Feucht siegt im Landesliga-Derby

Rahners Befürchtung wird wahr

Das Scheibenschießen ist eröffnet: Nach einem Eckball springt Abwehrchef Michael Kammermeyer am höchsten und köpft zur Feuchter Führung ein. | Foto: Daniel Frasch2019/11/SC-Feucht-Tor-Kammermeyer.jpg

FEUCHT – Der Spitzenreiter SC Feucht fertigt den SV Schwaig mit 6:1 ab. Marco Weber erzielt Dreierpack. Schwaigs Trainer Helmut Rahner wittert Verschwörung.

Die Ausgangslage vor der Partie des 18. Spieltags war klar: Während der SC Feucht seinen 14. Saisonsieg fest einplante, wollte Gäste-Trainer Helmut Rahner mit seiner Mannschaft im Waldstadion „nicht verdroschen werden.“ Doch die Befürchtungen des Ex-Profis bewahrheiteten sich, mit 6:1 fertigte der Ligaprimus den Aufsteiger verdientermaßen ab. „Nach sechs Gegentreffern muss man natürlich von verdroschen sprechen“, gab Rahner zu und ergänzte: „Feucht macht es schon richtig gut. Sie haben viel Qualität und Spieler auf dem Platz, denen man gerne beim kicken zuschaut.

Kammermeyer eröffnet Torreigen

Gegen tiefstehende Schwaiger übernahmen die Zeidler von Beginn an die Kontrolle, gute Tormöglichkeiten blieben jedoch Mangelware. „Schwaig hat die Räume extrem eng gemacht, da haben wir schon etwas gebraucht, um die Lücken zu finden“, befand Feuchts Trainer Florian Schlicker. Nach 18 Minuten durften die Hausherren das erstmals jubeln. Nach einem Eckball stieg Abwehrchef Michael Kammermeyer am höchsten und köpfte den Ball wuchtig zum 1:0 ein. Fortan agierten die Hausherren druckvoller und erhöhten nur drei Minuten später auf 2:0. Mittelfeldspieler Marco Weber schloss eine herrliche Kombination mit Tim Ruhrseitz überlegt ab (21.).

Weber gelingt Dreierpack

Die überraschende Schwaiger Antwort zum 1:2 (29.) konterten die Gastgeber nur zwei Minuten später: Erneut war Weber zur Stelle, als er von der glänzenden Vorarbeit von Fabian Klose profitierte und dessen Hereingabe aus kurzer Distanz nur noch einschieben musste (31.). Der dritte Streich gelang dem Neuzugang der DJK Ammerthal nur fünf Minuten nach Wiederanpfiff: Ein Zuspiel von der linken Seite von Ruhrseitz vollendete Weber aus rund 16 Metern zum 4:1. Die Gegenwehr der Gäste aus Schwaig, die seit der 42. Minute in Unterzahl spielten (Gelb-Rot für Lorenz), war nun gebrochen. Feucht dominierte die Partie nach Belieben und ließ Ball und Gegner laufen. „Die Jungs haben es souverän herunter gespielt und schöne Tore gemacht. In Summe war es ein sehr gelungener Auftritt von uns“, zog Schlicker Bilanz und freute sich besonders über die Treffer zum seiner beiden Einwechselspieler Joshua Wisdom und Niklas Uhle zum 6:1-Endstand. „Natürlich hätten wir auch unseren Mannschaftsbus vor dem Tor parken können. Aber wir waren der Meinung, den Leuten ein schönes Spiel bieten zu wollen. Deswegen sind wir auch mit zehn Mann vorne drauf“, fasste Schwaig-Trainer Rahner zusammen. Zumindest taten sie das bis zur roten Karte von Kapitän Fabian Waldmann wegen Schiedsrichterbeleidigung (77.)

Extralob für Ruhrseitz und Weber

Nicht ins Gewicht fiel bei den Hausherren der Ausfall von Angreifer Stephan König. Feuchts bester Torschütze (15 Tore) wurde nach seiner Roten Karte beim FSV Stadeln eine Woche zuvor für zwei Partien gesperrt. Sein Fehlen kompensierten Tim Ruhrseitz und der dreifache Torschütze Weber im Wechselspiel. „Die beiden haben das sehr gut interpretiert. Dafür, dass wir zum ersten Mal so gespielt haben, war das schon sehr ordentlich“, lobte Schlicker seiner beiden auffälligsten Offensivkräfte.

Rahner beklagt Feuchter Bevorzugung

Während sich beide Trainer einig waren über den Spielverlauf, unterschieden sich die Meinungen über den Unparteiischen im Anschluss an die Partie doch stark. „Ich beobachte schon länger, dass der SC Feucht in der Liga bevorzugt wird“, prangerte Schwaigs Coach Helmut Rahner die Leistung des Schiedsrichters an und witterte eine Verschwörung zugunsten des Spitzenreiters. Schlicker wiederum konterte: „Wenn ich sehe, wie viele gelbe Karten wir in der zweiten Hälfte für Kleinigkeiten bekommen, kann ich ich das nicht nachvollziehen.“ Durch den siebten Heimsieg im neunten Spiel bleiben die Feuchter das Maß aller Dinge und führen die Tabelle mit acht Punkten Vorsprung vor dem SC 04 Schwabach an. Kommendes Wochenende müssen Schlickers Jungs dann bei den Pumas in Herzogenaurach ran. Die Ausgangslage wird auch dann klar sein: Beim Tabellensechzehnten soll für den SC Feucht Saisonsieg Nummer 15 her.

N-Land Daniel Frasch
Daniel Frasch