SC Feucht verliert beim Schlusslicht

Planlos, harmlos, torlos

Mag gar nicht mehr hinsehen: Seine letzte Saison als Manager beim SC Feucht hatte sich Manfred Kreuzer sicher anders vorgestellt. | Foto: D. Meier2017/04/KreuzerManfred-Manager-Feucht1_1.jpg

FROHNLACH/FEUCHT – Enttäuschung auf der ganzen Linie beim 1. SC Feucht. Der Sportclub aus der Zeidlergemeinde verlor am Freitagabend am 27. Spieltag der Bayernliga Nord seine Auswärtspartie beim abgeschlagenen Schlusslicht VfL Frohnlach deutlich mit 0:3 (0:0). Vor 160 Zuschauern im Willi-Schillig-Stadion kamen die Mittelfranken nie an ihre normale Leistung he-ran. Nach dem 0:1-Rückstand vergab Dmytro Zaika per Alleingang die große Chance zum Ausgleich. Nach Gelb-Rot gegen Feuchts Michal Nowak (80.) machten die Oberfranken mit zwei weiteren Treffern den Sack zu und fügten dem SC eine sehr schmerzhafte Niederlage bei, die im Abstiegskampf besonders weh tut.

Die drei Punkte in Frohnlach waren im Ringen um den Erhalt der Bayernliga Nord im Feuchter Lager fest eingeplant. Aber man muss auch gegen den vermeintlichen Absteiger und Träger der roten Laterne erst einmal gewinnen. Über 90 Minuten betrachtet hatten sich die Gäste diesen erhofften Sieg jedoch nicht verdient. Sicher, die Gäste hatten einige Stammspieler zu ersetzen. Doch das darf keine Ausrede sein, denn dann müssen es die anderen richten. Nicht dabei bei Feucht waren die gesperrten Dominik Ammon und Torwart Andreas Sponsel sowie Michael Eckert.

Zaika vertändelt Ausgleich

Die Partie begann mit einem Paukenschlag. Denn schon in Spielminute eins musste Feuchts Keeper Sven Gordzielik sein ganzes Können aufbieten bei einem Schuss von Maximilian Pfadenhauer aus halbrechter Position. Den Ball konnte Gordzielik mit den Fingerspitzen um den Pfosten lenken. Der weitere Verlauf der ersten Halbzeit war ausgeglichen, Torchancen waren Mangelware. Kein Team konnte sich Vorteile erspielen. Der Spielfluss litt zudem, weil Referee Martin Speckner jede Kleinigkeit zu einem Pfiff nutzte.

Frust pur auch bei Trainer Klaus Mösle. Der SC-Coach muss nun dringend einen Weg finden, seine Mannschaft aus der Krise zu führen. | Foto: D. Meier2017/04/MoesleKlaus-Trainer-Feucht.jpg

Feuchts Trainer Klaus Mösle war mit der ersten Halbzeit nicht zufrieden, brachte für den zweiten Durchgang Dmytro Zaika in die Partie. Feucht war nun bestimmend, aber Frohnlach bei Kontern gefährlich. Als René Knie den Ball von der linken Seite flach nach innen brachte stand in der Mitte Pfadenhauer parat, der zum 1:0 für die Oberfranken einschießen konnte (59.). Wenig später hatte Zaika die große Möglichkeit zum Ausgleich, als er ein Solo auf das Frohnlacher Tor lief. Aber anstatt zu schießen, legte er quer, und so konnte Tim Rebhan die Situation in allerletzter Sekunde entschärfen.

Feucht in Unterzahl

Nun wurde es schwer für die Gäste, die einfach kein Mittel fanden, um die Abwehr um Kapitän Christian Beetz aus den Angeln zu heben. Es fehlten die zündenden Ideen und auf einem sehr gut präparierten Rasen auch der letzte Pass. Zwar war Feucht bemüht, wohl wissend, dass die drei Punkte Pflicht sind. Aber die Partie sollte zu Gunsten der Hausherren enden.

Zehn Minuten vor dem Ende kassierte Michal Nowak für einen Trikotzupfer Gelb-Rot und das nutzten die Platzherren aus. René Knie erzielte mit einem phantastisch getretenen Freistoß von der Strafraumecke, er zirkelte den Ball genau in den Winkel, das 2:0 (82.). Feucht warf alles nach vorne und kassierte nach einem Konter von Kevin Hartmann noch den dritten Treffer (86.).

Der Einsatz war Felix Spielbühler, hier im Duell mit Frohnlachs Maximilian Weinreich, und den Feuchtern nicht abzusprechen. Aber nur Engagement reicht eben nicht. | Foto: D. Meier2017/04/SpielbuehlerFelix-li-gegen-WeinreichMaximilian1.jpg

Für Feucht war es die vierte Niederlage in Folge und zum vierten Mal wurde kein Tor erzielt. Damit hat sich die Lage zugespitzt und es droht nach wie vor die Abstiegs-Relegation. Frohnlach hat nach sechs sieglosen Spielen mit zuletzt vier Niederlagen wieder einmal gewonnen. Dennoch dürfte der Direktabstieg unvermeidbar bleiben, auch wenn der SC dem Gegner neues Selbstvertrauen geschenkt hat.

Stimmen zum Spiel

Klaus Mösle (Trainer 1. SC Feucht): „Die erste Halbzeit war nicht gut von uns. Als wir dann im zweiten Durchgang am Drücker waren, sind wir in einen Konter gelaufen, der zum 1:0 geführt hat. Wir hatten die klare Chance durch Zaika, die wir hätten nutzen müssen. Uns haben unter dem Strich zu viele Stammspieler gefehlt, auch wenn Torwart Gordzielik gut gehalten hat. Wir konnten die Ausfälle nicht kompensieren und haben kein Mittel gefunden, das Blatt noch zu wenden. Das hatten wir uns anders vorgestellt, die Mannschaft hat aber unter dem Druck verkrampft, was die Ursache für die Niederlage gewesen ist.“

Oliver Müller (Trainer VfL Frohnlach): „In der ersten Halbzeit haben wir ganz ordentlich gespielt, nach der Pause waren wir richtig gut. Sicher, Feucht hatte die große Möglichkeit zum 1:1. Wenn da der Ausgleich gefallen wäre, dann hätte die Partie wohl eine Wendung genommen. Aber am Schluss waren wir richtig gut. Der Sieg ist für die Moral der Mannschaft nach den vielen Negativerlebnissen sehr gut und wichtig. Ich befürchte allerdings, dass uns diese drei Punkte nicht mehr helfen werden.“

VfL Frohnlach: Michael Edemodu – Christian Beetz, Yannick Teuchert, Tim Rebhan, Kevin Hartmann, Jannik Schmidt, René Knie, Daniel Alles, Lukas Pflaum, Max Weinreich, Maximilian Pfadenhauer

1. SC Feucht: Sven Gordzielik – Christian Vitzethum (67. Stephan König), Stefan Schorr, Alexandros Nikopoulus (46. Dmytro Zaika), Ljuban Ivic (84. Fatih Boynügrioglu), Frank Lincke, Felix Spielbühler, Oscar Ortiz, Matthias Heckenberger, Michal Nowak, Nico Wessner .

Schiedsrichter: Martin Speckner (Schloßberg)

Zuschauer: 160.

Tore: 1:0 Maximilian Pfadenhauer (59.), 2:0 René Knie (82.), 3:0 Kevin Hartmann (86.).

Gelb-Rot: Michal Nowak (80./1. SC Feucht/wiederholtes Foulspiel).

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