FCN-Fanclub feierte Jubiläum

Warum ein rot-weißer Schal nicht geht

Die Geburtstags-Talkrunde des Fanclubs Altmeister mit Radiolegende Günther Koch und Ex-Profi Rainer Zietsch. Foto: J. Ruppert2013/10/5_2_2_2_20131019_MEISTER.jpg

HERSBRUCK – „Ich komm gleich zum Trainer“, sagte der frühere Radiokommentator Günther Koch. Die Stimme Frankens war einer der prominenten Gäste zum 35. Geburtstag des Hersbrucker FCN-Fanclubs Altmeister. In Kratzers Biergarten (derzeit Kratzers Bierzelt) plauderte er zusammen mit Profis und Funktionären über den 1. FC Nürnberg.

Etwa 70 Altmeister mit ihrem Führungstrio Werner Schwarz, Raimund Schertl und Jürgen Loos und auch viele Fußballanhänger wollten die Talkrunde sehen und hören. Dieter Bracke, Ex-Sportchef der Nürnberger Zeitung, moderierte den Abend. Wichtigstes Thema war natürlich der vakante Trainerstuhl beim FCN.

Club-Aufsichtsrat Günther Koch zeigte in seiner Antwort die Kunst des „Um-den-heißen-Brei-Herumredens“: Der neue Mann hat einen ganz bekannten Namen, ist scharf auf den FCN, aber ich darf nach außen nichts sagen. Mit Stand vom letzten Mittwoch, 19.30 Uhr, ließ sich der Funktionär aber doch zu einem konkreten Statement bewegen. Interimscoach Roger Prinzen wird die Mannschaft gegen Frankfurt betreuen.

Als Journalist fällt es leicht zu kritisieren, ergänzte Günther Koch. Doch mittlerweile hat er die andere Seite kennengelernt und erkannt, wie verwoben und diffizil das Geschäft bei den Profikickern ist.

Ex-Profi Rainer Zietsch schilderte Probleme des FCN-Nachwuchsleistungszentrums: vom Training unter Ausschluss der Öffentlichkeit über überehrgeizige Eltern bis zu Spielen mit zig Beratern auf der Tribüne. Mike Frantz aus dem aktuellen FCN-Kader musste sich auf Dieter Brackes Frage äußern, warum der FCN im Moment nur eine Halbzeit lang Gas geben kann. Zudem analysierte der Mittelfeldakteur den 0:5-Untergang gegen den Hamburger SV. Jungprofi Markus Mendler beschrieb sein Verletzungspech.

Bei den Zuschauerfragen wollte Raimund Schertl wissen, warum der FCN lauter Namenlose als Nachwuchstrainer beschäftigt. Die wenigsten Ex-Profis möchten den Knochenjob mit hohem Zeitaufwand und schlechter Bezahlung machen, sagte Rainer Zietsch. Gerhard Scharf erkundigte sich nach der Transferpolitik. Ab 500.000 Euro und bis runter zur B-Jugend wird der Aufsichtsrat gefragt, antwortete Günther Koch.

Anstelle eines Grußwortes erzählte Bürgermeister Robert Ilg die Anekdote, wie er vor Jahrzehnten als Neu-Hersbrucker mit einem rot-weißen Schal durch seine neue Heimatstadt gelaufen ist. Die Farben (für Nichtfußballer: Bayern München) sind hier nicht so optimal, wurde er prompt aufgeklärt.

Bettina Schertl ließ die 35-jährige Ära der Altmeister Revue passieren. Kaum war der Fanclub gegründet, durfte der Wiederaufstieg des FCN in die Bundesliga gefeiert werden: acht Tage lang. Höhepunkte waren ein Zeltlager im Hersbrucker Steinbruch, ein Altmeister-Haarschnitt, Fahrten zu Uefa-Cup-Auswärtsspielen bis hin zu Sankt Petersburg und – schon lange vor der offiziellen Erfindung – sogar Public Viewing.

N-Land Jürgen Ruppert
Jürgen Ruppert