Eishockey

Virus schickt Generations Hersbruck vorzeitig in die Pause

Dieses Bild sagt mehr als tausend Worte: Die Generations Hersbruck haben Sommerpause – wegen der Corona-Pandemie vorzeitig und ohne den angestrebten Finalerfolg. Doch das wollen die Kufencracks dann in der nächsten Saison unbedingt nachholen. | Foto: privat2020/04/IMG-20200401-WA0010.jpg

HERSBRUCK – Die Corona-Pandemie hat auch den Kufencracks der Generations einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das groß angekündigte zweite Spiel in der Halbfinalserie der Nordbayerischen Hobbyliga DNHL wurde wenige Stunden vor dem Bully abgesagt. Die Generations blicken dennoch auf eine sehr erfolgreiche Saison mit vielen kleinen Höhepunkten zurück und gehen umso motivierter ins Sommertraining.

13. März 2020, eigentlich sollte der Fanbus, mit 55 angemeldeten Mitfahrern mehr als voll, gegen 18 Uhr am Plärrer in Hersbruck abfahren. Das Gefährt selbst wurde von Fahrschulbesitzer Heiko Hense und seinem Team zuvor noch entsprechend präpariert und so fand das Logo der Generations in Form eines über vier Quadratmeter großen Aufklebers Platz auf einer der seitlichen Außenwände.

Die Organisatoren der Fanfahrt nach Nürnberg hatten keine Kosten und Mühen gescheut, es standen 20 Kästen Freibier für die Fans bereit. Sogar an eine Musikanlage zur Einstimmung aufs Spiel wurde gedacht – dank der Unterstützung der Sportkollegen vom 1. FC Hersbruck.

Bestens vorbereitet

Das Team der Generations rund um Coach Christian Gaul war gut aus dem kurzfristig abgehaltenen Trainingslager am Wochenende zuvor zurückgekehrt. Für die meisten Spieler wäre die Partie an jenem Freitagabend wohl das „größte Spiel der bisherigen Hobbykarriere“ gewesen, wenn man an die vielen Zuschauer und die sportliche Brisanz denkt. Am allermeisten freute man sich hinter vorgehaltener Hand aber auf die im Anschluss geplante Finaleinzugsparty im „La Bodega“ in Hersbruck.

So waren alle mehr als bereit, um am Abend die „Hurricanes“ aus Nürnberg endgültig in die Schranken zu weisen und den Finaleinzug zu feiern. Gegen 14 Uhr kam dann aber die Meldung, die viele aufgrund der zu diesem Zeitpunkt rasenden Corona-Entwicklung schon viel früher erwartet hatten: Spielleiter Fabian Oppel informierte die Mannschaft über die plötzliche Absage. Dass die Enttäuschung keine Grenzen kannte, war nur ein weiteres Indiz dafür, wie tief der Stachel bei dem ein oder anderen zu diesem Zeitpunkt saß.

An dieser Stelle sei ausdrücklich gesagt, dass die Generations in keinster Weise die von staatlicher Seite verhängten Maßnahmen in Frage stellen – doch für den ein oder anderen ist manchmal ein Hobbyspiel, sei es auf dem Bolzplatz mit Freunden, samstags auf dem Weiher oder eben Freitagabend in der Arena Nürnberg, eben nicht einfach nur ein Hobbyspiel. Jeder, der schon mal Wettkampfsport betrieben hat, versteht das.

Blick auf den Sommer

Und so blieb der jungen Mannschaft nur eins: Volle Konzentration auf das anstehende Sommertraining, das Mitte September mit einem Trainingslager in Mittenwald beginnen soll.

Die Generations können trotz des abrupten Endes hochzufrieden auf eine sehr erfolgreiche Saison zurückblicken, auch wenn der „große Wurf“ gezwungenermaßen um ein Jahr verschoben werden musste. Im März 2019 zählte man bei einer Vorstandssitzung neun aktive Spieler und keinen Torwart für die anstehende Saison. Die Aussichten waren damals alles andere als rosig. Über den Sommer wurde aber fleißig und konsequent daran gearbeitet, den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten.

Knackpunkt war die geglückte Verpflichtung von Christian Gaul als hauptamtlichem Trainer. Der ehemalige Juniorennationalspieler ist ein echter Hersbrucker und hat schon in den Jugendabteilungen des EHC 80 Nürnberg sowie des EV Regensburg gespielt. Zahlreiche Verletzungen und eine ordentliche Berufsausbildung haben ihn davon abgehalten, seiner Leidenschaft professioneller nachzugehen, und so war er als junger Erwachsener letztmalig bei einem Verbandsspiel für die Amberger Kufenflitzer aktiv. Er hatte nicht wenig Anteil daran, dass Leistungsträger aus der Vorsaison „am Puck“ blieben.

Bereits in den ersten Saisonspielen wurde deutlich, dass sich die Generations höchstwahrscheinlich nur selbst schlagen können. Gegen die Puckbusters aus Weiden brauchte es eine vor allem mental starke Leistung, auch gegen das ehemalige Farmteam der Generations, die Whitebucks, zeigte man sich nicht von seiner besten Seite. Ein eklatanter Unterschied zum Vorjahr war jedoch nie von der Hand zu weisen: Die Hersbrucker waren konstant und entschieden auch enge Partien für sich. Letztendlich ging nur eines von zehn Spielen verloren, den Rest gewannen die Generations teils sehr deutlich.

Finaltag gestrichen

Sportlich waren die Hersbrucker Kufencracks endlich dort angekommen, wo sie hingehören. Hätte die Saison ihren normalen Verlauf genommen, hätte am ersten April-Wochenende das Endspiel am großen DNHL-Finaltag angestanden – doch wegen Corona wurde der Spielbetrieb eingestellt und es gibt dieses Jahr ähnlich wie bei den Profis in der DEL keinen Meister.

Auch wenn es im Eishockey den Sommer über traditionell sehr ruhig wird, hoffen die Hersbrucker Kufenflitzer darauf, dass zumindest der Tag der Vereine am 3. Mai stattfinden kann – entgegen aller düsteren Aussichten derzeit. Die Generations würden sich sicher freuen, den ein oder anderen Interessenten an der Eishockey-Torwand begrüßen zu dürfen.

Daneben ist der Hersbrucker Eissport allerdings immer offen für Ideen, Ratschläge, potenzielle Mitglieder und neue Sponsoren. Die Kontaktaufnahme ist jederzeit möglich, am einfachsten über die Fanbus-Mailadresse [email protected], die voller Selbstvertrauen für die kommende Saison gar nicht erst gelöscht wurde.

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