Zweitliga-Volleyballer besiegen FT Freiburg 3:1

SV Schwaig wahrt Heim-Nimbus

Spielte letztmals für Schwaig: Janis Späth (li.). Foto: Zink2017/02/Volley-Schwaig-Freiburg-Spath-net.jpg

SCHWAIG — Die Zweitliga-Volleyballer des SV Schwaig feierten ihren 14. Saisonsieg mit einem starken 3:1 (25:19, 25:21, 21:25, 25:19) gegen den FT Freiburg. Sie konnten ihre Heimsiegserie ausbauen, die am 20. Februar 2016 begonnen hatte und nunmehr seit zwölf Monaten anhält. Es war saisonübergreifend ihr elfter Sahnetag in der Gelben Halle hintereinander.
Keine Niederlage in eigener Halle seit acht Spielen – diese in Schwaig noch nie gegebene Voraussetzung galt fürs 19. Saisonduell, zu dem die Schwaiger den starken FT 1844 begrüßen durften. Dieser Gegner hatte es in sich. Nicht nur durch ihren problemlosen 3:0-Sieg am Vorabend gegen Friedrichshafen hatten sich die Breisgauer auf den dritten Tabellenrang vorgeschoben. Zweiter gegen Dritter also, Liga-Spitzenspiel; mit besseren Karten diesmal für die Gastgeber (nachdem sie das Hinspiel mit 1:3 verloren hatten).
Klare Angelegenheit
Die fränkische Kulisse war mit 310 jubelnden Fans gut; den Freiburgern selbst schien ihr Fight gegen die Young Stars anfangs noch in den Knochen zu stecken. Sie trafen jedenfalls auf eine bestens motivierte gelbblaue Truppe, die mit Lust auf Revanche sofort in die Vollen ging.
Über 8:3, 10:5 und 19:14 hielten die Mittelfranken ihre Gäste mit Fünf-Punkte-Vorsprüngen unter der Knute. Kurios der Anblick der beiden Liberos; da standen sich die Brüder Jonathan und Jakob Schönhagen auf Freiburger Seite fleißig gegenüber, verteilten konsequent ihre Annahmen –, doch durchschlagenden Netzerfolg hatten zunächst eher die Schwaiger. Mit brachialen Bällen ließen Michal Dzierwa, Mariusz Wacek und Kapitän Florian Tafelmayer die Schwarte krachen; auf dem Feld brillierte auch – das ganze Spiel über – Janis Späth.
Für den 198cm-Mittelblocker war es das letzte Heimspiel im gelbblauen Dress: Danach verabschiedet von seinen Teamkameraden und von Abteilungsleiter Hans-Peter Ehrbar, zudem (zum dritten Mal) ausgezeichnet mit dem Titel „Most Valuable Player“, verließ Späth den SVS beruflich Richtung England.
Dazu entwickelte das Spiel selbst zunehmend Emotionen und Tempo. Bereits im zweiten Satz kämpften die Teilnehmer buchstäblich mit Händen und Füßen – die Dramatik war spürbar, Gefühle kochten hoch, zuweilen auch aufgrund einiger Schiedsrichter-Entscheidungen, die die Freiburger kaum mittragen wollten.
7:4 hieß es für den SVS nach mehreren langen Ballwechseln und deftiger Blockarbeit am Netz; dann 12:9 und 16:16. Der FT wurde immer stärker, führte schließlich mit 17:16 zum ersten Mal überhaupt. Doch die Gastgeber wollten keinesfalls klein beigeben: Beim Rückstand von 19:20 drehte der SVS den Spieß um und zog über 22:20 sowie 23:21 noch vorbei.
Konzentration ließ nach
Das waren fortan zwei Top-Mannschaften auf Augenhöhe sowie auf Spitzenniveau der 2. Liga. SVS-Coach Jozef Janosik war ohnehin mit gehörigem Respekt ins „Spiel gegen schwierige Freiburger“ gegangen. Er sprach davon, wie schwer es sein würde, „die ganze Zeit die volle Konzentration zu halten“. Der berühmt-berüchtigte dritte Satz sollte ihm Recht geben.
Beim 4:3 (aus Gäste-Sicht) war der FTF nämlich erneut in Führung gegangen. Und diese hielt er auch beim 13:10, 15:11 und 17:12. Für die Schwaiger – verstärkt durch einen auftrumpfenden Christian Schwabe – waren die Breisgauer so gar nicht mehr greifbar. Die Gastgeber lagen bald zum ersten Mal drei, dann vier, sogar fünf Punkte zurück. Und in Höhe des 12:19 wirbelten die Gelbblauen gänzlich verloren im Schleudergang; selbst mehrere Aufschlag-Asse von Dzierwa und Schwabe brachten nur kurzzeitige Linderung. In einem Fight auf Biegen und Brechen setzten sich die Angereisten daher nach 21 Minuten durch. Verdient.
Fehler bei beiden
Satz Nummer vier brachte erneut zwei ausgeglichene Crews ans Netz; die vielen Aufschlagfehler glichen das Szenario gegenseitig aus. Mit tollem gelbblauen Einsatz präsentierten sich jetzt zudem Wichard Lüdje, Tobi Prucker und Tim Rosenow –, dramatisch schaukelte sich das Aufeinandertreffen über 10:6, 17:14 und 17:17 hoch. Der SVS war in der Spur, die Zuschauer tobten. Ein Wahnsinnsballwechsel zum 22:19 schien den Widerstand zu brechen. Tatsächlich: Mit jener „Konzentration, die jetzt nötig war“ – so Janosik –, machten die Mittelfranken den 3:1-Sack zu.
98 Minuten dauerte das Spektakel, das dem SVS nunmehr 42 Tabellenpunkte und weiterhin Rang zwei beschert. Es war der vierte SVS-Sieg hintereinander, der neunte in der Hans-Simon-Halle in dieser Saison, und eben dort holten die Schwaiger nunmehr unglaubliche 26:1 Tabellenpunkte! Mit diesen Zahlen im Rücken geht es Mitte März nach Dresden, bevor – dem wirren Plan sei Dank – am 25. und 26. März ein Doppelspieltag daheim gegen Rüsselsheim (Samstag) und gegen die Volley Young Stars Friedrichshafen (am Sonntagnachmittag um 16 Uhr) ansteht.

N-Land Pegnitz-Zeitung
Pegnitz-Zeitung