TSV-Mädels gelingt gegen Aufstiegsfavoriten Hahnbach ein sensationeller 3:0-Heimsieg

Volleyball-Gala in der Zeidlerhalle

Damit hatte selbst TSV-Trainer Armin Hoefer in seinen kühnsten Träumen nicht gerechnet: Seine Mädels um Valeria Carni (am Ball), Libera Claudia Kulessa, Käpt’n Eva Kossack und Isabell Muswieck (hinten) kauften Hahnbach den Schneid ab. | Foto: kk2015/11/tsvfeuchtsvhahnbach.jpg

FEUCHT – Getragen von den eigenen Fans gelang den Bayernliga-Volleyballerinnen des TSV Feucht mit der bisher besten Saisonleistung eine kleine Sensation. In einem ganz engen Match bezwang das Team den SV Hahnbach mit 3:0. Ein Gegner, der seine Klasse durchaus zeigte und ganz sicher um den Aufstieg mitspielen wird. An diesem Tag scheiterte der Favorit aber an einem überragend spielenden und kämpfenden TSV Feucht.
Trainer Armin Hoefer wurde schon etwas mulmig, als er die letzten Ergebnisse von Hahnbach betrachtete. Das waren ganz klare Siege gegen Gegner, gegen die sich der TSV schon mächtig strecken muss. Und genauso stellte er sein Team auch ein: „Wenn wir nicht zu 100 Prozent an uns glauben und mutig kämpfen, werden wir hier eine Klatsche bekommen.“ Nur zu gut hatte Hoefer noch das Match gegen den VfL Nürnberg II im Hinterkopf, als seine Mannschaft zwei Sätze lang den Nachweis schuldig blieb, auch nur ansatzweise Bayernliga spielen zu können, bevor das Match mit einer tollen Moral noch gedreht wurde.
Weitere Feuchter Waffe
Mit einer klaren taktischen Ausrichtung und einem festen Ziel vor Augen, Hahnbach so gut es geht Paroli zu bieten, gingen die TSV-Mädels in das Duell. Und vom Start weg zeigten die Gastgeberinnen, dass sie die Aufgabe mutig und voll konzentriert angehen wollten. Isabel Muswieck brachte mit den ersten guten Angriffen den TSV in Position, Libera Claudia Kulessa strahlte vom ersten Ball an viel Sicherheit in der Defensive aus. Und auch eine weitere Feuchter Waffe war geladen – der TSV-Aufschlag kam druckvoll und mit einer erstaunlich geringen Fehlerquote. Schnell setzten sich die Feuchterinnen mit 8:4 ab, doch Hahnbach konterte ebenfalls mit einer sehr guten Aufschlagserie. Doch der Anschluss verunsicherte den TSV keineswegs (11:10), das Team glaubte an sich und auch die Zuschauer hatten „Lunte gerochen“, hakten Fehler schnell ab und feierten jeden Punkt gemeinsam mit der Mannschaft. Doch auch die nächste, kleine Führung für die Gastgeberinnen ließ die Hahnbacherinnen keineswegs unruhig werden, erneut konterten die SV-Mädels ein 16:21 mit taktisch klugem Angriffsspiel (19:21). Doch am Ende sollte es wieder ein unwiderstehlicher Außenangriff sein, der die Halle erstmals richtig zum Beben brachte (25:23).
Momentum auf TSV-Seite
Die Gäste wirkten aber zu keiner Phase geschockt, das Team ist gefestigt und spielte weiter auf einem starken Level, obwohl man doch auf zwei Leistungsträgerinnen verzichten musste. Der folgende Set nahm einen ähnlichen Verlauf, beide Mannschaften feuerten sich phasenweise die Angriffe um die Ohren, kämpften mit starken Abwehrreihen um jedes Minibreak. „Ich möchte sagen, dass die Zuschauer zwei starke Teams gesehen haben, die mit vollem Einsatz um jeden Ball kämpften“, so Trainer Hoefer, der bis zum 12:11 wieder ein Match auf Augenhöhe sah. Dann kam Isabel Muswieck zum Service, die dreimal gut, dreimal mit Netzkante aufschlug und Hahnbach damit zur Verzweiflung brachte. Der SV gab aber nicht auf, riskierte in der Folge selber viel im Aufschlag und kam erneut bis auf 23:22 heran. Doch das Momentum war wieder auf der Feuchter Seite, viele enge Bälle, die in den entscheidenden Phasen ein paar Mal mehr der TSV gewann. Mit dem zweiten Satzgewinn stand die Halle dann endgültig Kopf (25:22).
Hahnbach ließ nicht locker
Wer nun dachte, die Spannung wäre nicht mehr zu überbieten, sollte sich aber getäuscht sehen. Hahnbach dachte nicht im Traum daran, nachzulassen. Zu eng war die Partie bis dahin verlaufen und allen war klar, dass hier eine 2:0-Satzführung eigentlich noch nichts bedeuten sollte. Die Gäste hielten unverdrossen dagegen, ließen sich auch von einem 6:12-Rückstand nicht entmutigen.
Es kam die Phase, in der die überragende Hahnbacher Libera Arndt den TSV-Angriff fast zur Verzweiflung brachte. Sie kratzte alle Bälle vom Boden und im Gegenzug hatten die Gäste nun das Momentum auf ihrer Seite und versenkte Angriff um Angriff.
Doch auch der Ausgleich (12:12) brachte an diesem Tag den TSV nicht ins Wanken, die Mädels versuchten Ball für Ball weiter Vollgas zu geben und wurden belohnt. Helena Gleiß kam für Valeria Carni im Angriff und drosch in der Folge einen Überkopf-Angriff nach dem anderen ins Feld, die Gastgeberinnen setzten sich wieder leicht ab. Doch auch eine 23:21-Führung sollte es noch nicht gewesen sein. Nun zeigte der TSV erstmals Nerven und versemmelte einige Aufschläge zuviel. So wendete sich das Blatt erneut und Hahnbach erkämpfte sich drei Satzbälle, die der TSV allesamt mutig abwerte. Beim Stand von 27:26 hatten dann die Gastgeberinnen ihren ersten Matchball, den Isabel Muswieck mit aller Macht versenkte.
Drei Punkte für Klassenerhalt
Der TSV konnte sein Glück kaum fassen, so einen starken Gegner tatsächlich besiegt zu haben. Fans und Mannschaft feierten noch minutenlang, während die unter Wert geschlagenen Hahnbacherinnen noch eine Weile grübelten, warum ein so knappes Match am Ende ein 3:0 auf der Anzeigetafel stehen hatte.
„Heute können wir richtig stolz sein auf unser Team, alle haben alles gegeben und mit der besten Saisonleistung haben wir uns den Sieg auch verdient gegen einen wirklich starken Gegner.“ Für Trainer Armin Hoefer wieder drei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt, denn die Liga ist verdammt eng. AH

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