Abstiegskrimi gegen SpVgg Weiden

SC Feucht ist „zum Siegen verdammt“

Das Hinspiel in Weiden war einer der Saisonhöhepunkte aus Feuchter Sicht: Mit 5:2 zerlegten die Zeidler um Keeper Andreas Sponsel und Alex Nikopoulos die Oberpfälzer um ihren damaligen Startrainer Tomas Galasek. | Foto: Büttner2017/04/spvggweidenscfeucht.jpg

FEUCHT – Sie haben es nicht anders gewollt. Nach der völlig unnötigen Pleite am Ostermontag gegen den ehemaligen Tabellenvorletzten SV Erlenbach (1:2) ist beim abstiegsbedrohten SC Feucht nun wieder mächtig Druck auf dem Kessel. Das ist natürlich nicht die allerbeste Ausgangslage für das so immens wichtige Heimspiel am Freitagabend (19.30 Uhr) gegen die SpVgg Weiden, ein direkter Konkurrent im Kampf um den Klassenerhalt in der Bayernliga Nord.

Noch steht der SC Feucht mit Platz 13 und 31 Zählern über dem Strich. Aber das könnte bereits am Freitagabend vorbei sein. Und wenn neben den punktgleichen Weidenern, auch die SpVgg Ansbach (ebenfalls 31 Punkte) ihre Partie gegen den Würzburger FV gewinnen sollte, könnten die Feuchter an diesem Wochenende sogar bis auf Platz 15 durchgereicht werden. Eine überaus brenzlige Situation, das weiß auch SC-Trainer Klaus Mösle: „Natürlich sind wir jetzt zum Siegen verdammt.“

Chance leichtfertig verspielt

Am meisten ärgert den Feuchter Chefcoach allerdings, dass sich seine Schützlinge selbst in diese bedrohliche Lage gebracht haben. Nach dem famosen 2:2 in Amberg am Gründonnerstag hätte sich sein Team mit einem Sieg gegen Erlenbach ein wenig absetzen können. Aber stattdessen verspielte die Mannschaft diese Chance leichtfertig, wie Mösle findet. „Man kann sich schwarz ärgern, wie sich einige Akteure auf diese Partie vorbereitet haben. Dafür gibt es diesmal keine Entschuldigung“, wirkt er auch Tage danach noch sichtlich angefressen.

Wie schon nach der Pleite bei Schlusslicht Frohnlach vor kurzem hoffen die SC-Verantwortlichen aber, dass die Mannschaft nun endlich aus ihren Fehlern gelernt und den Ernst der Lage erkannt hat. Mösle: „Wir müssen die Ruhe bewahren. Die Jungs dürfen sich gegen Weiden nicht wieder selbst im Weg stehen.“

Ivic und Linke wackeln

Welche Jungs genau gemeint sind, lässt der Feuchter Übungsleiter offen. Denn auch wenn sich das Lazarett in den letzten Tagen etwas gelichtet hat, ganz ohne Personalsorgen geht der SC nicht in die Partie gegen die SpVgg Weiden. Zu den Langzeitverletzten Fabian Diesner (Kreuzbandriss) und Kapitän Matthias Heckenberger (Muskelbündelriss) kommen aktuell die zwei Wackelkandidaten Ljuban Ivic, der für eine Kommunion in die kroatische Heimat reisen müsste, und Mittelfeldstratege Frank Lincke, der aufgrund von Wadenproblemen unter der Woche nicht mittrainieren konnte.

Dass es auch den vor der Saison hochgehandelten Weidenern sportlich kaum besser geht – aktuell rangieren die Oberpfälzer mit ihrem teurem Kader nur auf Platz 15 –, interessiert Mösle herzlich wenig. „Wir brauchen nicht über andere Mannschaften nachzudenken, wenn wir selbst dauernd solche Böcke schießen.“ Zum Glück hat seine Mannschaft nun am Freitag die Chance, selbige gleich wieder umzustoßen.

N-Land Krischan Kaufmann
Krischan Kaufmann