Nach erneutem Platzverweis

Schlicker fordert Schutz für seine Spieler

Not amused: SC-Trainer Florian Schlicker rechnet mit dem Verband ab und sieht auch die Schiedsrichterleistungen in dieser Saison kritisch. Seine Forderung an die Unparteiischen lautet: „Die Schiedsrichter sollten einfach die klaren Fouls pfeifen.“ | Foto: Zink2019/04/Feucht-Schlicker-Florian-Trainer-SC-Feucht.jpg

FEUCHT – Der Feuchter Trainer und seine Elf haben sich dank des 2:0-Erfolgs im Nachholspiel gerade auf Platz zwei geschoben. Bei einem Bamberger Patzer am Wochenende könnten sie sogar die Tabellenspitze übernehmen. Aber soweit traut man sich beim Sportclub gar nicht zu denken. Denn Schlicker gehen die Spieler aus.

Das ein oder andere Wehwehchen schleppen seine Jungs angesichts des vollgepackten Terminkalenders schon geraume Zeit mit sich herum. Und diese Woche hat sich die Situation natürlich nicht verbessert. Am Sonntag mussten die Feuchter zum Derby beim TSV Buch antreten, keine 48 Stunden später dann der schwere Kick bei Kellerkind Baiersdorf.

Für ihren Trainer ist damit die Grenze des Zumutbaren erreicht, zumal am Osterwochenende der nächste enggetaktete Doppelspieltag (Samstag/Montag) auf die Feuchter wartet. „Ich bin ja jetzt auch schon ein paar Jahre dabei, aber so eine Ansetzung habe ich noch nicht erlebt. Nur ein Tag Pause, das ist bodenlos“, schimpft Schlicker und legt nach: „Das ist immer noch Amateurfußball, wir haben hier keine medizinische Abteilung wie im Profibereich.“

Schon wieder ein Platzverweis

Allerdings sind die Personalprobleme längst nicht nur auf Spielansetzungen und fehlende Regenerationszeit zurückzuführen. Denn seine Schützlinge neigen im Moment dazu, sich selbst zu dezimieren. Am Sonntag flog Junior Betsi Mbetssi nach einer Tätlichkeit in der Schlussphase mit Rot vom Platz. Am Dienstag durfte Salim Ahmed nach einem Rotwürdigen Foul ebenfalls vorzeitig zum Duschen.

Schlicker will diese Aktionen nicht entschuldigen, „damit haben beide Spieler ihrer Mannschaft einen Bärendienst erwiesen“, glaubt aber, dass es in beiden Fällen gar nicht so weit hätte kommen müssen. Mbetssi wie auch Ahmed seien vorher durch mehrere Fouls provoziert worden, die auch noch ungeahndet blieben. „Sie wurden geradezu getriezt, da müssen die Schiedsrichter vorher schützend eingreifen“, fordert Schlicker. Mbetssi muss nun, nachdem die Feuchter erfolgreich Einspruch gegen das ursprüngliche Urteil (vier Spiele Sperre) eingelegt haben, in den nächsten beiden Partien aussetzen. Bei Ahmed ist die genaue Strafe noch offen.

Kreuzer vermisst klare Linie

Wie sein Trainer vermisst auch SC-Macher Manfred Kreuzer heuer bei den Schiedsrichtern eine klare und einheitliche Linie. Dass sich Mannschaften wie Buch oder Baiersdorf im Abstiegskampf mit allen Mitteln wehren, sei verständlich, so Kreuzer, aber die Unparteiischen müssten diese Vergehen rechtzeitig ahnden.

Doppelpack von Klose

Die Partie in Baiersdorf hätte für die abstiegsbedrohten Platzherren kaum schlechter starten können. Nach einer offensichtlichen Notbremse musste Sebastian Hofmann bereits nach zehn Minuten vorzeitig zum Duschen. In Überzahl hatten die Gäste alles im Griff, ließen im ersten Durchgang allerdings noch die Durchschlagskraft vermissen. Die beste Chance hatte Fabian Klose, dessen Schuss von der Strafraumgrenze an den Pfosten krachte. Es dauerte eine Stunde, bis der SC-Spielmacher seine Farben erlöste. In der 77. Minute machte Klose mit seinem zweiten Treffer den Deckel drauf.

Schiedsrichter: Dominik Götz (Stulln)
Zuschauer: 50
Tore: 0:1 Fabian Klose (60.), 0:2 Fabian Klose (77.)
Rot: Sebastian Hofmann (10./Baiersdorfer SV/Notbremse); Salim Ahmed (80./1. SC Feucht/Tätlichkeit)

N-Land Krischan Kaufmann
Krischan Kaufmann