Schwaigs ,Scuderia Silencio’ siegt im Wüstensand

Vier Schwaiger in der Wüste: Claudia Oelsner, Peter Küber, Horst Wilfert und Christoph Schertlin gewannen als ,Scuderia Silencio‘ die Allgäu-Orient-Rallye. Dabei ging es in maximal 2000 Euro teuren Autos vom Allgäu bis nach Jordanien, wo die Fahrzeuge dann für einen guten Zweck versteigert wurden.2008/05/20080530_schwaigerrallyewueste_big.jpg

SCHWAIG/AMMAN — Das Team „Scuderia Silencio“ aus Schwaig hat die „Allgäu-Orient-Rallye“ gewonnen. Bei diesem Wettbewerb der etwas anderen Art fuhren 280 Menschen mit 140 Autos für einen guten Zweck vom Allgäu nach Amman in Jordanien. In Jordanien hat diese Rallye einen hohen Stellenwert – alle Teams wurden dort als Staatsgäste empfangen. Die Low-Budget-Rallye für Fahrzeuge unter 2000 Euro oder mit einem Alter von mehr als 20 Jahren hat sich bereits nach ihrer 3. Auflage im Rallyezirkus etabliert.

Die „Scuderia Silencio“, das sind Claudia Oelsner, Peter Küber, Horst Wilfert und Teamchef Christoph Schertlin. Das Schwaiger Team legte auf dem Weg von Oberstaufen im Allgäu bis nach Amman in Jordanien über 5500 Kilometer auf Neben- und Landstraßen zurück. Es durchquerte auf seiner Reise 13 Länder und musste dabei teilweise raffinierte Sonderaufgaben der Rallye-Leitung erfüllen.

So zum Beispiel die „Antalya-Sonderprüfung“: Hier mussten mindestens zehn männliche Touristen in deutschtypischem Urlaubsoutfit (kurze Hose, Socken und Sandalen) oder alternativ fünf Urlauberinnen „oben ohne“ auf den Rallyewagen fotografiert werden. Bei der Sonderaufgabe am folgenden Tag sollte herausgefunden werden, welcher Apostel aus Tarsus stammt, wie er gewirkt hat und das Team musste ein Foto von der nach ihm benannten Kirche machen.

Allerdings gab es auch schöne Aufgaben zu erledigen. So galt es am ersten Tag, Bäume mit Wurzeln zu besorgen, die dann als letzte Aufgabe in Jordanien eingepflanzt werden mussten. Auch Kinderheime in den ärmsten Gegenden der Reise sollten für die Abgabe von Spielzeug aufgesucht werden. Das Team Scuderia Silencio wurde schon im Vorfeld der Rallye von Spendern mit Kinderkleidung und Spielsachen versorgt, die dann in einem Heim in Szeged/Ungarn abgegeben wurden. Auch die Bordverpflegung (Gummibärchen und Schokolade) wurde hier merklich dezimiert.

Jedes Team musste außerdem aus jedem Land mindestens ein typisches Rezept besorgen und in ein eigens zur Verfügung gestelltes Buch schreiben. Ebenso sollte jeder Grenzübertritt mit einem Stempel dokumentiert und in jedem Land eine Flasche Rotwein gekauft werden. Ein von den Teams zu führendes Tagebuch rundete den Aufgaben-Marathon ab.

Diese ganzen Aufgaben und die Sonderprüfung in der jordanischen Wüste, wo die Teams mit allen ihren Fahrzeugen auf einem ausgetrockneten See schnellstmöglich einen Parcours abzufahren hatten, löste das Schwaiger Rallyeteam als bestes unter den angetretenen 55 Wettbewerbern. So konnten Claudia Oelsner, Peter Küber, Horst Wilfert und Teamchef Christoph Schertlin die Siegertrophäe aus der Hand des jordanischen Landwirtschaftsministers entgegennehmen.

Dass diese Veranstaltung nicht nur allen Mitgereisten viel Spaß bereitete, sondern auch noch einem guten Zweck dient, belegt die Schirmherrschaft der Vereinten Nationen und des „World Food Programme“. Laut Reglement wurden alle Rallye-Wagen von den Teams in Amman zurückgelassen. Die Autos werden im Auftrag der UN/WHO versteigert. Der Erlös kommt einem Projekt zum Aufbau einer Käserei und der örtlichen Jugend-/Kinderhilfe zugute. Die Käserei soll bis Ende des Jahres in der Nähe von Amman den ersten Käse produzieren und damit mehreren Beduinenfamilien eine Lebensgrundlage bieten.

Für die Rückreise der Teilnehmer der Allgäu-Orient-Rallye hatten die Organisatoren eigens einen Airbus A 320 gechartert. Die Rallyeteilnehmer landeten mit dem Flugzeug der Royal Jordanian Airways auf dem kleinen Flughafen in Friedrichshafen. Dies war am Bodensee die Attraktion schlechthin, schließlich landet dort nicht jeden Tag ein Großraumflugzeug einer internationalen Fluggesellschaft. Hunderte von Fotografen, Schaulustige und Angehörige der Rallyefahrer hießen die Maschine mit der Krone auf dem Leitwerk willkommen. Als die Gangway am Airbus stand, durften die Teilnehmer über einen roten Teppich wieder nach Deutschland einreisen, manche sicher mit den Gedanken schon bei der Rallye Allgäu-Orient 2009.

@ Mehr Informationen unter www.allgaeu-orient.de im Internet. Dort ist der komplette Rallye-Bericht von scuderia silencio unter www.scuderiasilencio.de/downloads/tagebuch1.pdf nachzulesen.

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