel Frasch