FSV Weißenbrunn

Per Shuttle zum Endspiel

Kaum zu glauben aber wahr: In der Vorrunde leistete sich der FSV Weißenbrunn – hier Kevin Micholka (links) und Maximilian Reznizek – beim Punktelieferanten SV Schwaig II eine aus heutiger Sicht kaum mehr vorstellbare 1:2-Niederlage. | Foto: Keilholz2019/06/DSC04981-1.jpg

WEISSENBRUNN – Das Fußballfieber hat Weißenbrunn erfasst. Nach der famosen Siegesserie der Rückrunde glauben die Fans inzwischen fest an den Aufstieg und fiebern dem Saisonfinale am Samstag beim TSV Lauf (Anstoß 16 Uhr) entgegen.

Der FSV Weißenbrunn steht unter Hochspannung und klopft nach einer famosen Rückrunde ans Tor zur Kreisliga. Mit einer Traumbilanz von 13 Spielen ohne Niederlage, davon elf Siegen, beginnend mit dem glanzvollen 5:0 gegen den SV Henfenfeld am 18. November vergangenen Jahres, hat der FSV der Konkurrenz in der Rückrunde das Fürchten gelehrt. Soll der Aufstiegstraum, an den beim Gang in die Winterpause niemand auch nur den geringsten Gedanken verschwendet hat, wahr werden, braucht es noch drei Siege.

„Der TSV Lauf liegt uns nicht“

Die erste Hürde, die auf Spielertrainer Alexander Pfarherr und seine Elf wartet, ist der TSV Lauf. Beim Gedanken an den finalen Gegner, den man in der Vorrunde mit 7:0 vom Platz gefegt hat, beschleicht den zum Saisonende scheidenden FSV-Coach ein leichtes Bauchgrummeln. „Seit ich in Weißenbrunn bin“, erinnert sich Pfarherr, „hat es für uns beim TSV Lauf noch nie etwas zu holen gegeben“. In die gleiche Kerbe schlägt Spielleiter Karlheinz Kunz: „Der TSV Lauf liegt uns von seiner Spielweise her einfach nicht“.

Ein Blick in die Statistik zeigt, dass diese Bedenken durchaus ihre Berechtigung haben. In den vergangenen beiden Spielzeiten hatte der FSV mit 0:1 und 0:3 das Nachsehen. Die Kreisstädter haben allerdings gegenüber der Vergangenheit, wo man regelmäßig vorne mitmischte, viel an Substanz verloren und rangieren in dieser Saison mit einer negativen Bilanz auf Rang elf.

Den leichteren Part beim Saisonfinale jedenfalls hat Konkurrent SV Henfenfeld vor sich. Dieser ist Gastgeber des Absteigers SV Schwaig II, dessen verheerende Bilanz 169 Gegentore und acht zweistellige Niederlagen ausweist. Zurückblickend ist daher kaum mehr vorstellbar, dass der FSV bei der Schießbude der Liga in der Hinrunde mit 1:2 baden gegangen ist. Selbiges wird Henfenfeld jedenfalls nicht passieren, weshalb dem FSV gar nichts anderes übrig bleibt, als über seinen Schatten zu springen und die Hürde beim vermeintlichen Angstgegner zu nehmen.

Das müssen Kapitän Markus Beutin und seine Mannschaft allerdings ohne ihren Trainer auf die Reihe bekommen. Wegen eines beim vorletzten Spiel in Schönberg erlittenen Muskelfaserrisses muss Alexander Pfarherr nämlich passen.

Der zum Saisonende scheidende Coach hat zwar vor Wochenfrist beim hart erkämpften 3:1-Sieg gegen die SG Am Lichtenstein noch einmal auf die Zähne gebissen und war 85 Minuten auf dem Platz gestanden, doch nun zwingt ihn die Verletzung endgültig auf die Bank. Spielleiter Kunz pragmatisch: „Es muss heute auch ohne den Trainer gehen“.

Rockaffine Fußballer

Und dann ist da noch das Musikfestival „Rock im Park“ in Nürnberg, das Trainern und Spielleitern vieler Vereine Jahr für Jahr den Angstschweiß auf die Stirn treibt. Ihre Fußballer ziehen es nämlich am Pfingstwochenende reihenweise vor, diesem Event zu frönen. Das ist in diesem Jahr beim FSV Weißenbrunn nicht anders. Doch Spielleiter Karlheinz Kunz hat sich eine pragmatische Lösung einfallen lassen: Er lässt vier rockaffine Fußballer – auch die zweite Mannschaft hat noch ein entscheidendes Spiel um den Klassenerhalt vor sich – am Samstagmittag per Shuttle-Service vom Dutzendteich abholen. Und nach dem hoffentlich in doppelter Hinsicht erfolgreichen Fußballnachmittag geht’s per Shuttle wieder zurück zum Rock-Event auf dem Zeppelinfeld. Die FSV-Reserve braucht bei der zweiten Mannschaft des TSV Lauf, dessen Abstiegsschicksal besiegelt ist, einen Sieg, um das Klassenziel in der A-Klasse 5 aus eigener Kraft zu erreichen.

N-Land Manfred Keilholz
Manfred Keilholz