SC Feucht verliert Spitzenspiel

Stolz trotz Niederlage

Starker Rückhalt und Pechvogel in einem: Andreas Sponsel (l.) bewahrte den SC in Erlangen mehrmals vor dem Rückstand und leitete dann selbigen selbst ein. | Foto: Zink2017/09/atsverlangenscfeucht_1.jpg

Das spannende Titelrennen in der Landesliga Nord-Ost ist seit Samstagnachmittag nicht mehr ganz so spannend. Nach dem 0:1 (0:0) der Feuchter beim ATSV Erlangen ist der Rückstand der Zeidler auf den Spitzenreiter auf sieben Punkte angewachsen. Der Ärger über die erste Saisonniederlage hielt sich beim SC jedoch sehr in Grenzen.

ERLANGEN/FEUCHT – Direkt nach dem Schlusspfiff konnte Rainer Zietsch gar nicht anders, als seiner Elf ein dickes Lob auszusprechen. „Ich gratuliere meiner Mannschaft zu einer starken Leistung. Das war unser bestes Auswärtsspiel. Wir sind selbstbewusst aufgetreten und werden weiter unseren Weg gehen.“ Wohin dieser Weg den SC in der restlichen Saison noch führen wird, ist nach gerade mal zehn Spielen natürlich noch offen. Eine gewisse Tendenz ist jedoch klar zu erkennen – und die ist mehr als positiv. Das sieht auch der SC-Coach so: „Wir wollen die Mannschaft so weiter entwickeln, dass sie jedes Spiel gewinnen kann. Im Moment habe ich uns selbst noch nicht im Titelrennen gesehen, deshalb ist die Niederlage für mich auch kein Dämpfer. Aber natürlich wollten wir auch dieses Spiel gewinnen, so selbstbewusst sind wir mittlerweile schon, dass wir das von uns selbst fordern.“

Perfekt eingestellt

Dementsprechend forsch traten die Gäste auch auf. Zietsch hatte die Mannschaft mit einigen taktischen Änderungen perfekt auf den Gegner eingestellt. In der Innenverteidigung sollte der robuste Christopher Uwadia zusammen mit Alex Nikopoulos den Aktionsradius des Erlanger Sturmduos Glasner/Kulabas einschränken. Auf der linken Seite durfte diesmal Yaser Kaya schon vom Mittelfeld aus Druck machen und somit versuchen, die gefürchteten Flankenläufe der Erlanger zu unterbinden, bzw selbst immer wieder über die Seite nach vorne zu stoßen. Diese Umstellungen funktionierten auf Anhieb und führten in der 10. Minute beinahe zur Führung für die Feuchter. Kaya hatte Stephan König per Freistoß in Szene gesetzt, der SC-Stürmer köpfte ein, doch Schiedsrichter Stefan Klerner entschied auf Abseits. Danach hatte Anthony Janin noch eine gute Möglichkeit, die ATSV-Schlussmann Kraut jedoch artistisch vereitelte. Und kurz darauf verpasste Philipp Mandelkow eine gute Hereingabe von Nico Wessner.

Ärgerte sich über die verpassten Chancen seiner Elf, trotzdem war SC-Coach Rainer Zietsch mit dem Auftritt seiner Mannschaft sehr zufrieden. | Foto: Zink2017/09/atsverlangenscfeucht_2.jpg

Die Feuchter hatten den mit Hochkarätern gespickten Topfavoriten fest im Griff, so dass die Erlanger in Durchgang eins eigentlich nur einmal gefährlich vors Feuchter Tor kamen. In der 27. Minute hatte sich Topvorbereiter Kevin Guerra auf seiner Seite durchgesetzt, flankte anschließend auf Stephan Schreiber, dessen Schuss aber noch rechtzeitig geblockt wurde.

Keinen Vorwurf an Sponsel

Auch nach Wiederanpfiff blieb Feucht zunächst die bessere Mannschaft. Erst als die Erlanger Hakim Graine für Schreiber aufs Feld schickten, wendete sich das Blatt. Nun wurde der ATSV endlich seiner Favoritenrolle gerecht und kam zu einigen guten Möglichkeiten. Direkt nach seiner Hereinnahme köpfte Graine nur knapp am Tor vorbei. Kurz darauf scheiterte Sebastian Glasner an Feuchts Nummer eins Andreas Sponsel, der dann jedoch in der 81. Minute den Gegentreffer selbst einleitete. Eine zu kurze Faustabwehr landete bei Tim Ruhrseitz und der Außenstürmer knallte die Kugel mit einem Sonntagsschuss aus 25 Metern in den rechten Winkel. Zietsch wollte seinem Keeper aber keinen Vorwurf machen: „Das kann passieren. Andreas hat uns in dieser Saison dafür schon so oft gerettet.“ Seine Jungs versuchten zwar danach noch wenigstens zum Ausgleich zu kommen, aber die Erlanger verteidigten clever und spielten nun ihre ganze Routine aus, so dass es am Ende bei der knappen Niederlage für die Feuchter blieb.

ATSV Erlangen: Kraut – Kammermeyer, Kishimoto, Guerra, Marx, Ruhrseitz, List (89. Ferizi), Krämer, Schreiber (69. Hakim Graine), Glasner, Kulabas

1. SC Feucht: Sponsel – Uwadia, Kaya, Nikopoulus, Damjanovic (85. Gkenios), Ivic (83. Nowak), Janin (75. Lincke), Eckert, Mandelkow, Wessner, König

Schiedsrichter: Stefan Klerner (Lichtenfels)

Zuschauer: 340

Tor: 1:0 Tim Ruhrseitz (81.)

N-Land Krischan Kaufmann
Krischan Kaufmann