SC spielt in Herzogenaurach

Wellness im Pumakäfig

Wiederholung erwünscht: Im Hinspiel siegte der SC Feucht auch dank zweier Tore von Noah Mengi (Mitte) mit 4:1. | Foto: Krischan Kaufmann2019/11/Feucht-Herzogenaurach-Jubel.jpg

FEUCHT – Sollte der abstiegsbedrohte FC Herzogenaurach gegen den SC Feucht auf Kunstrasen ausweichen, setzt er damit seinen Heimvorteil aufs Spiel.

Am 19. Spieltag der Landesliga Nordost erwartet den SC Feucht eine Partie mit unterschiedlichen Vorzeichen. Während der Sportclub an der Tabellenspitze einsam seine Kreise zieht, ist der FC Herzogenaurach zuletzt immer weiter abgerutscht. Die Formkurve des kommenden Gegners zeigt steil nach unten.

In den vergangenen sechs Partien setzte es fünf Niederlagen, allein gegen das abgeschlagene Schlusslicht SV Baiersdorf fuhren die Pumas die Krallen aus und holten drei Punkte. Das gesteckte Saisonziel, schnellstmöglich 43 Punkte zu sammeln und einen einstelligen Tabellenplatz zu belegen, ist in weite Ferne gerückt. Mit 17 Zählern steht Herzogenaurach auf dem Relegationsplatz 16, der Vorsprung auf den ersten direkten Abstiegsrang (TuS Feuchtwangen) beträgt nur drei Punkte.

Schlicker warnt vor Pumas

„Davon lassen wir uns aber definitiv nicht blenden“, sagt Feuchts Trainer Florian Schlicker und fügt an: „Es ist schon etwas verwunderlich, dass sie so tief unten drin hängen. Immerhin haben sie einige erfahrene Spieler in den Reihen.“ Gemeint sein dürfte neben dem 33-jährigen Spielertrainer Jakob Karches auch Nico Haas, der trotz seines jungen Alters (25) bereits auf eine lange Karriere zurückblicken kann.

Landesliga-Erfahrung holte sich Haas beim ASV Vach und ATSV Erlangen, in der Regionalliga schnürte Haas seine Schuhe einst für den FC Eintracht Bamberg und die Reserve der Spielvereinigung Greuther Fürth. Potenzial ist im Herzogenauracher Team also vorhanden, allein die Umsetzung im Ligabetrieb geriet in der jüngeren Vergangenheit gehörig ins Stocken.

Anders gestaltet sich die Situation beim SC Feucht. Nach einem kurzen Durchhänger Mitte Oktober mit der bislang einzigen Saisonniederlage beim FSV Erlangen-Bruck (1:2) meldete sich die Mannschaft von Florian Schlicker eindrucksvoll zurück.

Zuletzt feierte sie zwei verdiente Derby-Siege gegen den FSV Stadeln (3:0) und den SV Schwaig (6:1) und bewies dabei die spielerische Überlegenheit, die sie seit Saisonbeginn auszeichnet. „So eine kleine Leistungsdelle ist ganz normal. Ich kenne keine Mannschaft, die vom ersten bis zum letzten Spieltag konstant stark spielt. Es war ein Weckruf zur rechten Zeit, denn jetzt machen wir auch die Kleinigkeiten wieder besser“, blickt Schlicker auf die bislang einzige kleine Schwächephase zurück.

„Bin froh, dass sich kein Spieler verletzt hat“

Dabei überzeugt der Sportclub nicht nur spielerisch, auch körperlich sind die Feuchter in der Lage dagegenzuhalten, wenn es sein muss. Das wurde vor allem im Spiel gegen Schwaig deutlich. „Ich bin froh, dass sich kein Spieler verletzt hat. Das war in dieser Partie nicht unbedingt zu erwarten“, spielt Schlicker auf die teilweise überhart geführten Zweikämpfe der Rahner-Elf an.

Trotz deutlicher Führung und drückender Überlegenheit zogen die Feuchter nicht zurück und holten sich im zweiten Durchgang vier gelbe Karten ab. Eine wichtige Erkenntnis, immerhin wird der Bayernliga-Aufstieg durch ansehnlichen Fußball allein nicht zu realisieren sein. Die bisherige Saison hat gezeigt: Gegen den Spitzenreiter gehen alle Teams besonders motiviert und aggressiv zu Werke.

Mit positiven Gefühlen denkt Schlicker an das Hinspiel zurück: Im Feuchter Waldstadion drehten seine Jungs die Partie nach frühem Rückstand innerhalb von nur 13 Minuten in eine komfortable 3:1-Führung. „Wir haben ein bisschen gebraucht, bis wir in die Partie hinein gefunden haben. Aber dann hat man gesehen, dass wir sehr viel Potenzial haben, wenn wir es seriös spielen“, fasste der Feuchter Trainer die Partie Mitte Juli zusammen.

Verteidiger Kaya meldet sich zurück

Gute Nachrichten erreichen den SC-Coach von seinem Mannschaftsarzt: Verteidiger Yasin Kaya, zuletzt in bestechender Form und Torschütze in Stadeln, hat seine Verletzung auskuriert und wird am Sonntag in den Kader zurückkehren. Weiterhin fehlen wird hingegen Angreifer Stephan König, der nach seiner roten Karte in Stadeln noch ein Spiel gesperrt ist. Vertreten werden dürfte Feuchts Tormaschine erneut vom Duo Tim Ruhrseitz und Marco Weber. Die beiden offensiven Mittelfeldspieler wirbelten die Schwaiger Abwehr wiederholt durcheinander und machten das Fehlen Königs nicht bemerkbar.

Aufgrund des nasskalten Wetters, das für das Wochenende prognostiziert wird, rechnet Schlicker damit, die Partie auf dem Kunstrasenplatz zu bestreiten. „Das würde meiner technisch starken Mannschaft entgegen kommen“, zeigt sich der SC-Coach vor dem Duell im Landkreis Erlangen-Höchstadt tiefenentspannt.

N-Land Daniel Frasch
Daniel Frasch