Feucht empfängt Pölling

„Viel zu viele individuelle Fehler“

Jan Völkel coacht den TSV seit der Saison 2017/18. | Foto: Archiv2019/10/Feucht-TSV-Voelkel-online.jpg

FEUCHT – Der TSV Feucht bekommt zu viele Gegentore. 41 waren es bislang – etwa doppelt so viel wie die meisten anderen Teams der Kreisliga Ost. Dennoch hält Trainer Jan Völkel an der offensiven Ausrichtung seiner Mannschaft fest – auch am Sonntag gegen den SV Pölling.

Als Aufsteiger hat man es selten leicht. Aber hätten Sie gedacht, dass es so schwer wird?

Völkel: Wir hatten ein, zwei länger verletzte Spieler, mussten von Woche zu Woche Umstellungen vornehmen und haben uns deshalb einfach nicht so gefunden. Dass es schwer wird, war mir bewusst. Aber in ein, zwei Spielen haben wir auch einfach schlecht performt. Berching und Hofstetten sind Gegner, die wir eigentlich hinter uns lassen wollen. Da haben wir nicht gepunktet und diese Punkte fehlen uns.

41 Gegentore in zwölf Spielen sind allerdings happig. Woran liegt’s?

Völkel: Es ist jetzt nicht so, dass unsere Abwehr kein Kreisliga-Niveau hat. Aber wenn du dem Gegner den Ball in die Füße spielst, dann kannst du daran wenig arbeiten. Von diesen individuellen, zum Teil kapitalen Fehlern sind uns in den letzten Spielen viel zu viele passiert. Und sie werden in dieser Liga einen Tick härter bestraft als in der Kreisklasse.

Sind Sie als Trainer da gewissermaßen machtlos?

Völkel: Es ist schon ein bisschen frustrierend. Man merkt diese leichte Verunsicherung: Da traut sich mancher den Ball nicht spielen, den er sonst spielen würde. Wir müssen nun im Training an den einfachen Sachen arbeiten und uns die Sicherheit zurückholen. Dass wir es können, haben wir ja schon bewiesen. Und mit Arian Veliqi wird noch einer zurückkommen, der seine Nebenleute besser und im Spiel den Unterschied macht.

„Wenn wir verlieren, reißt irgendwann die Lücke“


Wie groß ist nach den jüngsten Niederlagen der Druck vor dem Pölling-Spiel?

Völkel: Die Partie ist enorm wichtig für uns. Wenn wir gewinnen, sind wir in einer Gruppe mit vier, fünf anderen Mannschaften, dann sind wir wieder voll dabei. Wenn wir verlieren, dann reißt irgendwann die Lücke. Wir wollen in dieser Saison nicht in die Situation kommen, dass wir gewinnen müssen. Gleichzeitig wissen wir, dass nach dem Pölling-Spiel noch Kaliber von oben kommen. Aber auch davor müssen wir keine Angst haben: Gegen Pollanten und Ezelsdorf haben wir schließlich vier Punkte geholt.

Mit welcher Einstellung gehen Sie dann ins Spiel. Erstmal hinten dicht halten?

Völkel: Nein, nein, das können wir gar nicht. Wir werden offensiv ins Spiel gehen. Dass wir bei dieser Spielweise nicht nur ein Tor brauchen, um zu gewinnen, sondern zwei oder vielleicht drei, das wissen wir. Aber die Qualität im Angriff haben wir.

N-Land Christian Geist
Christian Geist