Belgier Ruben Bemelmans gewinnt ATP-Turnier von Eckental

Turnier-Triumph im dritten Anlauf

Ruben Bemelsmans nutzte im Gegensatz zu Finalgegner Tim Pütz seine Breakchancen und holte sich mit 7:6 und 6:3 den ATP-Turniersieg in Eckental.2014/11/91345_ATPFinaleBemelmansbea_New_1414956367.jpg

ECKENTAL (bw) – Die 18. Auflage des ATP-Challenger-Turniers endete gestern Nachmittag vor vollen Rängen im House of Sports mit einem verdienten Sieg des Belgiers Ruben Bemelmans, der bei seiner dritten Finalteilnahme in Eckental endlich einmal ganz oben stand. Der 7:6, 6:3-Gewinner gegen Tim Pütz kassierte für seine erfolgreiche Woche beim „Bauer Watertechnology Cup“ im fränkischen Tennis-Mekka 4300 Euro Preisgeld und wertvolle 80 ATP-Punkte.

Für den 26-jährigen Daviscupspieler scheint deutscher Tennisboden das Erfolgsrezept zu sein, denn alle drei Turniersiege seiner Karriere (davor zweimal in Wolfsburg) gelangen ihm hier. Von seinem ersten Challenger-Erfolg träumte – nach den gezeigten Leistung verständlich – auch der gestern Unterlegene Pütz. Doch für den Hessen (Usingen/Tauaus) war Bemelmans nur im ersten Satz in Reichweite.

Ab der Satzmitte entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, Geschwindigkeit und Niveau nahmen im Gleichschritt zu und letztlich fehlten bei 5:4, 0:30 Service Bemelmans nur zwei erfolgreiche Bälle zum Satzgewinn. Bereits im achten Spiel hatte der Rechtshänder, der in diesem Jahr mit seinem Wimbledon-Auftritt (Qualifikationssieger, 2. Runde Hauptfeld) für Schlagzeilen sorgte, drei Breakchancen. Diese blieben ungenutzt, im Tiebreak rächte sich dies bitter: Ein knallharter Passierschlag zum „Mini“-Break für den Belgier brachte den späteren Sieger auf die Erfolgsspur, Pütz konnte nur noch reagieren und Bemelmans ließ sich nicht mehr die Butter vom Brot nehmen. Ein derartiger Spielverlauf war zu erwarten, wenn die Nr. 191 (Bemelmans) gegen die Nr. 203 (Pütz) der Welt spielt.

„Mein Aufschlagsverlust zu Beginn des zweites Satzes war letztlich die Entscheidung“, brachte es Tim Pütz auf den Punkt. Während der erste Satz noch eine knappe Stunde dauerte, war es nun im Expresstempo um den Deutschen geschehen. Die zweite Pütz-Niederlage binnen eines Jahres gegen Bemelmans – im Vorjahr verlor er im Halbfinale – war nicht mehr abzuwenden. 3:6 – „ich komme jedenfalls 2015 wieder, für mich wäre es gut, wenn man Bemelmans nicht mehr aufnehmen würde“, scherzte der Verlierer bei der Siegerehrung. Nichtsdestotrotz eine zufriedenstellende Woche für Tim Pütz, der mit seinem Viertelfinalsieg dafür verantwortlich war, dass bereits im Viertelfinale der letzte gesetzte Spieler ausschied (6:4, 3:6, 7:6 gegen die Nr. 4 Evgeny Donskoy).

Starke Belgier

Ab dem Samstags-Halbfinale glich das Turnier, das mit Tennis-Assen aus 15 Nationen startete, deutsch-belgischen Festspielen. Die beiden Nachbarländer teilten unter sich Punkte und Preisgeld für die Top 4 im Einzel und den Doppelsieg auf. Das gab es in der fast 20-jährigen Geschichte des Eckentaler ATP-Challenger-Turniers noch nie.

Die Siegesserie des Qualifikanten Mirza Basic endete beim siebten Auftritt (Halbfinale). Nicht einmal eine Stunde benötigte Ruben Bemelmans, um ins Endspiel einzuziehen. 6:2, 6:1 – der Belgier konnte Kräfte sparen für seine zwei Sonntagsauftritte im Einzel und Doppel. Tim Pütz bekam im zweiten Halbfinale gegen seinen Kontrahenten Niels Desein – der den an Nr. 1 gesetzten Dustin Brown mit 7:6 und 6:4 aus dem Turnier geworfen hatte – noch die Kurve, nachdem er schnell mit 2:6 ins Hintertreffen geriet. Er konnte den Schalter umlegen und hatte mit zunehmender Spielzeit die Partie sicher im Griff. Er gönnte Desein nur noch ganze drei Spiele.

Viertelfinale: Bemelmans (Belgien) – Kravchuk (Russland) 6:1, 7:5; Desein (Belgien) – Arnaboldi (Italien) 7:5, 3:6, 6:1; Basic (Herzegowina) – Denis Matsukevich (Russland) 6:2, 5:7, 6:1; Pütz (Frankfurt) – Donskoy (Russland) 6:4, 3:6, 7:6 (6).

Halbfinale: Bemelmans – Basic 6:2, 6:1; Pütz – Desein 2:6, 6:2, 6:1.

Finale: Bemelmans – Pütz 7:6 (3), 6:3

N-Land Pegnitz-Zeitung
Pegnitz-Zeitung