Volleyball: Zweitligist SV Schwaig schlägt TV Hammelburg

Schwaiger bleiben Tiebreak-Champions

Auf Augenhöhe begegneten sich der SV Schwaig (rechts am Ball Kapitän Florian Tafelmayer) und die Gäste aus Hammelburg. | Foto: Güner Santemiz2020/12/Volleyball_SV-Schwaig_TV-DJK-Hammelburg-santemiz-net.jpg

SCHWAIG. Die Zweitliga-Volleyballer des SV Schwaig hatten zwar Mühe, sich gegen den TV/DJK Hammelburg durchzusetzen, doch es gelang. Mit einem umkämpften 3:2 (20:25, 25:20, 25:17, 17:25, 15:13) gewann der Vierte gegen den nach dem Spiel Tabellensechsten. Es war das letzte SVS-Heimspiel 2020; erneut vor „Geisterkulisse“.


Hammelburgs Zuspieler Laurentiu Vinatoru musste am Samstagabend schmunzeln, als er sich selbst in der „Gelben Halle“ sah: auf dem Foto eines einstigen Spielankündigungsplakats, das – kündend von so ganz „anderen“ Zeiten – auf einer Seitenbande klebte. Zwei Jahre ist es her, dass der Weltbummler Vinatoru beim SVS „zauberte“, es verschlug ihn zum Rivalen TVH.


Sein Zuspiel beim samstäglichen, für ihn nunmehr Auswärtsspiel, war dabei bestechend gut, souverän, wenngleich unspektakulär: Immer wieder wusste der Ex-SVSler an diesem Tag seine Kollegen abgeklärt-cool in Szene zu setzen, und er hatte großen Anteil daran, dass das gesamte Duell ständig auf des Messers Schneide stand.


Die Hammelburger traten gegen ein selten vielköpfiges Team des SVS an: 14 Akteure verzeichnet der Spielberichtsbogen, alle dabei, im kritischen Blick ihres Trainers Milan Maric. Dennoch konnte auch die erste, starke Sechs nicht verhindern, dass die Gäste aus Unterfranken – in der letzten Saison 3:1-Sieger in Schwaig – den ersten Satz knapp für sich entschieden. Es war ein durchgehend harter „Vollstrecker“-, ein typischer Männer-Volleyball, und begann mit stakkatohaften Ballwechseln.


Nach nur sieben Minuten waren schon 18 Punkte abgefackelt, der TVH lag mit 10:8 vorn. Bis zum Schluss zog sich das Hin und Her, und dass die Gäste letztlich mit 25:20 in 1:0-Führung gingen, verwunderte dabei ebenso wenig, wie dasselbe Ergebnis im zweiten Satz, nur umgekehrt.
Auf Augenhöhe und hohem Spielniveau konnte sich kein Team wirklich absetzen. Hervorragende Abwehrleistungen von Schwaigs Kapitän Florian Tafelmayer wechselten sich ab mit deftigen Aufschlägen des späteren Schwaiger „MVP“ Perica Stanic − doch gerade die waren nicht so häufig: Gefühlt 15 Aufschläge „versemmelten“ die Schwaiger im gesamten Match. Und abgesehen von Blocks, die besonders zu Anfang zu oft nicht zur Stelle waren, schienen die Gastgeber mit dem Spielelement des Aufschlags etwas leichtfertig umzugehen.


Doch auch der TV Hammelburg versenkte diesmal ein ums andere Mal den ersten Ball in den Maschen − selbst hier waren sich beide Teams ähnlich. Mit hoher Wirkungsquote dominierte „Peky“ Stanic dann den dritten Durchgang; auch die Netzabwehr des SVS funktionierte, und selbst Michal Dzierwa, eher wuchtiger Diagonalhämmerer, gelangen vier Blocks, teils gepaart mit dem starken Sven Kellermann, teils allein. Über 12:8, 19:13 und 22:15 ließen sich die Mittel- von den gegenhaltenden Unterfranken also nicht beirren und gingen 2:1 in Gesamt-Hin-und-Her-Führung.


Ein bisschen Kulisse auch ohne Fans


Doch der TVH wollte sich nicht unterbuttern lassen und legte seinerseits im vierten Durchgang überzeugend zu. 7:11 lag der SVS hinten, die rivalisierende Stimmung unter den „0“ Zuschauern war lautstark und emotional −, erstaunlich, dass zwei jubelnde Reserve-Grüppchen und wenige Orga-Anwesende solchen Lärm veranstalten können. Die Internetkamera von sporttotal.tv filmte mit (das SVS-Heimspiel gegen Grafing zählte rund 600 Zugriffe).


Der Live-Stream fing all die brachialen Angriffe und insgesamt drei Aufschlag-Netzroller ein: zwei für den TVH, einen für den SVS. Punkt um Punkt ging´s wechselseitig voran; das Spiel dauerte insgesamt 102 Minuten. Zum vierten Satzende hin führten die Hammelburger mit 17:11 und 23:14; auch das schöne Zuspiel von Moritz Gärtner und der Einsatz von „Joker“ Christian Schwabe retteten dem SVS die Passage nicht.


Zum dritten Mal in dieser Saison mussten die Schwaiger in den Tiebreak, in dem sie allerdings, wie aufgedreht, schnell mit 5:0 und 10:4 vorn lagen. Zwar konnte der TVH noch auf 12:9 und 13:11 herankommen, die Spannung stieg und stieg. Doch nach einem brillanten Schlussakt zum Gerade-so-14:13 und zum finalen 15:13 setzen sich die Gelbblauen mitreißend zum vierten, knappen Heimsieg durch. Es gelang ihnen ihr nunmehr neunter Erfolg, in Tie­breaks sind sie ungeschlagen.


Jetzt fehlt den Schwaigern noch ein Duell in diesem Jahr: Am kommenden Sonntag reisen sie zum letzten Hinrundenspiel nach Leipzig, wonach sich das wohl seltsamste Jahr der Volleyball-Bundesliga-Geschichte dem Ende entgegen neigt.

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