Wintertagungen der Fußballer

Schiedsrichter schlagen Alarm

Kreisschiedsrichterobmann Stefan Stadelmann – hier bei der Kreisligatagung in Langensendelbach – schlägt angesichts der immer weiter abnehmenden Zahl von aktiven Schiedsrichtern Alarm. | Foto: M. Keilholz2019/02/DSC07292-2.jpeg

PEGNITZGRUND – Die Personalsituation der Schiedsrichter im Fußballkreis Erlangen-Pegnitzgrund ist äußerst angespannt. Dies brachten Kreisschiedsrichterobmann (KSO) Stefan Stadelmann und der Obmann der Gruppe Forchheim, Christoph Stühler, bei den Wintertagungen der Fußballer in Langensendelbach, Forth und Weingarts mit deutlichen Worten zur Sprache.

Stadelmann sprach von einem Riesenumbruch, der bei den Schiedsrichtern gerade im Gange ist. Stadelmann: „Eine Reihe von altgedienten Kameraden hat aus Altersgründen aufgehört, deshalb sind wir gezwungen, junge Schiedsrichter ins kalte Wasser zu werfen“.

Stadelmann warb für Verständnis, wenn Neulingen anfangs die Sicherheit fehle, und appellierte mit Nachdruck, diesen auch Fehler zuzugestehen. Ein weiterer Unterschied zu früher sei, dass man heutzutage nicht wisse, ob die jungen Kameraden (wegen Studium, Ausbildung sowie beruflichen und anderen Gründen) über einen längeren Zeitraum zur Verfügung stünden und „bei der Stange“ blieben“.

Appell an Vereine
Angesichts der angespannten Personalsituation wurde eindringlich an die Vereine appelliert, geeignete Sportkameraden zum Neulingslehrgang der Schiedsrichtergruppen Pegnitzgrund und Fränkische Schweiz zu entsenden, der am kommenden Samstag, 9. Februar, in Thuisbrunn startet.

Der Schiedsrichtermangel macht sich bereits in den unteren Spielklassen sowie im Frauen- und Jugendbereich bemerkbar. Die Folge ist, dass Spiele der B-Klasse mit Beteiligung von 2. Mannschaften nicht mehr von einem neutralen Unparteiischen besetzt werden, sondern von einem Vertreter des Heimvereins geleitet werden müssen. Dies habe, so KSO Stadelmann, aber relativ gut funktioniert.

Stühler führte in seinem Statement aus, dass „die Zeiten vorbei sind, in denen Schiedsrichter an einem Wochenende doppelt im Einsatz sind“. Damit falle ein Puffer weg und die Schiri-Einteilung werde schwieriger und stoße an seine Grenzen. Vor allem die Besetzung der Spiele sonntags, wenn sich die Spiele ballten, bereite Probleme. Für Stühler könnte die Entzerrung des Sonntagsspielplans zumindest kurzfristig für eine Verbesserung der Situation sorgen. Wenn sich nichts ändere, so Stühler, könne man „auch Spiele von Junioren und Frauen nicht mehr mit geprüften Schiedsrichtern besetzen“.

Ein weiterer Punkt, der den Obmännern der vier Schiedsrichtergruppen im Kreis wichtig ist, ist der Wunsch nach einem fairen Umgang untereinander. Was von den Schiedsrichtern in diesem Zusammenhang vor allem beobachtet wird, ist eine mangelnde Regelkenntnis bei Spielern, Betreuern und Trainern.

Mehr Verständnis
Deshalb komme es immer wieder zu Problemen bei der Spielleitung, monierte der Forchheimer Schiri-Obmann, der selbst als Schiedsrichter für die Landesliga qualifiziert ist. Er brachte daher einmal mehr das Angebot der Schiedsrichter zur Sprache, zu Regelschulungen zu den Vereinen zu kommen, und diesen in einem Schnelldurchgang die Regeln nahezubringen.

Damit, so die Hoffnung der Unparteiischen, könne das Grundverständnis zwischen Vereinen und Schiedsrichtern gestärkt werden. Allein der Aufruf von vergangenem Sommer ging ins Leere und fand keine Resonanz bei den Vereinen, bedauerte Stühler.

N-Land Manfred Keilholz
Manfred Keilholz