Volleyball-Zweitligist überwintert nach Sieg in Fellbach erstmals als Tabellenzweiter

SV Schwaig in unbekannten Höhen

Janis Späth und die Zweitliga-Volleyballer vom SV Schwaig besiegten den SV Fellbach nach dem Hinspiel im November diesmal ohne Tiebreak. Foto: Zink2016/12/Volleyball-Schwaig-Fellbach-073.jpg

FELLBACH/SCHWAIG — Die Volleyballer des SV Schwaig überwintern zum ersten Mal in ihrer 50-jährigen Vereinsgeschichte auf dem zweiten Tabellenplatz der 2. Bundesliga Süd. Zum Auftakt der Rückrunde und im zugleich letzten Spiel des Jahres 2016 gelang ein verdienter 3:1-Sieg beim amtierenden Liga-Meister SV Fellbach (25:19, 25:23, 15:25, 25:21). Es war der neunte Saisonerfolg. Mit ihm ist der Grundstein für ein furioses Duell Anfang Januar gelegt: gegen den aktuellen Liga-Primus Eltmann.
Die Kuriositäten des Ligaspielplanes führten die Mittelfranken zu jenem Gegner, dem sie erst im November in der heimischen Halle 107 Minuten lang Paroli hatten bieten müssen: dem SV Fellbach. „Man kennt sich“, sozusagen. Es war für den SVS bereits das dritte Auswärtsspiel in anstrengender, kräftezehrender Folge.
Und nicht nur bei diesem, sondern auch im November schon mussten die Gelbblauen in einen dramatischen Ablauf einwilligen: Beide Male lagen sie mit 2:0 an Sätzen vorn. Doch während es beim Heimhinspiel vor drei Wochen zu einem Showdown im fünften Satz gekommen war, wussten sich die Mittelfranken diesmal vorzeitig aus der Affäre zu ziehen.
Kapitän und Außenangreifer Florian Tafelmayer zeigte sich im Nachhinein – nach 94 Minuten – „mehr als zufrieden“: In den ersten beiden, guten Durchgängen hatten er und seine Netzkameraden die Fellbacher im Griff.
Allein im dritten Satz verloren sie nach „zwei, drei blöden Fehlern“ den Faden. Die Gastgeber – wie schon im Hinspiel durch eine „lazarett-artige“ Personalsituation gebeutelt und gegen alle Selbstansprüche nur auf Tabellenplatz acht –, die betrübten Gastgeber jedenfalls zogen in dieser Phase großartig (auch mit tollen Aufschlägen) vom Leder. Sie gewannen den Durchgang deutlich mit 25:15. Acht Mal hatten sie in der Hinrunde schon ein Spiel verloren –, sollte der jetzt gewonnene dritte Durchgang eine Wende zum weihnachtlich Besseren einläuten? Konnten sie den „Druck“, den sie sich anfangs vorgenommen hatten, aufrecht halten?
Nein, denn erneut in einen Tiebreak – vor allem wieder nach einem 2:0-Vorsprung – wollten die Gäste nun wirklich nicht. In den letzten drei Fünfsatz-Spielen hatten die Schwaiger nämlich am Schluss zwei Mal knapp den Kürzeren gezogen: mit Stolz (in Eltmann), zuletzt mächtig unfreiwillig (in Rüsselsheim). Diesmal hingegen, in der Gäu­äcker-Halle vor rund 300 Zuschauern, sammelten sie sich konzentriert, profitierten von cleverem Auswechseln – und setzten sich verdient mit 25:21 durch.
Es war nach zwei Niederlagen wieder ein Erfolg und zudem der vierte SVS-Auswärtssieg. In den nunmehr zurückliegenden drei Aufeinandertreffen in der Fremde sammelte Schwaig fünf von neun möglichen Punkten. Und Mittelblocker Janis Späth erkämpfte sich – erstmals seit November 2015 in Hammelburg – wieder den Titel des „Most Valuable Player“.
Jetzt das Spitzenduell im Blick
Der stolze Lohn des gesamten Teams, so ein glücklicher Tafelmayer, ist derweil „ein top Tabellenplatz. Jetzt können wir im Januar richtig Alarm machen.“ Denn alle haben das, dieses, jenes nächste ganz besondere Duell im Sinn, das erste des Jahres 2017: Nach der wohlverdienten Dezember- und Silvesterpause rücken am 7.Januar die Oshino Volleys aus Eltmann an.
In der Gelben Halle am Mittelbügweg treffen um 19.30 Uhr der favorisierte Tabellenerste und der -zweite aufeinander: Also eine aus Schwaiger Sicht noch nie dagewesene Konstellation, die vielleicht mit einem neuen Zuschauerrekord belohnt werden wird.

N-Land Pegnitz-Zeitung
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