TV Altdorf verstärkt sich gleich dreimal

Trikot, wechsle dich

Altdorfs Juliane Kind (Hintergrund) darf ab sofort drei alte Bekannte in ihrem Team begrüßen. | Foto: Daniel Frasch2021/02/TV-Altdorf-Kind-Angriff-scaled.jpg

ALTDORF – Nach dem Saisonabbruch in der 3. Liga verpflichten die Altdorfer Volleyballdamen vor dem Heimspiel gegen Grimma drei Neuzugänge. Vom TV 1860 Fürth stoßen Libera Stephanie Hofmann, Außenangreiferin Juliane Doranth und Angreiferin Maya Hölzlein zum Team.

Unverhofft kommt oft. Im Sport geschehen bekanntermaßen immer wieder Ereignisse, die im Vorfeld nicht zu erwarten waren. Zum Beispiel dann, wenn der krasse Außenseiter über sich hinauswächst und dem hohen Favoriten ein Bein stellt und Punkte abluchst. Eine derartige Überraschung gelang den Volleyballdamen des TV Altdorf zuletzt nicht. Dafür sorgte der mittelfränkische Zweitligist unter der Woche für einen personellen Paukenschlag: Nachdem die Spielzeit ab der 3. Liga abwärts Corona-bedingt vorzeitig abgebrochen wurde, eröffnete sich den Löwen die Möglichkeit, kurzfristig ihren Kader zu verstärken und im Kampf um den Klassenerhalt personell aufzurüsten.

Libera Stephanie Hofmann. | Foto: studio-b152021/02/TV-Altdorf-Neuzugang-Stephanie-Hofmann.jpg

Vom Drittligisten und letztjährigen Ligakonkurrenten TV 1860 Fürth werden ab sofort für den Rest der Saison drei Spielerinnen für den TV Altdorf auflaufen, die in der aktuellen Saison lediglich ein Spiel absolvieren konnten (0:3-Niederlage in Erfurt). Auf der Libera-Position kommt die erfahrene Stephanie Hofmann nach Altdorf, die sich bereits während ihrer Zeit beim VfL Nürnberg einen Namen gemacht hat. Neuzugang Nummer zwei ist in Altdorf keine Unbekannte, schließlich unterrichtete sie schon als Studienreferendarin am Leibniz-Gymnasium: Juliane Doranth, eine gefürchtete Außenangreiferin, die in Fürth mit Juliane Kind bereits sehr erfolgreich agierte. In Altdorf ist das Duo nun also wieder vereint.

Außenangreiferin Juliane Doranth. Foto: studio-b152021/02/TV-Altdorf-Neuzugang-Juliane-Doranth.jpg

Bayerische Beachvolleyball-Meisterin

Die Dritte im Bunde ist das hoffnungsvolle 18-jährige Talent Maya Hölzlein (Angreifern), die einst beim SC Memmelsdorf ausgebildet und bereits Bayerische U18- und U19-Meisterin im Beachvolleyball wurde. Durch die Verpflichtungen wird Altdorfs Kader nicht nur qualitativ besser, sondern erhält auch mehr Tiefe und bietet Chefcoach Milan Dörnhöfer somit noch mehr Möglichkeiten und Alternativen.

Neuzugang Maya Hölzlein. Foto: studio-b152021/02/TV-Altdorf-Neuzugang-Maya-Hoelzlein.jpg

Auch auf der Position der Zuspielerin hätte dem TVA eine Verstärkung gutgetan. „Aktuell sind wir im Zuspiel nicht ideal aufgestellt“, weiß auch Dörnhöfer. Die erfahrene Christina Kosikowski ist noch immer angeschlagen und kämpft mit den Folgen einer Beinverletzung, Ellen Heimburger befindet sich nach wie vor in Quarantäne. Die beiden Ausfälle konnte die Mannschaft im vergangenen Spiel in Dingolfing (1:3) trotz aller Bemühungen nicht kompensieren. Eine weitere Baustelle bleibt die Liberaposition. Hier zeichnet sich jedoch eine Lösung ab, die der eingesprungenen Nadja Nawrat eine Last von den Schultern nehmen soll. „Wir müssen unser Spiel wieder schneller hinbekommen und in der Mitte mehr Präsenz zeigen“, fordert Altdorfs Trainer. Hier aber sollen die vorhandenen Spielerinnen ihre Möglichkeiten künftig besser entfalten.

Die nächste Möglichkeit, ihr Können unter Beweis zu stellen und wichtige Punkte einzufahren, bietet sich dem Altdorfer Zweitligisten bereits heute Abend (19 Uhr). Nach der Niederlage in Dingolfing am vergangenen Wochenende ist mit Vorwärts Sachsen Volleys Grimma ein unangenehmer Gegner zu Gast in der Dreifachturnhalle, der die Altdorfer beim 3:0 im Hinspiel im November regelrecht zerfledderte.

Wiedergutmachung betreiben

Wir waren überhaupt nicht da, nicht nur die Annahme war unterirdisch, wir waren in allen Elementen ein einziger Totausfall“, schimpfte Milan Dörnhöfer damals im Anschluss an die Partie. Soll sich das Ergebnis von damals nicht wiederholen, müssen sich die Gastgeber im Vergleich zur Vorwoche jedoch deutlich steigern. Für einen Erfolg bedarf es mehr Stabilität im Spielaufbau und mehr Wucht im Angriff. Zwei Eigenschaften, die zuletzt eine wenig in Vergessenheit geraten schienen, die aber sicherlich nur schlummern in einer Mannschaft, die über eine enorme Kampfkraft verfügt.

Wenn die angestammten Angreiferinnen um Spielführerin Katharina Schön („Gegen Grimma haben wir noch eine Rechnung offen“) ihr Potenzial abrufen können, hat Altdorf gegen die sächsischen Angriffe ein probates Gegenmittel. Schön, Alina Hösch und Juliane Kind haben in der laufenden Spielzeit oft genug ihre Zweitligatauglichkeit demonstriert.

Ein Blick auf die Tabellenkonstellation verdeutlicht, wie wichtig weitere Punkte im Abstiegskampf sind. Mit 13 Zählern aus 14 Partien belegt der TVA aktuell Rang zwölf und damit den ersten Abstiegsplatz. Mit einem Sieg – es wäre der vierte der Saison – könnten die Löwinnen die Abstiegszone voraussichtlich wieder verlassen, denn die direkten Konkurrenten um den Abstieg, Vilsbiburg II (gegen SV Lohhof) und TV Planegg-Krailling (gegen TV Holz), haben ebenfalls schwere Aufgaben vor sich.

Von Willi Hanke und Daniel Frasch

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